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- 26.04.2004 -

 

 


 

Gedenken an Tschernobyl-Katastrophe vor 18 Jahren - mehr Krebsfälle

18 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl nehmen die Gesundheitsschäden in der Region immer noch zu.

Kiew/Moskau (dpa) - Die am stärksten betroffenen Ex-Sowjetrepubliken Ukraine, Weißrussland und Russland gedachten am Montag der Explosion im vierten Reaktorblock des Kernkraftwerks Tschernobyl bei Kiew vom 26. April 1986. Verbände der Betroffenen klagten über schleppende staatliche Hilfen.

In den kommenden Jahren seien noch 10 000 neue Fälle von Schilddrüsenkrebs zu erwarten, sagten Vertreter der Weltgesundheitsorganisation WHO. Das ukrainische Rote Kreuz rechnete mit bis zu 50 000 Kranken unter den 18- bis 35-Jährigen. «Es bestätigt sich die ungünstige Prognose der Zunahme von Schilddrüsenkrebs bei Leuten, die zum Zeitpunkt der Katastrophe Kinder waren», sagte auch ein Vertreter des russischen Zivilschutzes in Moskau.

In Kiew und in der Stadt Slawutitsch, dem Wohnort der Tschernobyl- Angestellten, gedachten die Menschen mit Gottesdiensten und Kranzniederlegungen des schwersten Unglücks in der zivilen Nutzung der Kernenergie. Nach WHO-Angaben setzte die radioaktive Wolke insgesamt 6,7 Millionen Menschen erhöhter Strahlung aus.

Umstritten ist die Zahl der Todesopfer des Unglücks. In der Ukraine seien 4000 Menschen an den Folgen der Reaktorkatastrophe gestorben, darunter 3000 an den Aufräumarbeiten beteiligte Soldaten und Feuerwehrleute, teilte das Gesundheitsministerium in Kiew mit. Fast alle der noch lebenden «Liquidatoren» litten an verschiedenen Krankheiten. Die WHO führt dagegen nur 30 Todesfälle unter den Liquidatoren zweifelsfrei auf die Verstrahlung zurück.

Nach dem Unglück blieb das Kernkraftwerk Tschernobyl trotzdem in Betrieb, bis die Ukraine im Dezember 2000 den letzten Reaktor stilllegte. Der notdürftig mit Beton gesicherte vierte Reaktorblock, soll in den kommenden Jahren eine neue Schutzhülle bekommen.

 

 Mehr Informationen:

chernobyl.info

IPPNW: Die Folgen von Tschernobyl

Tschernobyl: Gesundheitliche Folgen von Strahlung

vista verde: Tschernobyl

 

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BUND: Terroranschlag auf Atomkraftwerk kann Super-GAU auslösen

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