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Kampf gegen Hunger und Armut: Weltweite
Steuer vorgeschlagen
Im Kampf gegen Armut und Hunger
soll eine weltweite Steuer auf gewisse Formen des Waffenhandels
und Finanztransaktionen eingesetzt werden.
Genf (dpa) - Diese Steuer hat
der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva vorgeschlagen.
Er traf sich am Freitag in Genf mit dem französischen Staatspräsidenten
Jacques Chirac und dem chilenischen Präsidenten Ricardo Lagos
bei UN-Generalsekretär Kofi Annan, um über Maßnahmen
zur Bekämpfung von Hunger und Armut zu beraten.
Brasilien und Frankreich setzen
eine Arbeitsgruppe ein, die herausfinden soll, ob eine solche
Besteuerung möglich ist. Chirac sagte, er unterstütze
diesen Plan. Die Politiker riefen in Erinnerung, das jede Minute
elf Kinder unter fünf Jahren an den Folgen von Unterernährung
sterben. Chirac verwies darauf, dass 1,1 Milliarden Menschen im
täglichen Überlebenskampf stehen und mit weniger als
einem Dollar auskommen müssen. Ein «internationales
Besteuerungssystem» könne helfen, mehr Geld zur Unterstützung
dieser Menschen aufzutreiben, sagte er.
Lagos sprach von einem «sozialen
Defizit» in der Welt. Aufgerufen wurde auch zu einer Schuldenminderung
für die Dritte Welt und einem freien und fairen Welthandel.
Dazu gehört nach Annans Worten auch der Abbau der Agrarsubventionen
in den USA und in der EU.
Nach den so genannten Millennium-Zielen
der Vereinten Nationen, soll bis 2015 die Zahl der hungernden
Menschen weltweit von derzeit mehr als 840 Millionen halbiert
werden. Diese Ziele würden bisher aber nur unzureichend und
langsam verfolgt. «Nun ist es an der Zeit, sie verwirklichen»,
sagte Annan.
In einer Erklärung der vier
Politiker, die auf Lulas Initiative hin zusammengekommen waren,
heißt es weiter, dass jeden Tag 24.000 Menschen verhungern.
«Wir haben die negativen Folgen zwischen Hunger und Armut,
Gesundheit, Bildung und Entwicklung hervorgehoben», erklärten
sie.
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