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- 24.06.2004 -

 

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Armut bekämpfen - und wo bleiben die Kinder?

Internationale Strategien zur Armutsbekämpfung lassen die Belange von Kindern und Jugendlichen weitgehend außer acht.

(vv) - Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der Kindernothilfe, die sie am Mittwoch dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Berlin übergab. Sie fordert damit die Bundesregierung auf, die Rechte der Kinder innerhalb der internationalen Prozesse zur Armutsbekämpfung zu stärken.

Die Studie weist nach, dass die Themen Kinderarbeit und Kinderrechte beinahe keine Rolle in den so genannten "Poverty Reduction Strategy Papers" (PRSP) spielen. Dabei sind diese Strategiepapiere zur Armutsbekämpfung inzwischen maßgebliche Instrumente entwicklungspolitischer Arbeit, insbesondere für den Internationalen Währungsfonds (IWF) und die Weltbank. So müssen hochverschuldete Länder ein solches Papier erstellen, um beispielsweise einen Schuldenerlass oder auch neue Kredite erwirken zu können. Klaus Heidel, Autor der Studie: "PRSP-Prozesse müssen dahingehend weiterentwickelt werden, dass sie künftig zur Stärkung der Rechte der Kinder beitragen."

Weltweit leben zu Beginn des 21. Jahrhunderts rund 1,2 Milliarden Menschen in absoluter Armut - die Hälfte davon sind Kinder und Jugendliche. Sie versuchen, mit weniger als einem US-Dollar täglich zu überleben. Schutzlosigkeit, Machtlosigkeit, Aussichtslosigkeit und Ausgrenzung umschreiben nüchtern das Leben dieser Mädchen und Jungen, so die Kindernothilfe. "Erfreulicherweise räumt die Weltgemeinschaft der Armutsbekämpfung seit dem Millenniumsgipfel 2000 in New York höchste Priorität ein", lobte Christina Rau, Mitglied des Stiftungsrates der Kindernothilfe-Stiftung.

 


© ArtToday

Weltweit leben rund 1,2 Milliarden Menschen in absoluter Armut - die Hälfte davon sind Kinder und Jugendliche.

 

Armutsbekämpfung muss bei Kindern ansetzen

"Soll die Armutsspirale durchbrochen werden, muss Armutsbekämpfung bei Kindern ansetzen. Denn Kinder, die in Armut geboren werden, bleiben mangels Bildung, Ausbildung und Arbeit arm – und ihre Nachkommen auch. Dieses gerade vor dem Hintergrund, dass Kinder und Jugendliche in vielen der ärmsten Länder die größte Altersgruppe darstellen", so Jürgen Thiesbonenkamp, Vorstandsvorsitzender der Kindernothilfe. Es ist daher naheliegend, dass diese Zielgruppe eine zentrale Rolle innerhalb der PRSPs einnimmt. Inwieweit dies in der Praxis tatsächlich der Fall ist, sollte im Rahmen der von der Kindernothilfe in Auftrag gegebenen Studie überprüft werden.

Die Kindernothilfe fördert nach eigenen Angaben rund 205.000 Kinder und Jugendliche, die in extremer Armut leben oder besonders gefährdet sind. Sie setzt sich auch dafür ein, dass Kinder bei den Vereinten Nationen gehört werden, wenn Staaten Kinderrechtsverletzungen nicht ahnden.

 

 Mehr Informationen:

Kindernothilfe:
Die Studie (pfd)

 

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