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- 24.02.2004 -

 

 

 

 


 

Pentagon nennt Studie über Gefahr durch Klimawandel «Spekulation»

Das Pentagon hat eine interne Studie über die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf die Sicherheit der USA und der Welt als «Spekulation» bezeichnet.

Washington/Potsdam (dpa) - Die Verfasser des Papieres, über das die britische Tageszeitung «Observer» vor kurzem berichtet hatte, waren zu dem Schluss gekommen, dass die internationale Sicherheit durch Umweltveränderungen mehr gefährdet werden könnte als durch Terrorismus.

Es handele sich um eine von vielen Einschätzungen und Untersuchungen aller möglichen Szenarien, die Auswirkungen auf die USA haben könnten, hieß es in einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung des leitenden Autors der Studie, Andrew Marshall. Er steht an der Spitze einer Pentagon-Abteilung, die ähnlich wie Denkfabriken mögliche Konstellationen in der Zukunft untersucht.

In der im Oktober 2003 fertig gestellten Studie wird spekuliert, dass durch Klimawechsel entstehende Knappheit an Trinkwasser und Energie zu Anarchie und Kriegen zur Aneignung oder auch Verteidigung der kostbaren Ressourcen führen könnte. Staaten könnten sich sogar veranlasst sehen, Nuklearwaffen zum Schutz ihrer Reserven zu entwickeln. Marshall erklärte dazu, obwohl es bei diesem Thema «bedeutenden wissenschaftliche Grundlagen» gebe, seien viele der in der Studie enthaltenen Voraussagen nur Spekulation.

Nach Berichten über die Studie könnten zum Beispiel in Großbritannien bereits zwischen 2010 und 2020 sibirische Kälte herrschen und die Küsten Hollands durch Sturmfluten unbewohnbar werden.

Prof. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung sagte in einem dpa-Gespräch, die Studie mache keine konkreten Vorhersagen. «Die Pentagon-Mitarbeiter haben nur beschrieben, was passieren könnte, wenn der Nordatlantikstrom auf einmal abreißen würde.» Diese Ozeanströmung bringt derzeit warmes Wasser nach Europa. Sie könnte aber bei steigender globaler Erwärmung durch verstärkte Niederschläge und Schmelzwasser aus Grönland abgeschwächt werden. «Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass sich der Nordatlantikstrom schon zwischen 2010 und 2020 verabschiedet.»

 

 Mehr Informationen:

Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Observer

 

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