Hilfsorganisationen starten Afrika-Kampagne - Niedecken Botschafter
Unter dem Motto «Gemeinsam für Afrika
2004» haben Hilfsorganisationen und der BAP-Sänger
Wolfgang Niedecken eine bundesweite Hilfskampagne gestartet.
Hamburg (dpa) - «Ich unterstütze die Aktion, weil
ich glaube, dass es nicht reicht, sich nur hier und für die
eigenen Kinder zu engagieren. Unsere Verantwortung reicht weiter»,
sagte Niedecken am Mittwoch in Hamburg. In Afrika lebten 80 Prozent
der Menschen von weniger als zwei Euro am Tag. «Diese Menschen
brauchen dringend unsere Unterstützung.» Ziel der Aktion
sei es, die Deutschen für die Not leidenden Menschen in Afrika
zu sensibilisieren.
«Im Moment richtet sich das Weltinteresse auf die politischen
Krisen im Irak und in Palästina», sagte Wolfgang Jamann
von World Vision, «dadurch dürfen wir aber das Leid
der Menschen in Afrika nicht aus dem Blick verlieren.» Vor
dem Bürgerkrieg in Uganda flüchteten zur Zeit etwa eine
Million Menschen, im Sudan seien rund 800 000 auf der Flucht.
Zudem bedrohten wachsende Armut und Krankheiten wie Aids, Tuberkulose
und Malaria das Überleben von Millionen Menschen. «In
Afrika stirbt allein an Aids alle zehn Sekunden ein Mensch»,
sagte Bernd Pastors von action medeor.
«Aber es gibt auch viele mutige Beispiele von Menschen,
die nicht verzweifeln, sondern ihr Schicksal selbst in die Hand
nehmen», sagte Susanne Anger von «Gemeinsam für
Afrika». Diese Menschen gelte es zu unterstützen. Mit
den Spendengeldern sollen Trinkwasseranlagen, Krankenstationen,
Schulen und weitere Projekte für die «Hilfe zur Selbsthilfe»
finanziert werden. Im vergangenen Jahr hatten die Hilfsorganisationen
erstmals zusammen mit dem Sänger Herbert Grönemeyer
zu der Aktion aufgerufen und acht Millionen Euro gesammelt.
Neben vielen einzelnen Afrika-Aktionen im Frühjahr und
Sommer soll der September bundesweiter Aktionsmonat werden. Botschafter
Wolfgang Niedecken geht mit seiner Band BAP auf Tournee, wird
ein Lied für die Aktion produzieren und im August Projekte
vor Ort besuchen. «Außerdem hoffen wir, dass sich
viele Menschen der Aktion anschließen und selber etwas auf
die Beine stellen werden», sagte Anger.
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