Weltweite «Konsumentenklasse» bedroht Zukunft des
Planeten
Eine weltweite «Konsumentenklasse»
mit rasanten Zuwachsraten in China und Indien wird immer mehr
zur Bedrohung für die natürlichen Ressourcen der Erde.
Berlin (dpa) - Bereits heute gehören 19 Prozent der Chinesen
und 12 Prozent der Inder dieser 1,7 Milliarden Menschen umfassenden
«Konsumentenklasse» an, schreibt das Worldwatch- Institute
in seinem neuesten Bericht, dessen deutsche Ausgabe am Montag
in Berlin vorgestellt wurde. Mitherausgeber der deutschen Ausgabe
sind die Heinrich-Böll-Stiftung und Germanwatch.
«Wir müssen uns fragen: Was ist genug? Was ist angesichts
der Zunahme des weltweiten Konsums von diesem Planeten noch ertragbar?»,
sagte Klaus Milke, stellvertretender Vorsitzender von Germanwatch.
Als Menschen mit einem Jahreseinkommen über 7000 US-Dollar
definiert, gehören neben 243 Millionen US-Bürgern, 122
Millionen Japanern und 76 Millionen Deutschen bereits 240 Millionen
Chinesen und 122 Millionen Inder zu dieser kaufkraftstarken Schicht.
Milke: «Die Menschen im Süden haben natürlich
das Recht, letztlich genauso zu konsumieren wie wir. Doch die
Ressourcen sind endlich.»
Der Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, Ralf Fücks,
betonte, der moderne Massenkonsum habe die ökologischen Grenzen
auf breiter Front überschritten. Konsum sei für 1,7
Milliarden Personen auf diesem Globus zur Selbstverständlichkeit
geworden, während 2,8 Milliarden Menschen mit weniger als
zwei Dollar pro Tag um ihre nackte Existenz kämpften. Der
verschwenderische Lebensstil in den Industrieländern und
den Ober- und Mittelschichten der so genannten Entwicklungsländer
und Schwellenländer trage zur Zerstörung der ökologischen
Lebensgrundlagen für die ärmeren Bevölkerungsschichten
bei.
|