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- 15.09.2004 -

 

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UN-Bericht: Weltbevölkerung wächst weiter

Die Weltbevölkerung nimmt nach einem Bericht der UNO weiterhin schnell zu: Fast neun Milliarden Menschen werden 2050 die Erde bewohnen. Wasserknappheit und AIDS zählen zu den größten Problemen.

(vv) - Zehn Jahre nach der Weltbevölkerungskonferenz in Kairo fällt die Bilanz gemischt aus. Während viele Länder ihr Angebot an Familienplanung, Aids-Prävention und Gesundheitsversorgung verbessert haben, bleibt die Bekämpfung von Müttersterblichkeit, Aids und ungewollten Schwangerschaften weit hinter den Zielen von 1994 zurück. Dies geht aus dem aktuellen Weltbevölkerungsbericht 2004 hervor, den die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) im Auftrag des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) am Mittwoch in Berlin vorstellte.

Wachstum findet in Entwicklungsländern statt

Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau gehe zwar in vielen Regionen zurück, doch werde die Zahl der Menschen bis 2050 von heute rund 6,4 Milliarden auf 8,9 Milliarden wachsen. 96 Prozent dieses Wachstums finde in den Entwicklungsländern statt. In den 50 ärmsten Ländern werde sich die Bevölkerung bis 2050 sogar auf 1,7 Milliarden verdreifachen, hieß es in dem Bericht.

Dies liege vor allem am fehlenden Zugang zu modernen Verhütungsmitteln in den Entwicklungsländern. Seit 1994 sei zwar die Rate der Ehepaare, die Familienplanungsmethoden anwenden von 55 auf 61 Prozent gestiegen. Trotz dieses Erfolges gebe es aber weltweit immer noch über 200 Millionen Frauen, die keinen Zugang zu modernen Verhütungsmitteln hätten, obwohl sie verhüten wollten, so der Bericht.

Kritik an Verhütungspolitik der US-Regierung

"Es würde jährlich 3,9 Milliarden US-Dollar kosten, um den Bedarf an modernen Verhütungsmitteln zu decken", so Renate Bähr, stellvertretende DSW-Geschäftsführerin. "Diese Summe, die im Vergleich zu den weltweiten Kriegs- und Rüstungsausgaben verschwindend gering ist, könnte 23 Millionen ungewollte Geburten, 22 Millionen Abtreibungen, 1,4 Millionen Fälle von Kindersterblichkeit und 142.000 Todesfälle in Folge von Schwangerschaften verhindern."

Als Grund für den Rückstand der Aufklärungsprogramme führt der Weltbevölkerungsbericht große Finanzierungsmängel an. Besonders negativ wirke sich die Haltung des größten Geberlandes USA aus. Die Bush-Regierung binde einen Großteil der US-amerikanischen Entwicklungshilfe an eine Richtlinie, die Enthaltsamkeit statt Aufklärung und Verhütung fordere.

Drohende Wasserknappheit

Das anhaltend hohe Bevölkerungswachstum in vielen armen Ländern zusammen mit dem hohen Ressourcenverbrauch der wohlhabenden Länder trägt laut dem Bericht zur wachsenden Belastung der globalen Umwelt bei, die zu einer Verschärfung der Wasser- und Landknappheit führen wird.

HIV/Aids auf dem Vormarsch

Der Bericht setzt sich auch mit den Problemen der Frauengesundheit und der Aids-Epidemie auseinander. Die Anzahl der Fälle von Müttersterblichkeit habe sich seit 1994 kaum verändert: Noch immer würden jedes Jahr über eine halbe Million Frauen an Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt sterben, weil fast die Hälfte aller Geburten nicht medizinisch betreut werde.

Auch HIV/Aids laut dem UN-Bericht ist auf dem Vormarsch: Ungefähr 38 Millionen Menschen sind mit dem Virus infiziert. Jedes Jahr stecken sich weitere fünf Millionen an, wobei der Anteil der Frauen und Jugendlichen steigt: Rund die Hälfte aller Neuinfektionen sind junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren.

 

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© ArtToday

Vanuatu: Das Bevölkerungswachstum findet zu 96 Prozent in den Entwicklungsländern statt.

 

 Mehr Informationen:

Weltbevölkerungs- bericht 2004

vista verde: Be-völkerungswachstum

 

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