Lebenserwartung in Teilen Afrikas unter 33 Jahre
Der UN-Entwicklungsbericht zeigt die dramatischen
Auswirkungen der AIDS-Krise in Afrika und fordert den Schutz kultureller
Freiheiten für Minderheiten.
New York (pte) - Die Lebenserwartung ist in einigen Teilen Afrikas
aufgrund der AIDS-Krise auf unter 33 Jahre gefallen. Der Human
Development Report der Vereinten Nationen hat über 170 Länder
nach Lebensqualität und Faktoren wie Lebenserwartung und
Bildung gereiht. Norwegen führt das Ranking zum vierten Mal
an, Sierra Leone ist das Schlusslicht.
Schweden folgt Norwegen am zweiten Platz, danach kommen Australien,
Kanada und die Niederlande. Wie zu erwarten, belegen Industrienationen
die Spitzenplätze. Am anderen Ende des Spektrums bewegen
sich Sierra Leone, das sich gerade von einem Jahrzehnte dauernden
Bürgerkrieg erholt, Niger, Burkina Faso, Mali und Burundi.
Die enormen Unterschiede zwischen den best- und schlechtestplatzierten
Ländern machen sich besonders in der Lebenserwartung deutlich.
In Norwegen hat ein zwischen 2000 und 2005 geborenes Kind eine
Lebenserwartung von 78,9 Jahren, während es in Sambia 32,4
Jahre sind, weniger als im Jahr 1960. Das ist auf die AIDS-Krise
zurückzuführen. In Sambia haben 16,5 Prozent der Bevölkerung
eine HIV-Infektion, in Simbabwe sogar 25 Prozent.
Sakiko Fudada-Parr, die Leiterin der Studie, berichtete, dass
nahezu jeder Lebensaspekt von der Epidemie betroffen ist, so auch
Wirtschaft und Bildung. "Wir haben an Ländern wie Uganda,
die die Epidemie erfolgreich bekämpfen, gesehen, dass die
gesamte Gesellschaft involviert werden muss, um etwas zu verändern",
sagte Fukada-Parr.
UN-Report fordert Schutz kultureller Freiheiten
Dieses Jahr beinhaltet der Bericht auch die Frage kultureller
Liberalität. In zwei von drei Ländern gibt es zumindest
eine substanzielle ethnische oder religiöse Minderheit, die
mindestens zehn Prozent der Bevölkerung repräsentiert.
Rund 900 Mio. Menschen gehören zu Minderheiten, die in irgendeiner
Form diskriminiert werden. Der Bericht führt aus, dass kulturelle
Freiheit ein essenzielles Element nachhaltiger Entwicklung ist,
und dass eine ökonomische Globalisierung nicht funktionieren
kann, solange kulturelle Freiheiten nicht respektiert und geschützt
werden.
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