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Europa muss sich Klimawandel anpassen
Die Wirkung von Klimaänderungen sind in
Europa bereits erkennbar und die Europäer müssen lernen,
mit ihnen fertig zu werden. Dies sagt die Europäische Umweltagentur
in ihrem neuesten Bericht.
(vv) - Hitzewellen und Dürre, Hochwasser und Stürme:
Die Auswirkungen der Klimaänderungen sind bereits heute erkennbar
und bedrohen nach Einschätzung der Europäischen Umweltagentur
(EUA) zunehmend die Menschen in Europa. In ihrem neuesten Bericht
zum Klimawandel warnte die Behörde am Mittwoch in Kopenhagen
vor schwer wiegenden Folgen.
"Dieser Bericht belegt mit einer Fülle von Fakten,
dass die Klimaänderung bereits im Gange ist und weit reichende
Auswirkungen auf Menschen und Ökosysteme in ganz Europa hat,
häufig verbunden mit erheblichen wirtschaftlichen Verlusten",
sagte Jacqueline McGlade, die Direktorin der EUA.
Die Hochwasserflut im Sommer 2002 und die Hitzewelle des vergangenen
Jahres sind laut dem Bericht aktuelle Beispiele dafür, wie
zerstörerisch extremes Wetter sein kann. In Nordeuropa werde
das Wetter feuchter, dafür im Süden trockener. Das könne
für die Landwirtschaft in einigen Gebieten eine Gefahr darstellen
kann. Häufigere und stärkere Hitzewellen würden
zu einer Bedrohung für ältere und gebrechliche Menschen.
Gletscher würden abschmelzen, in den Schweizer Alpen würden
bis 2050 vermutlich drei Viertel verschwunden sein. Außerdem
werde der Meeresspiegel in den nächsten Jahrhunderten ansteigen.
Vieles deute darauf hin, dass die globale Erwärmung in den
vergangenen 50 Jahren zum größten Teil durch den Menschen
verursacht wurde, insbesondere durch die Emission von Treibhausgasen
wie Kohlendioxid (CO2) bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe.
Die Konzentration von CO2, dem wichtigsten Treibhausgas, in der
unteren Atmosphäre habe ihren höchsten Stand seit mindestens
420 000 Jahren - vielleicht sogar seit 20 Millionen Jahren - erreicht
und liege 34 % über dem Niveau vor Beginn der industriellen
Revolution. Der Anstieg habe sich seit 1950 beschleunigt.
McGlade sagte dazu: "Europa muss weiter an der Spitze der
weltweiten Bemühungen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen
stehen, aber in diesem Bericht wird auch darauf hingewiesen, dass
wir Strategien brauchen, und zwar auf europäischer, regionaler,
nationaler und lokaler Ebene, um uns der Klimaänderung anzupassen.
Dieses Phänomen wird sich über Jahrzehnte und Jahrhunderte
spürbar auf unsere Gesellschaften und unsere Umwelt auswirken."
So stieg laut Bericht die Temperatur in Europa in den vergangenen
einhundert Jahren um 0,95 °C, das heißt deutlich stärker
als im globalen Durchschnitt von 0,7 °C. Die Gletscher der
Alpen hätten mehr als die Hälfte ihrer Eismasse verloren.
Als Folge der Erderwärmung sei der Meeresspiegel in Europa
im vergangenen Jahrhundert um 0,8 bis 3 Millimeter jährlich
angestiegen. Das Artenspektrum der Nordsee habe sich verändert
und die Vegetationszeit sich um etwa zehn bis 14 Tage verlängert.
Kalte Winter könnten bis 2080 fast ganz verschwinden und
heiße Sommer, Dürren und Perioden mit schweren Regenfällen
an Häufigkeit zunehmen.
Zwar gebe es auf den ersten Blick auch positive Veränderungen
durch den Klimawandel, wie zum Beispiel verbesserte Klimabedingungen
für die Landwirtschaft in einigen Regionen Europas oder bessere
Überlebensbedingungen für heimische Vögel im Winter.
Doch die negativen Folgen würden überwiegen. Sie seien
ein deutliches Signal für die tiefgreifenden Auswirkungen
von Klimaänderungen in Europa und unterstrichen die Notwendigkeit
von Maßnahmen sowohl zum Klimaschutz als auch zur Anpassung
an Klimaänderungen.
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