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Kampf gegen Kinderhandel: Experten verabschieden Forderungskatalog
Bei ihrem ersten internationalen Kongress gegen
Kinderhandel fordert die Hilfsorganisation terre des hommes, die
Hilfen für die Opfer zu verbessern.
(vv) - Kinderhandel ist ein Verbrechen, bei dem Milliardengewinne
erzielt werden. Weltweit werden nach Angaben der Hilfsorganisation
terre des hommes jährlich mehr als eine Million Jungen und
Mädchen Opfer von Kinderhandel - missbraucht als billige
Arbeitskräfte, Sexobjekte oder Klau- und Bettelkinder. Trotz
eines international gewachsenen Bewusstseins für die Existenz
von Kinderhandel würden Regierungen bei weitem nicht genug
gegen die Ausbeutung von Kindern unternehmen. Dies unterstrich
terre des hommes zum Abschluss einer internationalen Konferenz
gegen Kinderhandel in Osnabrück.
Defizite gebe es insbesondere im Umgang mit den Opfern von Kinderhandel:
"Wenn ein Kind aus einem sklavenähnlichen Leben befreit
worden ist, braucht es sehr viel Betreuung. Ich selbst konnte
lange nicht glauben, dass ich wirklich frei bin. Ich hatte große
Angst und wusste nicht, wie es weitergeht", berichtete die
Sudanesin und Buchautorin Mende Nazer in Osnabrück. Sie war
als junges Mädchen verschleppt und später nach England
gebracht worden, wo sie jahrelang ein Sklavendasein als Hausangestellte
führte.

© ArtToday
Straßenkind in Bangkok
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Opfer nicht angemessen betreut
Den Blick auf die Opfer richten auch gemeinsame Handlungsempfehlungen,
auf die sich die rund 200 Konferenzteilnehmer aus mehr als 30
Ländern verständigten. "Immer noch werden die meisten
Opfer des Kinderhandels nicht angemessen betreut, weil Behörden
nicht ausreichend geschult sind und international verbindliche
Standards fehlen", betonte Boris Scharlowski, Koordinator
der seit drei Jahren laufenden terre des hommes-Kampagne gegen
Kinderhandel. Die Rechte gehandelter Kinder dürften nicht
weiter verletzt werden, beispielsweise indem sie kriminalisiert
und zwangsweise und ohne Begleitung in ihre Herkunftsländer
ausgewiesen werden.
Gleichzeitig wurden im Rahmen der Konferenz auch die Fortschritte
bei der Bekämpfung des Kinderhandels betont. "Wir stehen
glücklicherweise nicht bei Null: Es gibt inzwischen internationale
Übereinkommen zum Schutz von Kindern, die eine ausreichende
gemeinsame Handlungsgrundlage bilden. Regierungen müssen
auf dieser Basis den Rahmen dafür schaffen, dass die vielen
Initiativen gegen Kinderhandel ihre Wirkung noch verstärken
können", ergänzte Scharlowski. Dazu sei es auch
nötig, die Zusammenarbeit der Behörden und Hilfsorganisationen
zu verbessern.
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