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- 01.02.2004 -

 

 

 

Kampf gegen Hunger und Armut: Weltweite Steuer vorgeschlagen

Im Kampf gegen Armut und Hunger soll eine weltweite Steuer auf gewisse Formen des Waffenhandels und Finanztransaktionen eingesetzt werden.

Genf (dpa) - Diese Steuer hat der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva vorgeschlagen. Er traf sich am Freitag in Genf mit dem französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac und dem chilenischen Präsidenten Ricardo Lagos bei UN-Generalsekretär Kofi Annan, um über Maßnahmen zur Bekämpfung von Hunger und Armut zu beraten.

Brasilien und Frankreich setzen eine Arbeitsgruppe ein, die herausfinden soll, ob eine solche Besteuerung möglich ist. Chirac sagte, er unterstütze diesen Plan. Die Politiker riefen in Erinnerung, das jede Minute elf Kinder unter fünf Jahren an den Folgen von Unterernährung sterben. Chirac verwies darauf, dass 1,1 Milliarden Menschen im täglichen Überlebenskampf stehen und mit weniger als einem Dollar auskommen müssen. Ein «internationales Besteuerungssystem» könne helfen, mehr Geld zur Unterstützung dieser Menschen aufzutreiben, sagte er.

Lagos sprach von einem «sozialen Defizit» in der Welt. Aufgerufen wurde auch zu einer Schuldenminderung für die Dritte Welt und einem freien und fairen Welthandel. Dazu gehört nach Annans Worten auch der Abbau der Agrarsubventionen in den USA und in der EU.

Nach den so genannten Millennium-Zielen der Vereinten Nationen, soll bis 2015 die Zahl der hungernden Menschen weltweit von derzeit mehr als 840 Millionen halbiert werden. Diese Ziele würden bisher aber nur unzureichend und langsam verfolgt. «Nun ist es an der Zeit, sie verwirklichen», sagte Annan.

In einer Erklärung der vier Politiker, die auf Lulas Initiative hin zusammengekommen waren, heißt es weiter, dass jeden Tag 24.000 Menschen verhungern. «Wir haben die negativen Folgen zwischen Hunger und Armut, Gesundheit, Bildung und Entwicklung hervorgehoben», erklärten sie.

 

 Mehr Informationen:

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