Besonders junge Menschen von AIDS betroffen
10 Millionen junge Menschen weltweit sind HIV-infiziert
und durch AIDS wurden 15 Millionen Kinder zu Waisen: Besonders
junge Menschen sind von AIDS betroffen, warnt UNICEF.
(vv) - Zur Welt-AIDS-Konferenz vom 11. bis 16. Juli in Bangkok
ruft das Kinderhilfswerk UNICEF dazu auf, Kinder und Jugendliche
in den Mittelpunkt des Kampfes gegen AIDS zu stellen. Junge Menschen
zwischen 15 und 24 Jahren seien weltweit am stärksten von
der Ausbreitung des HI-Virus betroffen. UNICEF geht nach neuesten
Schätzungen davon aus, dass inzwischen mehr als zehn Millionen
junge Menschen mit dem Virus leben. Mehr als die Hälfte derjenigen,
die sich 2003 neu infizierten, waren noch keine 25 Jahre alt.
Zahl der AIDS-Waisen steigt
Gleichzeitig verlieren immer mehr Kinder durch die Seuche ihre
Eltern. Die Zahl der AIDS-Waisen, die einen oder beide Elternteile
verloren, stieg von 11,5 Millionen in 2001 auf 15 Millionen in
2003. Rund 630.000 Kinder wurden 2003 mit dem Virus geboren oder
erhielten es während des Stillens mit der Muttermilch. Fast
eine halbe Million Kleinkinder unter fünf Jahren starben
im vergangenen Jahr an AIDS. UNICEF fordert mehr finanzielle Mittel,
um AIDS-Aufklärung und die Behandlung der Krankheit in den
Entwicklungsländern entscheidend zu verbessern.

© UNICEF
Aids-Waise Nelinha (l) und ihre Großmutter
Julia Jao (r) in Mosambik. Nelinha ist neun Jahre alt.
Nach dem Tod ihres Vaters vor fünf Jahren wurde sie
von Nachbarn zurück nach Cachembe gebracht, in das
Heimatdorf ihrer Eltern. Ihre Großmutter Julia Jao
kümmert sich um sie. Sie weiß nicht, ob ihre
Mutter noch lebt.
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Afrika: Mehr Tote durch AIDS als durch Krieg
und Gewalt
AIDS ist vor allem für die Menschen in Afrika eine Tragödie
bislang ungekannten Ausmaßes. Sie fordert mittlerweile mehr
Todesopfer als Krieg und Gewalt. Mädchen und junge Frauen
tragen die größte Bürde: Drei Viertel der HIV-infizierten
jungen Menschen im südlichen Afrika sind weiblich. Meist
sind es Mädchen und Frauen, die kranke Familienmitglieder
pflegen. Auch deshalb sind sie die ersten, die wegen AIDS nicht
länger zur Schule gehen oder ihren Job und ihr Einkommen
verlieren.
In Afrika südlich der Sahara leben auch die meisten AIDS-Waisen.
UNICEF befürchtet, dass die Zahl der AIDS-Waisen dort bis
2010 auf über 18 Millionen steigen wird. Falls die HIV-positiven
Eltern nicht schnell Zugang zu medizinischer Behandlung erhalten,
werden auch diese dramatisch hohen Zahlen noch übertroffen
werden.
Größte Wachstumsraten in Asien
Die größten Wachstumsraten der AIDS-Epidemie werden
derzeit in Asien und Osteuropa verzeichnet. Um auf diese Entwicklung
aufmerksam zu machen, findet die Welt-AIDS-Konferenz in diesem
Jahr in der thailändischen Hauptstadt Bangkok statt.
Ermutigende Zahlen zur HIV/Aids-Behandlung
Aber es gibt auch ermutigende Zahlen: Die Behandlung von HIV/Aids-Patienten
mit antiretroviralen Medikamenten ist auch unter einfachen Bedingungen
in ärmeren Ländern erfolgreich. Dies zeigen neue Daten,
die die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" am Montag
auf der Aidskonferenz in Bangkok veröffentlicht hat. Die
Vereinfachung der Therapie habe es Ärzte ohne Grenzen ermöglicht,
innerhalb der vergangenen zwei Jahre die Anzahl der behandelten
Patienten von 1.500 auf 13.000 zu erhöhen. Die Organisation
rief Regierungen auf, alles zu tun, um mehr Menschen den Zugang
zu lebensnotwendigen Medikamenten zu ermöglichen.
"Ärzte ohne Grenzen und andere Organisationen zeigen,
dass die HIV/Aids-Behandlung in ärmeren Ländern möglich
ist. Jetzt müssen Regierungen handeln", sagte Tobias
Luppe von Ärzte ohne Grenzen in Bangkok. "Es ist inakzeptabel,
dass nur sieben Prozent der Betroffenen, die in Entwicklungsländern
dringend antiretrovirale Medikamente brauchen, diese derzeit bekommen."
Die Organisation forderte die Bundesregierung auf, ihren Beitrag
zur Aids-Bekämpfung im Jahr 2005 auf mindestens 500 Millionen
Euro jährlich sowie im Jahr 2007 auf mindestens 700 Millionen
Euro pro Jahr zu erhöhen.
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