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Zeitbombe Pestizidmüll
Die UN-Welternährungs- und Landwirtschaftsorganisation
warnt vor großen Mengen an Pestizid-Abfällen, die in
vielen Ländern der Welt Gesundheit und Umwelt bedrohen.
(vv) - Umfangreiche Mengen an Pestizid-Giftmüll bedrohen
in Osteuropa, Afrika, Asien, Lateinamerika und im Mittleren Osten
Gesundheit und Umwelt. Davor hat die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation
der Vereinten Nationen (FAO) in Rom gewarnt.
In der Ukraine lagern laut FAO rund 19.500 Tonnen an ungenutzten,
oft hochgiftigen Schädlingsbekämpfungsmitteln, in Mazedonien
rund 10.000 Tonnen, in Polen 15.000 und Moldawien etwa 6.600 Tonnen.
Afrika am stärksten betroffen
In Asien gebe es rund 6.000 Tonnen Pestizidmüll. Die in
China vermuteten hohen Bestände seien in dieser Zahl noch
gar nicht enthalten. Im Mittleren Osten und Lateinamerika sind
es zusammen rund 10.000 Tonnen, in Afrika rund 50.000 Tonnen.
"Viele Länder wenden sich hilfesuchend an die FAO,
um die Pestizid-Altbestände loszuwerden. Sie wollen ausserdem
Schädlingsbekämpfungsmittel gezielter und umweltverträglicher
anwenden, um zu vermeiden, dass sich weiter Pestizidmüll
aufhäuft. Es gibt einen hohen Bedarf an Training und Ausbildung,"
sagte Mark Davis von der FAO.
FAO geht das Geld aus
Wegen fehlender finanzieller Mittel könne die FAO nur noch
bis Ende Dezember 2004 technische Hilfe anbieten. Eine Tonne Pestizid-Giftmüll
zu beseitigen kostet rund 3500 Dollar, so die FAO.
Bei den Giftmüllbeständen handelt es sich nach den
Angaben um gefährliche Produkte, die oft verboten sind und
nie benutzt oder beseitigt wurden. Viele Produkte haben längst
das Verfallsdatum überschritten. Sie sind hochgiftig und
enthalten Insektizide wie DDT, Chlordan, Dieldrin, oder Monocrotophos.
Gesundheitsschäden weit verbreitet
In vielen Fällen hat Rost die Behälter beschädigt
und die Chemikalien sind im Erdreich versickert. Deshalb müssen
nicht nur die Produkte selbst, sondern auch grosse Mengen an belasteter
Erde beseitigt werden.
Der Giftmüll lagert oft in Dörfern. Viele Menschen
leben in unmittelbarer Nähe dieser Giftmülldepots, Umwelt-
und Gesundheitsschäden sind weit verbreitet.
Seit 1994 hat die FAO eine führende Rolle bei der Beseitigung
von Pestizidmüll in Entwicklungsländern. Sie tritt dafür
ein, Pestizide gezielt und umweltverträglich einzusetzen,
Risiken zu mindern und die integrierte Schädlingsbekämpfung
zu fördern.
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