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- 04.11.2004 -

 

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Kampf gegen Kinderhandel: Experten verabschieden Forderungskatalog

Bei ihrem ersten internationalen Kongress gegen Kinderhandel fordert die Hilfsorganisation terre des hommes, die Hilfen für die Opfer zu verbessern.

(vv) - Kinderhandel ist ein Verbrechen, bei dem Milliardengewinne erzielt werden. Weltweit werden nach Angaben der Hilfsorganisation terre des hommes jährlich mehr als eine Million Jungen und Mädchen Opfer von Kinderhandel - missbraucht als billige Arbeitskräfte, Sexobjekte oder Klau- und Bettelkinder. Trotz eines international gewachsenen Bewusstseins für die Existenz von Kinderhandel würden Regierungen bei weitem nicht genug gegen die Ausbeutung von Kindern unternehmen. Dies unterstrich terre des hommes zum Abschluss einer internationalen Konferenz gegen Kinderhandel in Osnabrück.

Defizite gebe es insbesondere im Umgang mit den Opfern von Kinderhandel: "Wenn ein Kind aus einem sklavenähnlichen Leben befreit worden ist, braucht es sehr viel Betreuung. Ich selbst konnte lange nicht glauben, dass ich wirklich frei bin. Ich hatte große Angst und wusste nicht, wie es weitergeht", berichtete die Sudanesin und Buchautorin Mende Nazer in Osnabrück. Sie war als junges Mädchen verschleppt und später nach England gebracht worden, wo sie jahrelang ein Sklavendasein als Hausangestellte führte.

 


© ArtToday

Straßenkind in Bangkok

 

Opfer nicht angemessen betreut

Den Blick auf die Opfer richten auch gemeinsame Handlungsempfehlungen, auf die sich die rund 200 Konferenzteilnehmer aus mehr als 30 Ländern verständigten. "Immer noch werden die meisten Opfer des Kinderhandels nicht angemessen betreut, weil Behörden nicht ausreichend geschult sind und international verbindliche Standards fehlen", betonte Boris Scharlowski, Koordinator der seit drei Jahren laufenden terre des hommes-Kampagne gegen Kinderhandel. Die Rechte gehandelter Kinder dürften nicht weiter verletzt werden, beispielsweise indem sie kriminalisiert und zwangsweise und ohne Begleitung in ihre Herkunftsländer ausgewiesen werden.

Gleichzeitig wurden im Rahmen der Konferenz auch die Fortschritte bei der Bekämpfung des Kinderhandels betont. "Wir stehen glücklicherweise nicht bei Null: Es gibt inzwischen internationale Übereinkommen zum Schutz von Kindern, die eine ausreichende gemeinsame Handlungsgrundlage bilden. Regierungen müssen auf dieser Basis den Rahmen dafür schaffen, dass die vielen Initiativen gegen Kinderhandel ihre Wirkung noch verstärken können", ergänzte Scharlowski. Dazu sei es auch nötig, die Zusammenarbeit der Behörden und Hilfsorganisationen zu verbessern.

 

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terre des hommes

 

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