vista verde SucheNewsThemenAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   P o l i t i k  &  G es e l l s c h a f t


- 26.08.2004 -

 

  Nachrichten aus Umwelt und Natur täglich frei Haus - abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter:
 
 
[ mehr Infos ]


 

Bericht: Milliarden ohne sauberes Wasser

Mehr als eine Milliarde Menschen muss verschmutztes Wasser trinken und fast die Hälfte der Weltbevölkerung lebt ohne sanitäre Einrichtungen, zeigt der „Weltwasserbericht“ von UNICEF und WHO.

(vv) - Mehr als 2,6 Milliarden Menschen – nahezu die Hälfte der Weltbevölkerung – haben bis heute keine sanitären Einrichtungen wie Latrinen oder eine Abwasserentsorgung. Und mehr als eine Milliarde Menschen beziehen ihr Trinkwasser aus verschmutzten Quellen, Brunnen, Teichen oder Flüssen. Jedes Jahr sterben etwa 1,8 Millionen Menschen an Durchfallerkrankungen, die meisten davon sind Kinder unter fünf Jahren. Das geben das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem neuen Bericht bekannt.

„Die wachsende Kluft zwischen denen, die Zugang und jenen, die keinen Zugang zu einer Grundversorgung haben, tötet jeden Tag 4.000 Kinder. Wir müssen diese Kluft schließen, sonst wird die Zahl der Opfer weiter steigen“, sagte UNICEF-Direktorin Carol Bellamy anlässlich der Veröffentlichung des Reports.

Unzureichender Fortschritt

Weltweit stieg der Anteil der Menschen, die Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, von 77 Prozent (1990) auf 83 Prozent (2002). Auch der Zugang zu Toiletten oder Latrinen und einer Abwasserentsorgung verbesserte sich von 49 Prozent (1990) auf 58 Prozent (2002). Allerdings sind die Fortschritte zwischen den Weltregionen, aber auch innerhalb der Länder, ungleich verteilt. So ist der Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen in ländlichen Regionen deutlich schlechter als in den Städten. UNICEF und WHO warnen außerdem, dass die Investitionen in die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in den Städten nicht mit der anhaltenden Landflucht mithalten können.

UNICEF: Millionen Kinder leiden

Durchfallerkrankungen gehören zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern unter fünf Jahren. Verschmutztes Wasser und unhygienische Lebensverhältnisse tragen auch entscheidend dazu bei, dass sich gefährliche Krankheitserreger wie der Guinea Wurm oder das Polio Virus und auch Malaria-Mücken leicht verbreiten können.

Der Wassernotstand hindert auch viele Kinder am Schulbesuch. Insbesondere Mädchen müssen jeden Tag stundenlange Fußmärsche auf sich nehmen, um Wasser zu beschaffen. Auch die wirtschaftlichen Folgen sind gravierend: Allein auf dem afrikanischen Kontinent gehen jedes Jahr 40 Milliarden Arbeitsstunden durch Wasserholen verloren.

„Milleniums-Ziele“ der Vereinten Nationen verfehlt

In ihrem „Weltwasserbericht“ untersuchen UNICEF und WHO die Umsetzung der so genannten „Milleniums-Ziele“ der Vereinten Nationen. 189 Staaten hatten im Jahr 2000 versprochen, den Anteil der Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Wasser und zu Abwasserentsorgung haben, bis 2015 zu halbieren. Der Report lässt jedoch befürchten, dass dieses Ziel insbesondere in Afrika und Asien nicht erreicht wird.

Sauberes Wasser ist ein Menschenrecht

Um die „Milleniums-Ziele“ der Vereinten Nationen für das Jahr 2015 zu erreichen, müssten in den kommenden Jahren eine Milliarde Slumbewohner mit Wasser und sanitären Einrichtungen versorgt werden. Weiter müssen rund eine Milliarde Menschen Latrinen und eine Abwasserentsorgung bekommen.

UNICEF unterstützt heute Wasserprojekte sowie Aufklärungsprogramme zur Verbesserung der Hygiene in 90 Entwicklungsländern. So können zum Beispiel einfache Hygienemaßnahmen wie Händewaschen mit Seife Durchfallerkrankungen um 40 Prozent reduzieren. Zur kostengünstigen Behandlung von schwerem Durchfall setzt UNICEF Orale Rehydratationssalz ein, die das Austrocknen des Körpers verhindern. In Krisengebieten baut das Kinderhilfswerk Brunnen, Latrinen oder verteilt Trinkwasser mit Lastwagen.

 

 Seite drucken

 Hinweis versenden


© ArtToday

Mehr als eine Milliarde Menschen hat kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung.

 

 Mehr Informationen:

UNICEF

 

 Lesen Sie auch:

Wassermangel: Getreide statt Fleisch

Bevölkerungs- wachstum verschärft Umweltprobleme

Umweltprobleme: Weltweite Wasserknappheit

 

 Werbung

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Themen | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2004
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung