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Nachhaltigkeitsstrategie: Bund zieht positive Zwischenbilanz
In ihrem ersten Fortschrittsbericht zur Nationalen
Nachhaltigkeitsstrategie zieht die Bundesregierung eine positive
Zwischenbilanz. Umweltverbände übten jedoch Kritik.
(vv) - Vor zwei Jahren hat die Bundesregierung ihre Strategie
für eine nachhaltige Entwicklung in Deutschland vorgelegt.
Die Strategie enthält ein Leitbild und 21 Ziele und Indikatoren
für eine nachhaltige Entwicklung. Nun zieht ein Fortschrittsbericht,
den das Bundeskabinett am Mittwoch verabschiedet hat, eine erste
Zwischenbilanz. Und die fällt nach Meinung der Bundesreigierung
positiv aus. So seien etwa im Bereich Bildung, bei der Energieeffizienz
und der Rohstoffproduktivität Fortschritte erzielt worden.
SPD und Grüne begrüßten den Fortschrittsbericht.
Sie forderten aber unter anderem schärfere Vorgaben zum Klimaschutz.
Deutschland müsse bis zum Jahr 2020 seine Treibhausemissionen
um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 senken.
Vier neue Schwerpunktthemen
Die Nachhaltigkeitsstrategie soll künftig mit vier neuen
Schwerpunktthemen weiterentwickelt werden. Zentraler Schwerpunkt
ist eine breit angelegte Strategie für alternative Kraftstoffe
und Antriebe. Angesichts steigender Ölpreise, aber auch wegen
der Klimarelevanz des Verkehrssektors, sei dies dringend notwendig.
Ein zweites Schwerpunktthema will Antworten auf die Frage geben,
wie ältere Menschen ihre Potenziale in Wirtschaft und Gesellschaft
besser einbringen können.
Erneuerbare Energien und Landschaftsverbrauch
Das dritte Schwerpunktthema widmet sich der optimalen Integration
erneuerbarer Energien in die bestehende Energieversorgung. Die
Steigerung der Energieeffizienz und der Ausbau der erneuerbaren
Energien stehen hierbei im Vordergrund.
Im vierten Schwerpunktthema geht es um die Reduzierung des Landschaftsverbrauchs.
Durch Minimierung der Zersiedelung und der Zerschneidung der Landschaften
und soll der Verlust natürlicher Lebensräume vermieden
werden.
Kritik der Umweltverbände
Die Umweltverbände Deutscher Naturschutzring (DNR), Bund
für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Naturschutzbund
(NABU) übten Kritik am Fortschrittsbericht. Er versäume
es, auf den zunehmenden Widerspruch zwischen einer wirtschaftsorientierten
Wachstumspolitik und den Ansprüchen einer ökologisch
und sozial ausgewogenen Entwicklung einzugehen. Defizite in der
Verkehrs-, Agrar- und Energiepolitik würden nicht angemessen
bilanziert. Und es sei keine klare Strategie zu erkennen, wie
die Bundesregierung in den kommenden Jahren ihren langfristigen
Nachhaltigkeitszielen näher kommen wolle.
Die Verbände vermissen insbesondere Aussagen zu den Themen
Bildung, Weiterentwicklung der ökologischen Finanzreform
sowie Erhalt der Artenvielfalt in der Nachhaltigkeitsstrategie
der Bundesregierung. So mache sich Rot-Grün unglaubwürdig
und erschwere den gesellschaftlichen Dialog über diese wichtigen
Themen.
"Green Cabinet"
Der vom Bundeskabinett beschlossene Fortschrittsbericht 2004
ist vom Staatssekretärsausschuss für Nachhaltige Entwicklung,
dem "Green Cabinet", unter Leitung von Staatssekretär
Frank-Walter Steinmeier erarbeitet worden. Der nächste Fortschrittsbericht
zur Nachhaltigkeitsstrategie ist für 2006 vorgesehen.
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