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Russische Duma ratifiziert Kyoto-Protokoll
Klimaschutzabkommen auf der Zielgeraden: Das
russische Abgeordnetenhaus hat die Voraussetzung für das
Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls geschaffen.
(vv) - Das russische Parlament hat am Freitag der Ratifizierung
des Kyoto-Protokolls zugestimmt. "Nachdem die Duma grünes
Licht gegeben hat, ist das internationale Klimaschutzabkommen
auf der Zielgeraden", freute sich die Umweltorganisation
WWF. Jetzt fehlt nur noch die Zustimmung des Oberhauses und die
Unterschrift von Präsident Putin. Dann muss das Dokument
bei der UN hinterlegt werden. Nach 90 Tagen tritt der Vertrag
automatisch in Kraft. Der WWF geht davon aus, dass diese Hürden
zügig genommen werden.
Das wäre der Startschuss für das erste international
verbindliche Klimaschutzabkommen. "Mit dem Inkrafttreten
des Kyoto-Protokolls würde die internationale Klimapolitik
einen enormen Schub erhalten. Dies ist dringend notwendig. Wir
haben keine Zeit zu verlieren, der Klimawandel schreitet mit großer
Geschwindigkeit voran", sagte Bundesumweltminister Jürgen
Trittin (Grüne).
USA nun in der Pflicht
Die Entscheidung der Duma unterstreiche den politischen Willen
dem Klimawandel ernsthaft entgegenzutreten, meinte der WWF. Die
Umweltschützer hoffen, dass die Signale auch in den USA verstanden
werden. Als größter Verursacher von Treibhausgasen
müssten sie möglichst bald zum Kyoto-Prozess zurückfinden.
"Die bisher vereinbarten Reduzierungen der Treibhausgase
sind nur der Anfang. Wir müssen alles tun, den Anstieg der
globalen Durchschnittstemperatur bis zum Ende des Jahrhunderts
auf maximal zwei Grad zu begrenzen", mahnte der WWF.
Auch die Umweltorganisation Greenpeace sieht nun die USA in der
Pflicht. "Um die Klimakatastrophe zu verhindern, brauchen
wir noch mindestens zehn Kyotos bis 2050. Und wir brauchen die
USA als weltweit größten Klimazerstörer mit an
Bord", forderte Greenpeace in Hamburg.
Schlüssel lag bei Russland
Das Kyoto-Protokoll ist nach Meinung von Greenpeace zwar nicht
die Rettung des Klimas, aber immerhin ein Anfang. Das Protokoll
biete flexible Instrumente, die Klimaschutz finanziell attraktiv
machen. So ermögliche es z.B europäischen Unternehmen,
in Russland effiziente Kraftwerke zu bauen und sich die dadurch
eingesparten Treibhausgase im Heimatland anrechnen zu lassen.
Auch der Handel mit sogenannten "Emissionszertifikaten"
ist ein solches Instrument.
Das Kyoto-Protokoll zur Klimarahmenkonvention wurde 1997 verabschiedet
und inzwischen von 126 Staaten ratifiziert. Es verpflichtet die
Industriestaaten, die Emission ihrer Treibhausgase bis zum Zeitraum
2008-2012 um 5% gegenüber 1990 zu mindern. Deutschland muss
die Emissionen um 21% mindern, davon sind nach Angaben des Umweltministeriums
bereits 19 Prozentpunkte erreicht. Das Kyoto-Protokoll erlaubt
Russland eine Stabilisierung seiner Emissionen.
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