"Vergessene" Konfliktregionen: Millionen Kinder in
Not
Das Kinderhilfswerk UNICEF stellt seinen Jahresbericht
2004 vor: Millionen Kinder in vergessenen Konflikten brauchen
Hilfe.
(vv) - UNICEF appelliert an Regierungen und Öffentlichkeit,
mehr Mittel für Kinder in "vergessenen" Konflikten
bereit zu stellen. In seinem Jahresbericht "Zur Lage der
Kinder in Krisengebieten 2004" weist UNICEF darauf hin, dass
allein in zehn besonders von internationaler Unterstützung
vernachlässigten Ländern jedes Jahr 1,5 Millionen Kinder
unter fünf Jahren an den Folgen der chronischen Notsituation
sterben. Trotz zahlreicher Aufrufe von UNICEF und anderen Hilfsorganisationen
blieben in Ländern wie Angola, der Demokratischen Republik
Kongo, Sudan und Somalia Millionen Kinder von internationaler
humanitärer Hilfe ausgeschlossen.
So hätten im vergangenen Jahr UNICEF-Nothilfeprogramme
in elf Ländern weniger als die Hälfte oder sogar nur
ein Drittel der benötigten Mittel erhalten. Dies bedeute,
dass vielerorts lebenswichtige Maßnahmen wie die Versorgung
mit sauberem Wasser, Medikamenten, Zusatznahrung oder der Aufbau
von Notschulen nur eingeschränkt möglich gewesen sei.
Der UNICEF-Bericht gibt einen Überblick über die Lebensumstände
der Kinder in 30 Krisenländern, darunter Angola, Burundi,
Haiti, Demokratische Republik Kongo, Nordkorea, Sudan, Somalia,
sowie die besonders von AIDS und Dürre betroffenen Staaten
im südlichen Afrika.
"Die politisch-strategische Bedeutung eines Landes und seine
Präsens in den Medien dürfen nicht darüber entscheiden,
ob Kindern in Not geholfen wird", sagte Dietrich Garlichs,
Geschäftsführer von UNICEF Deutschland bei der Vorstellung
des Berichts in Berlin.
Der Bürgerrechtler und UNICEF-Botschafter Harry Belafonte
sagte: "Terrorismus hat noch andere Gesichter als die des
11. September. Die schlimmsten Formen des Terrorismus sind Gleichgültigkeit,
Hunger und Krankheiten. Wenn wir diese nicht überwinden,
werden wir nie in Frieden leben."
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