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- 30.03.2004 -

 

 

 


 

UN sieht «Paradiesinseln» durch wachsende Müllberge gefährdet

Wachsende Müll- und Schuttablagerungen stellen nach Studien der Vereinten Nationen für die kleinen Inselstaaten der Erde ein neues drängendes Problem dar.

Seoul/Jeju (dpa) - Zusammen mit Bedrohungen durch steigende Meeresspiegel, Überfischung, Wassermangel und unzureichende Sanitäreinrichtung werde Abfall «rasch zu einem weiteren Schlüsselproblem», warnten am Dienstag Vertreter des UN- Umweltprogramms UNEP auf dem Globalen Umweltministerforum auf der südkoreanischen Insel Jeju. UNEP rief deshalb die internationale Staatengemeinschaft zu sofortiger Hilfe für die Inseln auf.

«Kleine Inseln im Indischen Ozean und im Pazifik sind einige der verwundbarsten Länder der Erde», mahnte UNEP-Direktor Klaus Töpfer. Als Beispiel nannte das UNEP in einer Studie die pazifische Inselrepublik Nauru. Deren «blaugrüne Küstenlinie» habe nichts mit einem «azurnen, schönen» Meer zu tun. Die Farbe stamme vom Müll, insbesondere Bergen weggeworfener Bierdosen. Die unangemessene Beseitigung von Abfällen habe in manchen Inselstaaten außerdem ein erhöhtes Risiko von Infektionskrankheiten zur Folge, warnte das UNEP.

Die unter anderem durch Industrie und Privathaushalte verursachten Abfälle seien jedoch nicht nur für die Gesundheit der Menschen bedrohlich, sondern auch für deren Lebensgrundlage. Die Einkommen der Bewohner vieler kleiner Inselstaaten hingen vom Tourismus ab, für den jedoch von Plastik-, Haushalt- und Industriemüll gesäumte Küsten ein ernstes Problem seien.

Der Vorsitzende des Zusammenschlusses Kleiner Inselstaaten (AOSIS), Jagdish Koonjul von Mauritius im Indischen Ozean, sagte, die Inseln benötigten dringend wirksame und erschwingliche Mittel, bevor das Müllproblem eine kritische Phase erreiche. «Das ist ein Aufruf zum Technologietransfer.» Dabei gehe es vor allem um die Wiederverwendung benutzter Rohstoffe und Abfall.

Das dreitägige Globale-Umweltministerforum und die 8. Sondersitzung des UNEP-Verwaltungsrats tagen in Jeju noch bis zu diesem Mittwoch. Die 1200 Teilnehmer, darunter Experten und Regierungsvertreter aus 140 Ländern, diskutieren dabei unter anderem über Maßnahmen für die Versorgung Hunderter Millionen von Menschen mit sauberem Wasser und Sanitäreinrichtungen.

 

 Mehr Informationen:

UNEP

Globales Umweltministerforum

 

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