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UN-Bericht: Weltbevölkerung wächst weiter
Die Weltbevölkerung nimmt nach einem Bericht
der UNO weiterhin schnell zu: Fast neun Milliarden Menschen werden
2050 die Erde bewohnen. Wasserknappheit und AIDS zählen zu
den größten Problemen.
(vv) - Zehn Jahre nach der Weltbevölkerungskonferenz in
Kairo fällt die Bilanz gemischt aus. Während viele Länder
ihr Angebot an Familienplanung, Aids-Prävention und Gesundheitsversorgung
verbessert haben, bleibt die Bekämpfung von Müttersterblichkeit,
Aids und ungewollten Schwangerschaften weit hinter den Zielen
von 1994 zurück. Dies geht aus dem aktuellen Weltbevölkerungsbericht
2004 hervor, den die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW)
im Auftrag des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA)
am Mittwoch in Berlin vorstellte.
Wachstum findet in Entwicklungsländern
statt
Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau gehe zwar in vielen
Regionen zurück, doch werde die Zahl der Menschen bis 2050
von heute rund 6,4 Milliarden auf 8,9 Milliarden wachsen. 96 Prozent
dieses Wachstums finde in den Entwicklungsländern statt.
In den 50 ärmsten Ländern werde sich die Bevölkerung
bis 2050 sogar auf 1,7 Milliarden verdreifachen, hieß es
in dem Bericht.
Dies liege vor allem am fehlenden Zugang zu modernen Verhütungsmitteln
in den Entwicklungsländern. Seit 1994 sei zwar die Rate der
Ehepaare, die Familienplanungsmethoden anwenden von 55 auf 61
Prozent gestiegen. Trotz dieses Erfolges gebe es aber weltweit
immer noch über 200 Millionen Frauen, die keinen Zugang zu
modernen Verhütungsmitteln hätten, obwohl sie verhüten
wollten, so der Bericht.
Kritik an Verhütungspolitik der US-Regierung
"Es würde jährlich 3,9 Milliarden US-Dollar kosten,
um den Bedarf an modernen Verhütungsmitteln zu decken",
so Renate Bähr, stellvertretende DSW-Geschäftsführerin.
"Diese Summe, die im Vergleich zu den weltweiten Kriegs-
und Rüstungsausgaben verschwindend gering ist, könnte
23 Millionen ungewollte Geburten, 22 Millionen Abtreibungen, 1,4
Millionen Fälle von Kindersterblichkeit und 142.000 Todesfälle
in Folge von Schwangerschaften verhindern."
Als Grund für den Rückstand der Aufklärungsprogramme
führt der Weltbevölkerungsbericht große Finanzierungsmängel
an. Besonders negativ wirke sich die Haltung des größten
Geberlandes USA aus. Die Bush-Regierung binde einen Großteil
der US-amerikanischen Entwicklungshilfe an eine Richtlinie, die
Enthaltsamkeit statt Aufklärung und Verhütung fordere.
Drohende Wasserknappheit
Das anhaltend hohe Bevölkerungswachstum in vielen armen
Ländern zusammen mit dem hohen Ressourcenverbrauch der wohlhabenden
Länder trägt laut dem Bericht zur wachsenden Belastung
der globalen Umwelt bei, die zu einer Verschärfung der Wasser-
und Landknappheit führen wird.
HIV/Aids auf dem Vormarsch
Der Bericht setzt sich auch mit den Problemen der Frauengesundheit
und der Aids-Epidemie auseinander. Die Anzahl der Fälle von
Müttersterblichkeit habe sich seit 1994 kaum verändert:
Noch immer würden jedes Jahr über eine halbe Million
Frauen an Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt sterben,
weil fast die Hälfte aller Geburten nicht medizinisch betreut
werde.
Auch HIV/Aids laut dem UN-Bericht ist auf dem Vormarsch: Ungefähr
38 Millionen Menschen sind mit dem Virus infiziert. Jedes Jahr
stecken sich weitere fünf Millionen an, wobei der Anteil
der Frauen und Jugendlichen steigt: Rund die Hälfte aller
Neuinfektionen sind junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren.
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