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- 29.10.2004 -

 

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Hollywood fördert Klima-Bewusstsein

So reißerisch der Film "The Day After Tomorrow" das Thema Klimawandel auch abgehandelt hat, scheint er doch eine positive Wirkung auf die Kinobesucher gehabt zu haben. Das haben drei Potsdamer Soziologen ermittelt.

(jkm/vv) - New York von Riesenwellen überrollt und die Freiheitsstatue im Griff von Eismassen - dieses Szenario entwirft Roland Emmerichs in seinem Actionreißer. Schon vor dem Kinostart Ende Mai war über Pro und Contra des Films diskutiert worden. Einige Klimaexperten prangerten die extrem verzerrende Darstellung der komplexen Vorgänge in Meeren und Atmosphäre an. Andere wiesen darauf hin, dass der Film immerhin ein Bewusstsein für diese Zusammenhänge und den Klimawandel schaffen könnte.

Fritz Reusswig und Julia Schwarzkopf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Philipp Pohlenz von der Universität Potsdam nahmen die Effekte genauer unter die Lupe, indem sie 1.118 Kinobesucher in sechs deutschen Städten vor und nach dem Film befragten und vier Wochen später nochmals Telefoninterviews mit 149 Kinogängern durchführten. Durch den Film erreichte das Thema Klima demnach auch solche Menschen, die sich zuvor nicht dafür interessiert hatten. Zudem wurde bei vielen eine Vorstellung von Komplexität und Verwundbarkeit des Klimas geschaffen, beispielsweise durch Darstellung der Rolle der Ozeane.

Umgekehrt weckte die Klimakatastrophe à la Hollywood nicht etwa Endzeitgedanken, ermittelten die Forscher. Nur zehn Prozent der Befragten seien mit dem Fazit "Wir können ohnehin nichts tun" nach Hause gegangen, stattdessen hätten beispielsweise die deutsche Klimapolitik - ungeliebt aufgrund der Ökosteuer - deutlich positiver betrachtet.

USA: Kinobesucher würden Kerry wählen

Auch vier andere Forschungsteams aus den USA, Großbritannien und Japan haben sich mit der Wirkung des Films auf das Publikum beschäftigt. Diese Teams trafen sich im Oktober in Potsdam, um ihre Ergebnisse auszutauschen. Dabei wurde deutlich: Die unterschiedlichen kulturellen und politischen Hintergründe in diesen Ländern führen dazu, dass ein und derselbe Film ganz unterschiedliche Wirkungen beim Kinobesucher hervorruft.

In den USA etwa, wo Klima und Klimaschutz eine deutlich geringere Rolle in der Öffentlichkeit spielen als in Europa, hat der Film deutlich zur Sensibilisierung des Themas und der Notwendigkeit von Klimapolitik beigetragen. Und: Wer den Film gesehen hat, ist deutlich stärker bereit, John Kerry zu wählen als George W. Bush.

 

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© PhotoCase.de

Amerika im Griff von Eismassen: Hollywood fördert Klima-Bewusstsein.

 

 Mehr Informationen:

Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Infos des Umwelt- ministeriums zum Film

"The day after tomorrow" - der Film

 

 Lesen Sie auch:

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