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Gentechnologie als Mittel zur Hungerbekämpfung?
Grüne Gentechnik: Umwelt- und entwicklungspolitische
Organisationen warnen vor Verunreinigung der Felder und Abhängigkeit
von Bauern.
(vv) - Umwelt- und Entwicklungsorganisationen Brot für
die Welt, Greenpeace und Misereor kritisieren anläßlich
der Biotechnologiekonferenz ABIC in Köln die verantwortlichen
Agrar- und Lebensmittelkonzerne, zu einseitig auf Vorteile der
Gentechnik hinzuweisen. Die Agrarindustrie bekämpfe mit dem
Einsatz von Gentechnologie Probleme, die sie selbst geschaffen
habe. Mit dieser Technologie werde sie keinen Beitrag zur Lösung
landwirtschaftlicher Probleme und zur Verbesserung der Ernährungssicherheit
beitragen. Die Teilnehmer einer alternativen Gentechnikkonferenz
wiesen zudem darauf hin, dass die große Mehrheit der Landwirte
und Verbraucher gentechnisch veränderte Nahrung ablehne.
"Wir unterstützen weltweit Bauern, die Ansätze
nachhaltiger Landwirtschaft verfolgen", erklärt Peter
Rottach von Brot für die Welt. "Die Gentechnologie bietet
keine Antworten auf die Probleme der Kleinbauern, die unter Armut
und Hunger leiden. Gerade in den Entwicklungsländern wird
viel mehr leichter und kostengünstiger Zugang zu fruchtbarem
Land, Wasser und Saatgut benötigt."
"Das einzige was uns die Gentechnologieunternehmen anbieten
können, ist Saatgut", ergänzt Afsar Jafri von der
indischen Research Foundation for Science, Technology and Ecology.
"Doch das ist teuer und birgt große Risiken. Bauern
und Bäuerinnen haben sich durch Missernten von genmanipulierter
Baumwolle bereits verschuldet. Wird jetzt auch Saatgut für
Nahrungspflanzen wie Reis und Mais auf den Feldern ausgebracht,
beginnt ein Experiment auf Kosten der Armen."
Bernd Nilles von Misereor erklärt: "Die Bauern geraten
besonders durch die Patentrechte auf Saatgut in Abhängigkeit
von den Saatgutkonzernen. Seit jeher tauschen und bauen Sie ihr
Saatgut nach. Doch jetzt wird ihnen patentgeschütztes Gensaatgut
verkauft, das ihnen das untersagt. Angesichts der Risiken des
Einsatzes der Gentechnologie in der Landwirtschaft, der damit
verbundenen Einschränkung des freien Zugangs zu Saatgut und
der vielen kostengünstigen Alternativen, ist es ein Skandal,
diese Technologie als Mittel zur Hungerbekämpfung darzustellen."
"Die massenhafte Freisetzung von genmanipulierten Saaten
ist ein erhebliches Risiko für die gesamte Biosphäre",
sagt Gentechnik-Experte Christoph Then von Greenpeace. "Die
Folgen für Umwelt und Verbraucher werden von den Gentechnik-Konzernen
heruntergespielt. Dabei führt der Eingriff in das Erbgut
von Pflanzen regelmäßig zu unbeabsichtigten Nebenwirkungen."
Dies belege auch eine noch unveröffentlichte Studie des Öko-Instituts
Freiburg. Das Institut sehe dringenden Bedarf in der Risikodiskussion
und -forschung.
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