Verbände warnen vor Liberalisierung der weltweiten Wasserversorgung
Mitgliedsverbände des Netzwerks «Unser
Wasser» haben die Bundesregierung aufgefordert, sich stärker
gegen eine Liberalisierung der weltweiten Wasserversorgung einzusetzen.
Berlin (dpa) - «Liberalisierung und Privatisierung des
Wassersektors sind eine Sackgasse und verhelfen den Armen nicht
zu sauberem Trinkwasser», sagte Danuta Sacher von der Hilfsaktion
Brot für die Welt am Freitag in Berlin anlässlich des
Weltwassertages am 22. März.
Nach Angaben von Brot für die Welt fließt weniger
als ein Drittel der staatlichen Entwicklungshilfe für Wasserprojekte
in die ärmsten Länder, die am meisten Probleme mit der
Trinkwasserversorgung hätten. Etwa 1,2 Milliarden Menschen
hätten keinen Zugang zu sauberem Wasser.
Die Europäische Union hatte nach Angaben des Wasser-Netzwerks
bei Verhandlungen mit der Welthandelsorganisation von 72 Staaten
gefordert, ihre Märkte zu Gunsten der europäischen Wasserkonzerne
zu öffnen. Wasser werde zunehmend als Ware mit wirtschaftlicher
Bedeutung angesehen, und nicht mehr als schützenswertes allgemeines
Gut, warnte Ulrich Cronauge vom Verband kommunaler Unternehmen
(VKU). «Unsere Regierung tut zu wenig, damit die Europäische
Kommission ihre Liberalisierungsforderungen zurück nimmt»,
kritisierte Mathias Ladstätter von der Gewerkschaft ver.di.
Die deutschen Kandidaten zur Wahl des Europäischen Parlaments
sollten sich dafür stark machen.
Dem Netzwerk «Unser Wasser» gehören außer
Brot für die Welt, ver.di und der Vereinigung der kommunalen
Entsorgungswirtschaft im VKU auch der Umweltverband Grüne
Liga und das Hilfswerk Misereor an.
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