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Debatte um Zukunftswerte angemahnt
Der Rat für Nachhaltigkeit fordert die
Bundesregierung zu einer Diskussion über Werte und Zukunftsfragen
auf.
(vv) - Um in Zukunft bestehen zu können, brauchen
wir eine Debatte über die Werte, die unseren Alltag bestimmen,
forderte Volker Hauff (SPD) zu Beginn des Ratskongresses in Berlin.
Einen großen Teil der Lähmung, in der sich Deutschland
heute befinde, führt der Vorsitzende des vom Bundeskanzler
berufenen Rates darauf zurück, dass Politik und Wirtschaft
zuwenig und nicht überzeugend auf die Zukunftsfragen der
Menschen reagieren. Ich-AG, Hartz IV und
die Agenda 2010 seien keine vollständigen Antworten
angesichts des heutigen Umbruchs traditioneller Wertvorstellungen.
Die gegenwärtige Situation sei alles andere als ermutigend,
konstatierte Hauff. Politik und Wirtschaft scheuten die Werte-Diskussion.
Die Nachhaltigkeitsberichte großer Unternehmen und die Nachhaltigkeitsstrategie
der Bundesregierung seien zwar gute Dokumente, aber sie umgingen
häufig die Grundfragen nach den Werten, die unseren Alltag
bestimmen. Volker Hauff betonte weiter: Wir brauchen positive
Vorbilder. Wenn eine Weltfirma sich rühmt, in Deutschland
keine Steuern mehr zu zahlen, dann lebt sie die falschen Werte
vor. Eine Politik ohne Werte sei letztlich eine wert-lose
Politik. Daraus könne das dringend nötige neue Vertrauen
der Menschen in eine gute Zukunft nicht entstehen.
Lob für Nachhaltigkeitsbericht der Regierung
Volker Hauff reagierte grundsätzlich positiv auf den von
der Bundesregierung vorgelegten Fortschrittbericht 2004 zur Nachhaltigkeit.
Große Sprünge waren nach nur zwei Jahren nicht
zu erwarten. Dennoch ist der Fortschrittsbericht richtig,
sagte Hauff, weil er unter Beweis stelle, dass es sinnvoll sei,
Nachhaltigkeitspolitik an quantifizierten Indikatoren zu messen
sowie Zukunftsthemen wie die Auto-Technik, zum Bild des Alterns
in der Gesellschaft oder zum Wohnen in der Stadt zu bearbeiten.
Roter Faden Nachhaltigkeit fehlt
Schwächen zeige die Nachhaltigkeitspolitik in der Verknüpfung
von wichtigen Zukunftsthemen, konstatierte Hauff weiter. Der rote
Faden Nachhaltigkeit werde im Regierungshandeln nicht
ausreichend erkennbar. Dazu stehe die Nachhaltigkeitsstrategie
zu isoliert neben dominierenden Politikfeldern der Wirtschafts-
und Sozialpolitik. Die Agenda 2010 würde aufwändig beworben,
die Nachhaltigkeitsstrategie aber nicht. Zielkonflikte würden
zu wenig angesprochen, die nötige Auseinandersetzung um die
Werteorientierung für die Zukunftsfähigkeit von Wirtschaft
und Gesellschaft bleibe oft aus. Hier gibt es eine Bringschuld.
Deutschland hat noch keinen Zukunfts-TÜV.
Bürgerengagement stärker ermutigen
Hauff schlug dem Bundeskanzler vor, das Bürgerengagement
zur Nachhaltigkeit in Städten und Gemeinden stärker
zu ermutigen, weil hier eine große Quelle von innovativer
Politik und zivilgesellschaftlicher Verantwortung läge, aber
die vielen Initiativen vor Ort ihre Aktivitäten kaum mit
der Strategie auf Bundesebene verknüpfen können. Hauff
regte auch an, die durchaus vorliegenden guten Beispiele aus Forschung
und Wirtschaft besser zu nutzen, um die Leistungsfähigkeit
Deutschlands zu der an Nachhaltigkeit orientierten Innovation
zu vergrößern. Ferner machte er den Vorschlag, eine
Generationenbilanz zu allen wesentlichen Themen der Nachhaltigkeit
zu erarbeiten.
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