Umweltschützer klagen gegen das Wirtschaftsministerium
Germanwatch und BUND verklagen das Bundeswirtschaftsministerium
wegen der Verweigerung von Klimaschutzinformationen zu deutschen
Ausfuhrbürgschaften.
(vv) - Die Nord-Süd-Initiative Germanwatch und der Bund
für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) haben am Dienstag
beim Verwaltungsgericht Berlin Klage gegen das Bundeswirtschaftsministerium
eingereicht. Die Kläger wollen erreichen, dass Informationen
herausgegeben werden, die notwendig seien, um die Klimaauswirkungen
der sogenannten Hermes-Exportbürgschaften zu beurteilen.
Um zu erfahren, welche Energieprojekte durch Exportbürgschaften
der Bundesregierung gefördert werden, hatten sich Germanwatch
und der BUND nach eigenen Angaben im Juli 2003 unter Berufung
auf das Umweltinformationsgesetz an die Euler-Hermes AG und das
Bundeswirtschaftsministerium gewandt. Sie fragten nach einer Aufstellung
aller Vorhaben im Bereich der Energieerzeugung, für die seit
1997 von Deutschland Ausfuhrbürgschaften übernommen
wurden. Das Ministerium habe jedoch im August 2003 die Herausgabe
der Daten abgelehnt, so die Organisationen. Germanwatch und BUND
klagen jetzt, um diesen Bescheid aufheben zu lassen und die gewünschten
Informationen von der Bundesregierung zu erhalten.
Klaus Milke, stellvertretender Vorsitzender von Germanwatch:
"Transparenz ist die Grundlage um ernsthaft zu prüfen,
wie sehr die vom deutschen Steuerzahler gezahlten Bürgschaften
das globale Klima indirekt schädigen. Deshalb erwarten wir,
dass Hermes und das Bundeswirtschaftsministerium den Informationspflichten
des Umweltinformationsgesetzes nachkommen."
Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer: "Deutsche
Exporte entscheiden mit darüber, wie klimaschädlich
oder klimaverträglich die globalen Energie- und Verkehrssysteme
werden. Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren,
für wie viele Millionen Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid
die Hermes-Bürgschaften mit verantwortlich sind und wie die
Bundesregierung ihre internationale Klimapolitik in dieser Hinsicht
gestalten will. So müssen beispielsweise bei Bürgschaften
im Bergbau, beim Kraftwerksneubau oder beim Export von Flugzeugen
Umweltauswirkungen stärker berücksichtigt werden."
BUND und Germanwatch fordern, dass die exportierten Technologien
ökologischen und sozialen Standards genügen. Die von
solchen Technologien ausgehenden Risiken eines globalen Klimawandels
müssten reduziert werden.
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