NABU fordert schnelles Standortsuchverfahren für Atom-Endlager
Der Naturschutzbund NABU hat die Bundesregierung
aufgefordert, für die Endlagerung radioaktiver Abfälle
unverzüglich ein Verfahren zur Standortsuche einzuleiten.
(vv) - "Die Bundesregierung muss das neue Suchverfahren
zügig gesetzlich verankern", erklärte NABU-Bundesgeschäftsführer
Leif Miller am Donnerstag in Bonn. Ansonsten trage sie zur Zementierung
einer festgefahrenen Situation bei, so Miller mit Blick auf den
jahrzehntelangen Streit um Gorleben und Schacht Konrad. Der von
der Bundesregierung eingesetzte Arbeitskreis "Auswahlverfahren
Endlagerstandorte" ("AK End") hatte bereits Ende
2002 einen Vorschlag für ein solches Suchverfahren vorgelegt,
das von Opposition und Atomkonzernen aber abgelehnt wurde.
Kein Verständnis habe der NABU für die Kritik an den
zu erwartenden Kosten für die Endlagersuche. "Selbstverständlich
müssen die Abfallverursacher für die Kosten aufkommen",
sagte Miller. Für solche Zwecke hätten die Atomkonzerne
milliardenschwere Rückstellungen gebildet, aus denen das
Suchverfahren locker finanziert werden könne.
Kritik an der Atompolitik von Bundesumweltminister Jürgen
Trittin (Grüne) war jüngst von EU-Energiekommissarin
Loyola de Palacio geäußert worden. Palacio hatte gesagt,
sie verlange von allen EU-Mitgliedstaaten, bis 2008 nationale
Endlager für Atomabfälle zu benennen. Dagegen hat Trittin
erklärt, die Entscheidung über die Auswahl von Standorten
müsse in nationaler Verantwortung bleiben.
NABU gegen "Renaissance der Atomenergie"
Eine klare Absage erteile der NABU auch allen Überlegungen
für eine mittelfristige Renaissance der Atomenergie. Wer
diese Diskussion wieder eröffne müsse wissen, dass er
damit tiefe gesellschaftliche Gräben erneut aufreiße.
"Das Beste wäre, mit der Atomfrage zukünftig genauso
umzugehen wie mit dem Müll: möglichst tief und sicher
vergraben", so Miller abschließend.
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