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Umweltschutz weiter hoch im Kurs
Die überwältigende Mehrheit der Bundesbürger
räumt dem Umweltschutz hohe Priorität ein, aber nur
ein kleiner Teil verhält sich im Alltag auch danach.
(vv) - Der Umweltschutz ist für die Deutschen das wichtigste
politische Problem nach der Arbeitslosigkeit und der wirtschaftlichen
Lage. In einer Emnid-Umfrage im Auftrag des Bundesumweltministeriums
und des Umweltbundesamtes gaben 92 Prozent der Befragten an, dass
sie Umweltschutz grundsätzlich für ein wichtiges oder
sehr wichtiges Thema halten.
Im Verhalten der Menschen schlägt sich diese Einstellung
aber kaum nieder: So fürchten sich 59 Prozent der Deutschen
vor Atomkraftwerken, es wird aber praktisch kein Ökostrom
gekauft. Trotz der Klagen über zu viele Abgase holt jeder
zweite Bundesbürger seine Brötchen mit dem Auto. Und
obwohl mehr als die Hälfte der Deutschen will, dass die Bundesrepublik
in der europäischen Klimapolitik vorangeht, akzeptiert nur
ein Viertel die von der rot-grünen Bundesregierung eingeführte
Ökosteuer. Dies sind einige der Ergebnisse der Studie "Umweltbewusstsein
2004", die Bundesumweltminister Jürgen Trittin am Mittwoch
vorstellte.
"Die erklärte Bereitschaft, umweltbewusst zu leben,
ist im Alltag schwer umzusetzen", kommentierte Trittin gegenüber
der Wochenzeitschrift "Die Zeit" die Ergebnisse der
Untersuchung, für die Emnid im Frühjahr 2018 Bürger
befragt hatte. Erfreut zeigte Trittin sich über das klare
Votum der Deutschen für den Ausbau der Windstromerzeugung:
85 Prozent der Grünen-Anhänger befürworten ihn,
76 Prozent der SPD-Anhänger, 73 Prozent der FDP-Anhänger
und 62 Prozent der Unionsanhänger.
Die CDU/CSU-Opposition liefere ihm eine Steilvorlage für
den Bundestagswahlkampf, so Trittin, wenn sie angesichts dieser
Zahlen mit der Forderung nach einem Stopp der Ökostromerzeugung
und dem Ausbau der Atomkraftwerke in den Wahlkampf ziehe. Die
Atomtechnologie stufen der Studie zufolge 59 Prozent der Deutschen
als äußerst oder sehr gefährlich ein.
Der Präsident des Umweltbundesamtes, Andreas Troge, sagte:
"Weil wir wollen, dass Umweltschutz weiterhin für die
Menschen so wichtig bleibt, müssen wir in der Kommunikation
mehr tun als früher. Im Klartext: Umweltschützer müssen
den Menschen deutlicher machen, was ihnen der Umweltschutz im
Alltag konkret bringt - etwa mehr Lebensqualität und Gesundheit
heute und zukünftig. Sicherlich macht Umweltschutz nicht
immer nur Spaß, aber: Wer die Umwelt schützen will,
muss nicht wie ein Heiliger leben."
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