vista verde SucheNewsThemenAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   P o l i t i k  &  G es e l l s c h a f t


- 09.09.2004 -

 

  Nachrichten aus Umwelt und Natur täglich frei Haus - abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter:
 
 
[ mehr Infos ]


 

Zeitbombe Pestizidmüll

Die UN-Welternährungs- und Landwirtschaftsorganisation warnt vor großen Mengen an Pestizid-Abfällen, die in vielen Ländern der Welt Gesundheit und Umwelt bedrohen.

(vv) - Umfangreiche Mengen an Pestizid-Giftmüll bedrohen in Osteuropa, Afrika, Asien, Lateinamerika und im Mittleren Osten Gesundheit und Umwelt. Davor hat die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in Rom gewarnt.

In der Ukraine lagern laut FAO rund 19.500 Tonnen an ungenutzten, oft hochgiftigen Schädlingsbekämpfungsmitteln, in Mazedonien rund 10.000 Tonnen, in Polen 15.000 und Moldawien etwa 6.600 Tonnen.

Afrika am stärksten betroffen

In Asien gebe es rund 6.000 Tonnen Pestizidmüll. Die in China vermuteten hohen Bestände seien in dieser Zahl noch gar nicht enthalten. Im Mittleren Osten und Lateinamerika sind es zusammen rund 10.000 Tonnen, in Afrika rund 50.000 Tonnen.

"Viele Länder wenden sich hilfesuchend an die FAO, um die Pestizid-Altbestände loszuwerden. Sie wollen ausserdem Schädlingsbekämpfungsmittel gezielter und umweltverträglicher anwenden, um zu vermeiden, dass sich weiter Pestizidmüll aufhäuft. Es gibt einen hohen Bedarf an Training und Ausbildung," sagte Mark Davis von der FAO.

FAO geht das Geld aus

Wegen fehlender finanzieller Mittel könne die FAO nur noch bis Ende Dezember 2004 technische Hilfe anbieten. Eine Tonne Pestizid-Giftmüll zu beseitigen kostet rund 3500 Dollar, so die FAO.

Bei den Giftmüllbeständen handelt es sich nach den Angaben um gefährliche Produkte, die oft verboten sind und nie benutzt oder beseitigt wurden. Viele Produkte haben längst das Verfallsdatum überschritten. Sie sind hochgiftig und enthalten Insektizide wie DDT, Chlordan, Dieldrin, oder Monocrotophos.

Gesundheitsschäden weit verbreitet

In vielen Fällen hat Rost die Behälter beschädigt und die Chemikalien sind im Erdreich versickert. Deshalb müssen nicht nur die Produkte selbst, sondern auch grosse Mengen an belasteter Erde beseitigt werden.

Der Giftmüll lagert oft in Dörfern. Viele Menschen leben in unmittelbarer Nähe dieser Giftmülldepots, Umwelt- und Gesundheitsschäden sind weit verbreitet.

Seit 1994 hat die FAO eine führende Rolle bei der Beseitigung von Pestizidmüll in Entwicklungsländern. Sie tritt dafür ein, Pestizide gezielt und umweltverträglich einzusetzen, Risiken zu mindern und die integrierte Schädlingsbekämpfung zu fördern.

 

 Seite drucken

 Hinweis versenden


© FAO

Ein Bauer versprüht Pestizide auf einem Tomatenfeld in Eritrea.

 

 Mehr Informationen:

FAO

Pestizid Aktions-Netzwerk

 

 Lesen Sie auch:

"Dreckiges Dutzend" weltweit verboten

Der lange Arm des DDT

Pestizide: Weniger tut's auch

Afrika: Pestizid-Einsatz bringt Kleinbauern Nachteile

Mehr Pestizid-Müll in Afrika

 

 Werbung

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Themen | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2004
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung