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- 07.10.2004 -

 

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Elf Millionen Kinder sterben an vermeidbaren Krankheiten

Vermeidbare Krankheiten kosten jedes Jahr Millionen Kleinkinder das Leben. Laut einem Bericht des Kinderhilfswerks Unicef ließe sich die Kindersterblichkeit mit einfachen Mitteln und geringen Kosten drastisch reduzieren.

(vv) - Das UN-Kinderhilfswerk Unicef fordert eine Verstärkung des Kampfes gegen Kindersterblichkeit. Zwar gelang es, die Todesraten bei Kindern in Entwicklungsländern zwischen 1960 und 2000 zu halbieren. In 98 Nationen der Erde gibt es heute jedoch kaum Fortschritte beim Kampf gegen Kindersterblichkeit. In zehn Ländern des südlichen Afrika, aber auch im Irak, Kambodscha und in Staaten der früheren Sowjetunion ist die Sterblichkeitsrate sogar wieder angestiegen. Dies geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Unicef-Bericht "Fortschritt für Kinder" hervor, der Daten zur Kindersterblichkeit im Zeitraum von 1990 bis 2002 vergleicht.

Laut dem Bericht sterben täglich fast 30.000 Kinder unter fünf Jahren an behandelbaren oder vermeidbaren Krankheiten wie Durchfall, Bronchitis, Masern oder Malaria. Das sind fast 11 Millionen pro Jahr. Am höchsten ist die Kindersterblichkeit in Afrika südlich der Sahara. Hier sterben 174 von tausend Kindern vor ihrem fünften Geburtstag. Als Ursachen wurden hier neben Armut und Unterentwicklung die Aids-Epidemie mit den weltweit höchsten HIV-Infektionsraten sowie bewaffnete Konflikte vor allem in Sierra Leone, Angola und Niger genannt.

Die Vereinten Nationen beschlossen im Jahr 2000 in ihren Millenniumszielen, die Kindersterblichkeit bis 2015 weltweit um zwei Drittel zu senken. Das Fazit von Unicef: die bisherigen Anstrengungen der Mitgliedsstaaten reichen bei weitem nicht aus. Zwar seien insgesamt 90 Länder dieser Erde auf dem richtigen Weg. Vor allem in vielen Ländern Lateinamerikas und der Karibik sowie in allen reichen Industriestaaten sank die Kindersterblichkeit, um jährlich durchschnittlich mindestens 4,4 Prozent. Doch 98 Entwicklungsländer werden dieses Ziel verfehlen, wenn sie nicht deutlich mehr tun. Investieren die Staaten weiter für das Überleben der Kinder so wenig wie bisher, wird die Kindersterblichkeit weltweit nur um ein Viertel zurückgehen statt der angestrebten zwei Drittel, so Unicef.

"Trotz medizinischem Fortschritt sterben Millionen Kinder an den Folgen von Armut und Unterentwicklung. Wenn Kinder gesundheitlich versorgt würden, sauberes Wasser und ausreichende Ernährung erhielten, könnte ihr Leben gerettet werden. Doch viele Regierungen nehmen ihre Verantwortung nicht wahr", sagte der Vorsitzende von Unicef Deutschland, Reinhard Schlagintweit.

Durch einfache Maßnahmen könnte der Tod von weltweit fast 11 Millionen Kleinkindern pro Jahr vermieden werden. Da häufig jede Gesundheitsfürsorge für werdende Mütter und Neugeborene fehle, hätten in den Entwicklungsländern vor allem Säuglinge in den ersten vier Wochen ein besonders hohes Todesrisiko. Die häufigsten Krankheiten, die bei Kleinkindern zum Tod führen, sind Atemwegserkrankungen, Durchfall, Malaria, Masern und AIDS. Mangelernährung ist bei 54 Prozent aller Todesfälle eine der entscheidenden Ursachen. Dabei ließe sich die Kindersterblichkeit mit einfachen Mitteln und geringen Kosten drastisch reduzieren. Einfache Zucker-Salz-Lösungen, Moskitonetze zum Schutz vor Malaria, Impfungen gegen Masern oder Tetanus und der Zugang zu sauberem Wasser seien lebensrettend.

 

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© UNICEF

Aids-Waise in Mosambik: Am höchsten ist die Kindersterblichkeit in Afrika südlich der Sahara.

 

 Mehr Informationen:

UNICEF

 

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