Umwelt: Neue Richtlinie lässt Bürger mitentscheiden
Dank einer neuen Richtlinie können
Europas Bürger sich zukünftig stärker in umweltpolitische
Entscheidungen ihrer Behörden einmischen.
(vv) - Die neue Richtlinie nennt sich "Strategische Umweltprüfung"
(SUP). Der Name allein verrate noch nicht, dass sich hinter dieser
Richtlinie ein wichtiges Instrument für die Bürger verstecke,
sich vermehrt in umweltpolitische Entscheidungen einzumischen,
teilte die EU-Kommission am Dienstag mit.
SUP - Was ist das?
Doch wie funktioniert die SUP-Richtlinie genau? Bei der Planung
von Projekten müssen die Behörden einen Umweltbericht
anfertigen, in dem die wahrscheinlichen Umweltauswirkungen festgestellt,
beschrieben und bewertet sind. Anzugeben sind unter anderem die
Auswirkungen auf die biologische Vielfalt, die Fauna und Flora,
den Boden und das Wasser, die klimatischen Faktoren, die Landschaft
und die menschliche Gesundheit. Die SUP-Richtlinie räumt
jedermann die Möglichkeit ein, zu dem Umweltbericht Stellung
zu nehmen. Das Ergebnis der öffentlichen Anhörung muss
bei der Entscheidung über die Pläne berücksichtigt
werden.
Mitwirkung der Bürger stärken
Die Kommission wolle die Position der Bürger stärken:
Schließlich seien sie es, die von möglichen negativen
Umweltfolgen betroffen seien, wenn Behörden beispielsweise
die lokale Abfallentsorgung oder den regionalen Straßenbau
planten. Also müssten die europäischen Bürger auch
im Entscheidungsprozess mitwirken können. Bisher haben allerdings
erst neun der 25 Mitgliedstaaten - darunter auch Deutschland -
die SUP-Richtlinie in innerstaatliches Recht umgesetzt, obwohl
die Frist am Mittwoch abläuft.
Wallström mahnt Umsetzung an
"Die europäischen Bürger sollten ermutigt werden,
sich stärker an den Diskussionen und Entscheidungen zu beteiligen,
die für ihr Wohlergehen und die Zukunft der Umwelt, in der
sie leben, von größter Bedeutung sind. Die Vorteile
der neuen Rechtsvorschrift kommen jedoch nur zum Tragen, wenn
alle Mitgliedstaaten sie umsetzen", mahnte Umweltkommissarin
Margot Wallström.
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