vista verde SucheNewsThemenAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   P o l i t i k  &  G es e l l s c h a f t


- 22.10.2004 -

 

  Nachrichten aus Umwelt und Natur täglich frei Haus - abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter:
 
 
[ mehr Infos ]


 

Russische Duma ratifiziert Kyoto-Protokoll

Klimaschutzabkommen auf der Zielgeraden: Das russische Abgeordnetenhaus hat die Voraussetzung für das Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls geschaffen.

(vv) - Das russische Parlament hat am Freitag der Ratifizierung des Kyoto-Protokolls zugestimmt. "Nachdem die Duma grünes Licht gegeben hat, ist das internationale Klimaschutzabkommen auf der Zielgeraden", freute sich die Umweltorganisation WWF. Jetzt fehlt nur noch die Zustimmung des Oberhauses und die Unterschrift von Präsident Putin. Dann muss das Dokument bei der UN hinterlegt werden. Nach 90 Tagen tritt der Vertrag automatisch in Kraft. Der WWF geht davon aus, dass diese Hürden zügig genommen werden.

Das wäre der Startschuss für das erste international verbindliche Klimaschutzabkommen. "Mit dem Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls würde die internationale Klimapolitik einen enormen Schub erhalten. Dies ist dringend notwendig. Wir haben keine Zeit zu verlieren, der Klimawandel schreitet mit großer Geschwindigkeit voran", sagte Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne).

USA nun in der Pflicht

Die Entscheidung der Duma unterstreiche den politischen Willen dem Klimawandel ernsthaft entgegenzutreten, meinte der WWF. Die Umweltschützer hoffen, dass die Signale auch in den USA verstanden werden. Als größter Verursacher von Treibhausgasen müssten sie möglichst bald zum Kyoto-Prozess zurückfinden. "Die bisher vereinbarten Reduzierungen der Treibhausgase sind nur der Anfang. Wir müssen alles tun, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur bis zum Ende des Jahrhunderts auf maximal zwei Grad zu begrenzen", mahnte der WWF.

Auch die Umweltorganisation Greenpeace sieht nun die USA in der Pflicht. "Um die Klimakatastrophe zu verhindern, brauchen wir noch mindestens zehn Kyotos bis 2050. Und wir brauchen die USA als weltweit größten Klimazerstörer mit an Bord", forderte Greenpeace in Hamburg.

Schlüssel lag bei Russland

Das Kyoto-Protokoll ist nach Meinung von Greenpeace zwar nicht die Rettung des Klimas, aber immerhin ein Anfang. Das Protokoll biete flexible Instrumente, die Klimaschutz finanziell attraktiv machen. So ermögliche es z.B europäischen Unternehmen, in Russland effiziente Kraftwerke zu bauen und sich die dadurch eingesparten Treibhausgase im Heimatland anrechnen zu lassen. Auch der Handel mit sogenannten "Emissionszertifikaten" ist ein solches Instrument.

Das Kyoto-Protokoll zur Klimarahmenkonvention wurde 1997 verabschiedet und inzwischen von 126 Staaten ratifiziert. Es verpflichtet die Industriestaaten, die Emission ihrer Treibhausgase bis zum Zeitraum 2008-2012 um 5% gegenüber 1990 zu mindern. Deutschland muss die Emissionen um 21% mindern, davon sind nach Angaben des Umweltministeriums bereits 19 Prozentpunkte erreicht. Das Kyoto-Protokoll erlaubt Russland eine Stabilisierung seiner Emissionen.

 

 Seite drucken

 Hinweis versenden


© ArtToday

Russland will dem Kyoto-Protokoll beitreten.

 

 Mehr Informationen:

BMU: Klimaschutz

Umweltstiftung WWF

Greenpeace

 

 Lesen Sie auch:

Hohe Kosten durch Klimawandel - Russland könnte von Klimaschutz profitieren

Russland will Kyoto-Protokoll beitreten

EU-Bürger können künftige Klimapolitik mitgestalten

Weltweite Klimaschutzpolitik noch ohne sichtbare Erfolge

Europa muss sich Klimawandel anpassen

Ausstoß von Treibhausgasen in Europa rückläufig

Weitere Meldungen zum Thema Klimawandel

 

 Werbung

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Themen | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2004
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung