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- 18.08.2004 -

 

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Europa muss sich Klimawandel anpassen

Die Wirkung von Klimaänderungen sind in Europa bereits erkennbar und die Europäer müssen lernen, mit ihnen fertig zu werden. Dies sagt die Europäische Umweltagentur in ihrem neuesten Bericht.

(vv) - Hitzewellen und Dürre, Hochwasser und Stürme: Die Auswirkungen der Klimaänderungen sind bereits heute erkennbar und bedrohen nach Einschätzung der Europäischen Umweltagentur (EUA) zunehmend die Menschen in Europa. In ihrem neuesten Bericht zum Klimawandel warnte die Behörde am Mittwoch in Kopenhagen vor schwer wiegenden Folgen.

"Dieser Bericht belegt mit einer Fülle von Fakten, dass die Klimaänderung bereits im Gange ist und weit reichende Auswirkungen auf Menschen und Ökosysteme in ganz Europa hat, häufig verbunden mit erheblichen wirtschaftlichen Verlusten", sagte Jacqueline McGlade, die Direktorin der EUA.

Die Hochwasserflut im Sommer 2002 und die Hitzewelle des vergangenen Jahres sind laut dem Bericht aktuelle Beispiele dafür, wie zerstörerisch extremes Wetter sein kann. In Nordeuropa werde das Wetter feuchter, dafür im Süden trockener. Das könne für die Landwirtschaft in einigen Gebieten eine Gefahr darstellen kann. Häufigere und stärkere Hitzewellen würden zu einer Bedrohung für ältere und gebrechliche Menschen. Gletscher würden abschmelzen, in den Schweizer Alpen würden bis 2050 vermutlich drei Viertel verschwunden sein. Außerdem werde der Meeresspiegel in den nächsten Jahrhunderten ansteigen.

Vieles deute darauf hin, dass die globale Erwärmung in den vergangenen 50 Jahren zum größten Teil durch den Menschen verursacht wurde, insbesondere durch die Emission von Treibhausgasen wie Kohlendioxid (CO2) bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe. Die Konzentration von CO2, dem wichtigsten Treibhausgas, in der unteren Atmosphäre habe ihren höchsten Stand seit mindestens 420 000 Jahren - vielleicht sogar seit 20 Millionen Jahren - erreicht und liege 34 % über dem Niveau vor Beginn der industriellen Revolution. Der Anstieg habe sich seit 1950 beschleunigt.

McGlade sagte dazu: "Europa muss weiter an der Spitze der weltweiten Bemühungen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen stehen, aber in diesem Bericht wird auch darauf hingewiesen, dass wir Strategien brauchen, und zwar auf europäischer, regionaler, nationaler und lokaler Ebene, um uns der Klimaänderung anzupassen. Dieses Phänomen wird sich über Jahrzehnte und Jahrhunderte spürbar auf unsere Gesellschaften und unsere Umwelt auswirken."

So stieg laut Bericht die Temperatur in Europa in den vergangenen einhundert Jahren um 0,95 °C, das heißt deutlich stärker als im globalen Durchschnitt von 0,7 °C. Die Gletscher der Alpen hätten mehr als die Hälfte ihrer Eismasse verloren. Als Folge der Erderwärmung sei der Meeresspiegel in Europa im vergangenen Jahrhundert um 0,8 bis 3 Millimeter jährlich angestiegen. Das Artenspektrum der Nordsee habe sich verändert und die Vegetationszeit sich um etwa zehn bis 14 Tage verlängert. Kalte Winter könnten bis 2080 fast ganz verschwinden und heiße Sommer, Dürren und Perioden mit schweren Regenfällen an Häufigkeit zunehmen.

Zwar gebe es auf den ersten Blick auch positive Veränderungen durch den Klimawandel, wie zum Beispiel verbesserte Klimabedingungen für die Landwirtschaft in einigen Regionen Europas oder bessere Überlebensbedingungen für heimische Vögel im Winter. Doch die negativen Folgen würden überwiegen. Sie seien ein deutliches Signal für die tiefgreifenden Auswirkungen von Klimaänderungen in Europa und unterstrichen die Notwendigkeit von Maßnahmen sowohl zum Klimaschutz als auch zur Anpassung an Klimaänderungen.

 

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© ArtToday

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 Mehr Informationen:

EUA: Bericht: Impacts of Europe's changing climate

 

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