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Schule hat begonnen aber nicht für alle Kinder
Während überall in diesen Tagen nach
den Sommerferien wieder die Schule beginnt, bleiben weltweit über
121 Millionen Kinder vom Schulbesuch ausgeschlossen.
(vv) - Nach Schätzungen des UN-Kinderhilfswerks Unicef werden
auf der ganzen Welt mehr als 120 Millionen Kinder vom Schulbesuch
ausgeschlossen - entweder wegen ihres Geschlechts oder aus Geldmangel
der Familie. Anlässlich des Weltbildungstags am 8. September
ruft Unicef deshalb zur Abschaffung der Schulgebühren auf.
Diese seien in den Entwicklungsländern eine Hauptursache
dafür, dass viele Kinder aus armen Familien nicht zur Schule
gingen.
Mehr Geld für Rüstung als für
Bildung
Unicef kritisiert auch das mangelnde Engagement der Regierungen
in Nord und Süd für die Grundbildung. Nur acht Entwicklungsländer
investierten mehr als 20 Prozent ihrer Haushalte in Bildung. Indien
beispielsweise gebe drei Prozent seines Budgets für Bildung
und 16 Prozent für Verteidigung aus. In Pakistan liege das
Verhältnis bei 1 Prozent zu 18 Prozent. Und auch die Entwicklungshilfe
der Industrieländer für Grundbildung bleibe weit hinter
den Ankündigungen zurück. Sie lag im Jahr 2000 bei weltweit
3,5 Milliarden Dollar 30 Prozent niedriger als zehn Jahre
zuvor.
Mehr als 100 Länder verlangen Schulgebühren
Trotz internationaler Abkommen, die allen Kindern eine kostenlose
und verpflichtende Grundbildung zusichern, werden in über
100 Ländern der Erde noch Schulgebühren erhoben. Sie
betragen in den Entwicklungsländern häufig ein Vielfaches
des Monatseinkommens armer Familien. Eine Untersuchung der Weltbank
in 79 Ländern ergab, dass die Familien für den Schulbesuch
ihrer Kinder fast durchweg selbst aufkommen müssen. Dazu
kommen noch die Kosten für Schuluniformen, Schulbücher
sowie Prüfungsgebühren. In einem Drittel aller Fälle
handelt es sich um informelle Gebühren, die beispielsweise
an Schulkomitees zu zahlen sind.
46 Millionen Kinder in Afrika gehen nicht zur
Schule
In Afrika ist laut Unicef die Bildungssituation besonders prekär.
Allein 46 Millionen Kinder gehen hier nicht zur Schule. In 40
Prozent der von der Weltbank untersuchten afrikanischen Länder
werden offizielle Schulgebühren erhoben. Dazu kommen die
informellen Beiträge, die in vier von fünf dieser Staaten
üblich sind. Insbesondere AIDS-Waisen und Kinder aus armen
Familien würden so systematisch vom Schulbesuch ausgeschlossen.
Schulbildung als Weg aus der Armut
Kostenloser Schulbesuch sei die wichtigste Voraussetzung dafür,
dass Mädchen und Jungen später aus eigener Kraft einen
Weg aus der Armut finden können. Schulbildung schütze
sie zudem vor Ausbeutung und informiert sie darüber, wie
sie sich vor AIDS schützen können.
Wie groß der Lernhunger bei den Kindern ist, zeigt das
Beispiel Kenia. Anfang 2003 entschied sich das ostafrikanische
Land die Schulgebühren abzuschaffen. Seitdem wurden 1,3 Millionen
Kinder zusätzlich eingeschult.
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