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- 29.09.2004 -

 

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Umweltschutz weiter hoch im Kurs

Die überwältigende Mehrheit der Bundesbürger räumt dem Umweltschutz hohe Priorität ein, aber nur ein kleiner Teil verhält sich im Alltag auch danach.

(vv) - Der Umweltschutz ist für die Deutschen das wichtigste politische Problem nach der Arbeitslosigkeit und der wirtschaftlichen Lage. In einer Emnid-Umfrage im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes gaben 92 Prozent der Befragten an, dass sie Umweltschutz grundsätzlich für ein wichtiges oder sehr wichtiges Thema halten.

Im Verhalten der Menschen schlägt sich diese Einstellung aber kaum nieder: So fürchten sich 59 Prozent der Deutschen vor Atomkraftwerken, es wird aber praktisch kein Ökostrom gekauft. Trotz der Klagen über zu viele Abgase holt jeder zweite Bundesbürger seine Brötchen mit dem Auto. Und obwohl mehr als die Hälfte der Deutschen will, dass die Bundesrepublik in der europäischen Klimapolitik vorangeht, akzeptiert nur ein Viertel die von der rot-grünen Bundesregierung eingeführte Ökosteuer. Dies sind einige der Ergebnisse der Studie "Umweltbewusstsein 2004", die Bundesumweltminister Jürgen Trittin am Mittwoch vorstellte.

"Die erklärte Bereitschaft, umweltbewusst zu leben, ist im Alltag schwer umzusetzen", kommentierte Trittin gegenüber der Wochenzeitschrift "Die Zeit" die Ergebnisse der Untersuchung, für die Emnid im Frühjahr 2018 Bürger befragt hatte. Erfreut zeigte Trittin sich über das klare Votum der Deutschen für den Ausbau der Windstromerzeugung: 85 Prozent der Grünen-Anhänger befürworten ihn, 76 Prozent der SPD-Anhänger, 73 Prozent der FDP-Anhänger und 62 Prozent der Unionsanhänger.

Die CDU/CSU-Opposition liefere ihm eine Steilvorlage für den Bundestagswahlkampf, so Trittin, wenn sie angesichts dieser Zahlen mit der Forderung nach einem Stopp der Ökostromerzeugung und dem Ausbau der Atomkraftwerke in den Wahlkampf ziehe. Die Atomtechnologie stufen der Studie zufolge 59 Prozent der Deutschen als äußerst oder sehr gefährlich ein.

Der Präsident des Umweltbundesamtes, Andreas Troge, sagte: "Weil wir wollen, dass Umweltschutz weiterhin für die Menschen so wichtig bleibt, müssen wir in der Kommunikation mehr tun als früher. Im Klartext: Umweltschützer müssen den Menschen deutlicher machen, was ihnen der Umweltschutz im Alltag konkret bringt - etwa mehr Lebensqualität und Gesundheit heute und zukünftig. Sicherlich macht Umweltschutz nicht immer nur Spaß, aber: Wer die Umwelt schützen will, muss nicht wie ein Heiliger leben."

 

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© ArtToday

Der Umweltschutz steht bei den Deutschen weiter hoch im Kurs.

 

 Mehr Informationen:

Umweltstudie 2004

BMU: Umweltbe- wusstsein 2004

 

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