Eastwood berät Schwarzenegger - Hollywoodstars als Umweltschützer
Nicht nur Clint Eastwood, auch viele andere
Hollywoodstars wie Robert Redford und Leonardo DiCaprio engagieren
sich im Natur- und Umweltschutz.
Von Barbara Munker, dpa
San Francisco (dpa) - Für seine neue Rolle als Naturschützer
muss Clint Eastwood nicht vor die Kamera treten, Stunts ausführen
oder Make-Up auflegen. Nicht in Hollywood, sondern in der kalifornischen
Landeshauptstadt Sacramento wird der Star zahlloser Western und
Action-Streifen grüne «Regieanweisungen» geben.
Der Oscar-Gewinner soll seinen früheren Kollegen und jetzigen
Gouverneur Arnold Schwarzenegger in Naturschutz- und Naturparkfragen
beraten. Der 73 Jahre alte Hollywoodstar, wie Schwarzenegger ein
Republikaner, wurde erneut zum Mitglied des Naturpark- und Freizeitausschusses
berufen. Eastwood gehört der ehrenamtlichen Kommission bereits
seit 2001 an.
Der Regisseur und Schauspieler, der weitab von Hollywood in
dem kleinen Küstenort Carmel lebt, ist nicht als Umwelt-Aktivist,
wohl aber als Naturfreund bekannt. Der gebürtige Kalifornier
übernahm 2002 zusätzlich die Aufsicht über die
Erhaltung des «Big Basin Redwood»- Parks, Kaliforniens
ältestem Naturschutzpark. Nach eigenen Angaben war er als
Kind oft mit seiner Großmutter in das Waldgebiet bei Santa
Cruz gekommen. Als Teenager schlug sich Eastwood zeitweise als
Holzfäller durch.
Wie Eastwood zieht auch Robert Redford das Leben im Grünen
dem Hollywood-Lifestyle vor. Doch der Naturfreund mit Landgütern
in Utah und Nordkalifornien ist zudem ein lautstarker Umweltaktivist,
der als Kritiker von US-Präsident George W. Bush kein Blatt
vor den Mund nimmt. Der Filmstar sieht den US-Präsidenten
als «entsetzlichen Ignoranten» in der Umweltpolitik.
Die Energie-Strategie Washingtons prangert er als «teuer»
und «gefährlich» an. Mit E-Mail-Kampagnen und
Protestaufrufen schlägt Redford Alarm, wenn es um Ölbohrungen
in Alaska und die Lockerung strikter Umweltauflagen geht.
Auch beim Hollywood-Nachwuchs zählt Aktivismus zum Rollenverständnis.
«Titanic»-Star Leonardo DiCaprio (29) trat beim «Earthday»-Protest
in Washington gegen Atomenergie und Ölverschwendung in Aktion.
Seit 1998 finanziert er eine Stiftung für alternative Energiegewinnung.
Im neuen Hauptquartier der Umweltorganisation «Natural Resources
Defense Council» im kalifornischen Santa Monica hat DiCaprio
ein «Aktivismus-Center» eingerichtet, mit dem er vor
allem junge Leute ansprechen will. Sein Kollege Edward Norton
(«Fight Club») widmet einen Großteil seiner
Zeit und seiner Webseite dem Ausbau von Solarenergie.
Woody Harrelson («Natural Born Killers») macht immer
wieder durch spektakuläre Aktionen auf Naturverträglichkeit,
Umweltschutz und sich aufmerksam. 2003 radelte er 2400 Kilometer
entlang der Westküste, ließ sich von einem solar- und
hanfbetriebenen Bus begleiten und warnte auf seiner Vortragstour
vor ungesunder Industrie-Nahrung.
Selten kommt es zwischen Hollywoodstars und Umweltaktivisten
zu bitteren Szenen, wie im Fall der Millionenklage von Barbra
Streisand gegen den Fotografen und Naturschützer Kenneth
Adelman. Der hatte im vergangenen Jahr die gesamte kalifornische
Küste aus der Luft fotografiert und eine Webseite eingerichtet,
um die Bebauung und Zerstörung zu dokumentieren. Die Sängerin
und Schauspielerin zog vor Gericht, weil auf den Fotos ihr teures
Malibu-Grundstück im Detail zu sehen war. Der Richter wies
ihre Forderung auf Schadenersatz zurück.
Ex-Hollywoodstar Arnold Schwarzenegger konnte bisher einen Streit
mit Umweltaktivisten vermeiden - trotz seiner Schwäche für
den benzinfressenden «Hummer»-Geländewagen. Der
Gouverneur machte einen liberalen Aktivisten zu seinem Chef für
Umweltangelegenheiten. Er will ein «Wasserstoff-Autobahn-Programm»
mit alternativen Brennstoffen ins Rollen bringen. Sogar der «Hummer»
soll umgebaut und mit Wasserstoff betrieben werden. «Ich
will saubere Luft, Wasser und Umwelt», versprach Schwarzenegger
nach seinem Amtsantritt. Die Kollegen Eastwood und Redford werden
ihm darin nicht widersprechen.
|