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- 21.10.2004 -

 

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WWF: Menschheit lebt über ihre Verhältnisse

Die Menschheit verbraucht die Ressourcen des Planeten schneller, als diese sich wieder erholen können. So ist seit 1970 ein Drittel der Wildtiere von der Erde verschwunden.

(vv) - Der natürliche Reichtum der Wälder, Flüsse und Meere hat in den vergangenen 30 Jahren rapide abgenommen. Zu diesem Ergebnis kommt die Umweltorganisation WWF in einer Studie. Der "Living Planet Report 2004" ist eine Langzeituntersuchung über die Entwicklung der biologischen Vielfalt in den vergangenen 30 Jahren. Die Erhebung beruht auf der Basis der Bestandszahlen von 1.145 ausgewählten Tierarten, die laut WWF charakteristisch für die unterschiedlichen Land-, Meeres- und Süßwasserökosysteme der Erde sind.

Dramatischer Rückgang der Artenvielfalt

Der Bericht zeige, dass sich der massive Abwärtstrend bei der Artenvielfalt fortsetze, so der WWF. Sowohl in den Meeren als auch in Lebensräumen an Land lägen die Verluste bei etwa 30 Prozent. Noch dramatischer sei der Rückgang an biologischer Vielfalt in den Flüssen und Feuchtgebieten. Hier hätten sich die Bestandszahlen seit 1970 nahezu halbiert. Die Untersuchung zeige, dass die Menschheit deutlich über ihre Verhältnisse lebe: Die Menschen verbrauchten 20 Prozent mehr als der Planet an Naturschätzen produziere.

"Derzeit erleben wir den größten Rückgang von Tier- und Pflanzenbeständen seit dem Verschwinden der Dinosaurier. Dieser Trend wird sich noch verstärken, denn der Druck auf die Natur nimmt weiter zu", betonte Peter Prokosch, Geschäftsführer des WWF Deutschland.

Industriestaaten verbrauchen überdurchschnittlich viel

Im "Living Planet Report" wird vorgerechnet, dass pro Kopf durchschnittlich 2,2 Hektar gebraucht werden, um die Bedürfnisse an Nahrung, Energie und Infrastruktur der Erdenbürger zu befriedigen. In den Industriestaaten ist der Bedarf noch erheblich höher. Jeder Deutsche benötigt z.B. im Schnitt 4,8 Hektar. Das ist nach Meinung des WWF eindeutig zu viel: rechne man die zur Verfügung stehende Fläche auf die Weltbevölkerung um, so seien pro Kopf nur 1,8 Hektar vorhanden. Die Analyse beruht auf einer Modellrechnung, dem so genannten " ökologischen Fußabdruck". Der Ansatz rechnet den Verbrauch an Rohstoffen in Fläche um.

Energiebedarf versiebenfacht

Besonders alarmierend sei der Energiehunger der Welt. Der Energiebedarf habe sich zwischen 1961 und 2001 versiebenfacht. Ein Großteil davon werde durch die Verbrennung von fossilen Rohstoffen wie Kohle Gas und Öl erzeugt. Die dadurch verursachten Klimaveränderungen seien eine große Gefahr für Mensch und Natur. "Wenn jeder Mensch so viel natürliche Ressourcen konsumieren und den gleichen Ausstoß an Kohlendioxid produzieren würde wie US-Amerikaner, Deutsche oder Franzosen, bräuchten wir fast drei weitere Planeten", so Prokosch. Er hält es deshalb für besonders wichtig, Druck auf die Entscheidungsträger in aller Welt auszuüben, um erneuerbare Energien und effiziente Technologien voranzutreiben.

 

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© ArtToday

Der "ökologische Fußabdruck" rechnet den Verbrauch an Rohstoffen in Fläche um.

 

 Mehr Informationen:

WWF: Zusammen- fassung des Living Planet Report (pdf)

WWF: Persönlichen ökologischen Fussabdruck berechnen

 

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