vista verde SucheNewsThemenAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   P o l i t i k   &   G e s e l l s c h a f t


- 03.05.2004-

 

  Nachrichten aus Umwelt und Natur täglich frei Haus - abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter:
 
 
[ mehr Infos ]


 

 

Bildung könnte Millionen junge Menschen vor HIV schützen

Sieben Millionen HIV-Neuinfektionen könnten in einem Jahrzehnt verhindert werden, wenn alle Kinder auf der Welt eine Grundbildung erhalten würden.

(vv) - Dies geht aus einem neuen Bericht hervor, den die "Globale Bildungskampagne" am Rande der Frühjahrstagungen von IWF und Weltbank in Washington veröffentlichte. Der Bericht "Überleben lernen: Wie 'Bildung für Alle' Millionen junger Menschen vor HIV/AIDS schützen würde" basiere auf neuen UN-Erkenntnissen: Danach sei die Wahrscheinlichkeit von HIV-Neuinfektionen bei jungen Menschen (15-24 Jahre) mit abgeschlossener Grundschulbildung um 50% geringer als bei Altersgenossen ohne Bildung. Nach Berechnungen der Globalen Bildungskampagne könnten die durch Grundbildung beschleunigten Verhaltensänderungen jährlich 700.000 HIV-Infektionen verhindern. Das entspricht rund 30% der Neuinfektionen in dieser Altersgruppe.

"Der Bericht 'Überleben lernen...' ist ein bedeutender Beitrag zur AIDS-Diskussion: Erstmals gibt es Berechnungen darüber, wie viele junge Menschen durch Grundbildung vor HIV geschützt werden könnten," so Professor Don Bundy, ein Experte der Weltbank für Bildung und HIV/AIDS. "Der Bericht offenbart, wie dringend notwendig der 'soziale Impfstoff' Bildung ist."

Der Bericht stelle klar, dass Investitionen in universelle Grundschulbildung, medizinische Behandlung, Pflege und Unterstützung für HIV-Infizierte sowie Prävention nicht miteinander konkurrieren dürften, sondern sich gegenseitig ergänzende, wichtige Komponenten einer Gesamtstrategie zum Kampf gegen HIV/AIDS sein müssten.

Militärausgaben von drei Tagen reichen aus

Die Globale Bildungskampagne forderte daher alle Geberländer auf, ihre Finanzhilfen aufzustocken und besser zu koordinieren, um das UN-Millenniumsziel "Bildung für Alle" bis 2015 zu erreichen. So müsste beispielsweise Deutschland seine Entwicklungshilfe für Grundbildung verzehnfachen, um einen angemessenen Beitrag für "Bildung für Alle" zu leisten.

Die unzureichende Hilfe der Geberländer für Bildung sei mit verantwortlich dafür, dass weltweit noch immer mehr als 100 Millionen Kinder nicht zur Schule gehen könnten. Ohne energische Maßnahmen würde es 150 Jahre dauern, bis in Afrika jedes Kind eine Schule besuchen könne.

Zusätzliche finanzielle Mittel in Höhe von 5,6 Milliarden US-Dollar pro Jahr seien erforderlich, um allen Kindern auf der Welt eine Grundbildung zu ermöglichen. Die Summe entspräche den weltweiten Militärausgaben von nur drei Tagen, so die Kampagne.

Die Globale Bildungskampagne organisiert jährlich die "Global Action Week", eine Aktionswoche zur weltweiten Bildung. In Deutschland wird die Aktion in diesem Jahr neben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) von den Hilfsorganisationen CARE, Oxfam, World Vision und Plan sowie dem World University Service organisiert.

 


© ArtToday

Schulkinder: "Bildung für Alle" würde Millionen junger Menschen vor HIV/AIDS schützen.

 

 Mehr Informationen:

Global Campaign for Education

Oxfam

Die wichtigsten Ergebnisse des Berichts (pdf)

 

 Lesen Sie auch:

Hunger und Arbeitslosigkeit sind größte Probleme der Weltjugend

Drastisch verbilligte Aids-Medikamente für arme Länder

Afrika: Bald 20 Millionen Aids-Waisen

UNICEF: Benachteiligung von Mädchen bei der Bildung überwinden

Weitere Meldungen zum Thema Entwicklung

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Themen | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2004
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung