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WWF: Menschheit lebt über ihre Verhältnisse
Die Menschheit verbraucht die Ressourcen des
Planeten schneller, als diese sich wieder erholen können.
So ist seit 1970 ein Drittel der Wildtiere von der Erde verschwunden.
(vv) - Der natürliche Reichtum der Wälder, Flüsse
und Meere hat in den vergangenen 30 Jahren rapide abgenommen.
Zu diesem Ergebnis kommt die Umweltorganisation WWF in einer Studie.
Der "Living Planet Report 2004" ist eine Langzeituntersuchung
über die Entwicklung der biologischen Vielfalt in den vergangenen
30 Jahren. Die Erhebung beruht auf der Basis der Bestandszahlen
von 1.145 ausgewählten Tierarten, die laut WWF charakteristisch
für die unterschiedlichen Land-, Meeres- und Süßwasserökosysteme
der Erde sind.
Dramatischer Rückgang der Artenvielfalt
Der Bericht zeige, dass sich der massive Abwärtstrend bei
der Artenvielfalt fortsetze, so der WWF. Sowohl in den Meeren
als auch in Lebensräumen an Land lägen die Verluste
bei etwa 30 Prozent. Noch dramatischer sei der Rückgang an
biologischer Vielfalt in den Flüssen und Feuchtgebieten.
Hier hätten sich die Bestandszahlen seit 1970 nahezu halbiert.
Die Untersuchung zeige, dass die Menschheit deutlich über
ihre Verhältnisse lebe: Die Menschen verbrauchten 20 Prozent
mehr als der Planet an Naturschätzen produziere.
"Derzeit erleben wir den größten Rückgang
von Tier- und Pflanzenbeständen seit dem Verschwinden der
Dinosaurier. Dieser Trend wird sich noch verstärken, denn
der Druck auf die Natur nimmt weiter zu", betonte Peter Prokosch,
Geschäftsführer des WWF Deutschland.
Industriestaaten verbrauchen überdurchschnittlich
viel
Im "Living Planet Report" wird vorgerechnet, dass
pro Kopf durchschnittlich 2,2 Hektar gebraucht werden, um die
Bedürfnisse an Nahrung, Energie und Infrastruktur der Erdenbürger
zu befriedigen. In den Industriestaaten ist der Bedarf noch erheblich
höher. Jeder Deutsche benötigt z.B. im Schnitt 4,8 Hektar.
Das ist nach Meinung des WWF eindeutig zu viel: rechne man die
zur Verfügung stehende Fläche auf die Weltbevölkerung
um, so seien pro Kopf nur 1,8 Hektar vorhanden. Die Analyse beruht
auf einer Modellrechnung, dem so genannten " ökologischen
Fußabdruck". Der Ansatz rechnet den Verbrauch an Rohstoffen
in Fläche um.
Energiebedarf versiebenfacht
Besonders alarmierend sei der Energiehunger der Welt. Der Energiebedarf
habe sich zwischen 1961 und 2001 versiebenfacht. Ein Großteil
davon werde durch die Verbrennung von fossilen Rohstoffen wie
Kohle Gas und Öl erzeugt. Die dadurch verursachten Klimaveränderungen
seien eine große Gefahr für Mensch und Natur. "Wenn
jeder Mensch so viel natürliche Ressourcen konsumieren und
den gleichen Ausstoß an Kohlendioxid produzieren würde
wie US-Amerikaner, Deutsche oder Franzosen, bräuchten wir
fast drei weitere Planeten", so Prokosch. Er hält es
deshalb für besonders wichtig, Druck auf die Entscheidungsträger
in aller Welt auszuüben, um erneuerbare Energien und effiziente
Technologien voranzutreiben.
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