Menschenrechtler beklagen Kriegseinsatz minderjähriger
Mädchen
Vor dem Internationalen Frauentag am 8. März
haben Hilfsorganisationen zunehmende sexuelle Gewalt gegen Frauen
und Kinder angeprangert.
Berlin/New York (dpa) - Vergewaltigungen und Misshandlungen
von Frauen würden weltweit in einem wachsenden Ausmaß
gezielt als Kriegswaffe eingesetzt, kritisierten das Kinderhilfswerk
UNICEF und die Frauenschutz-Organisation Medica Mondiale am Donnerstag
in Berlin.
Allein im Krisengebiet Ost-Kongo betreute UNICEF in den vergangenen
Monaten 8000 Opfer von Vergewaltigungen. «Es werden vierjährige
Mädchen vergewaltigt und junge Frauen als Sex-Sklavinnen
verschleppt», sagte UNICEF-Mitarbeiterin Milen Kidane. «Marodierende
Banden überfallen ein Dorf und zwingen Väter, ihre eigenen
Töchter zu vergewaltigen. Weigern sie sich, werden sie vor
den Augen ihrer Familie erschossen.»
Der Bundesverband pro familia wies in Frankfurt/Main darauf
hin, dass jährlich rund eine halbe Million Frauen und Mädchen
unter falschen Versprechungen in EU-Länder geschleust und
zur Prostitution gezwungen würden. Meist müssten sie
ihre Pässe abgeben und würden mit Vergewaltigungen und
Drohungen eingeschüchtert. «Frauenhandel ist Frauenverachtung,
er verstößt gegen grundlegende Menschenrechte»,
sagte die stellvertretende pro familia-Vorsitzende Monika Häußler-
Sczepan. Die Gesellschaft müsse sehr viel mehr gegen sexuelle
Ausbeutung vorgehen und die Opfer unterstützen.
Laut einer in New York veröffentlichten Studie einer kanadischen
Menschenrechtsgruppe waren Mädchen in den vergangenen Jahren
weltweit in mehr als 30 Ländern als Kindersoldatinnen im
Kampfeinsatz. Die meisten Mädchen würden zudem sexuell
missbraucht und wie Sklavinnen ausgebeutet.
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