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- 12.12.2003 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Klimakonferenz beendet:

Trittin: Kyoto keine «Zwangsjacke»

Zum Abschluß des Klimagipfels in Mailand betonte Umweltminister Trittin, dass die EU die Umsetzung des Kyoto- Protokolls weiter vorantreiben wolle.

Mailand/Rom (dpa) - Die Europäische Union will nach Angaben von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) die Umsetzung des Kyoto-Protokolls weiter vorantreiben, obwohl es von den USA und Russland noch nicht ratifiziert ist. Zum Abschluss der UN-Klimakonferenz wies er am Freitag erneut die Kritik der USA an der Vereinbarung zur Reduktion der Treibhausgase zurück. Diese sei keine «Zwangsjacke» wie von der US-Delegation behauptet worden sei, sagte Trittin laut einer schriftlichen Erklärung. Die EU wolle alles unternehmen, was zur Umsetzung des Protokolls notwendig sei. Anfang 2005 würden die EU- Staaten den Handel mit Emissionsrechten einführen, um mit großer Flexibilität für Staaten und Industrie die Reduktionsziele zu erreichen, betonte Trittin.

Klimapolitik am Scheideweg

«In Mailand ist deutlich geworden, dass die internationale Klimapolitik am Scheideweg steht», sagte der Minister. Auf der einen Seite stehe das von 120 Staaten ratifizierte Kyoto-Protokoll, auf der anderen der US-Ansatz unverbindlicher Absprachen. «Wir können es uns aber angesichts bereits heute erkennbarer Folgen des Klimawandels nicht erlauben, weiter untätig abzuwarten», fügte er hinzu. Der Temperaturanstieg bis 2100 müsse auf 2 Grad begrenzt werden. Die wissenschaftlichen Szenarien gingen von einer globalen Erwärmung um bis zu 5,8 Grad aus.

Auf der Klimakonferenz seien letzte Lücken bei der Ausgestaltung des Kyoto-Protokolls geschlossen worden. So könnten sich die Industrieländer Aufforstungsprojekte in den Entwicklungsländern für ihr Klimaschutzziel anerkennen lassen. Waldverluste etwa durch Abholzung oder Waldbrände würden zum Verlust von entsprechend erteilten Emissionsgutschriften führen. Die Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) begrüßte dies Ergebnis. Dennoch sei es schlecht, dass insbesondere große Plantagen und Projekte mit genetisch veränderten Organismen nicht ausgeschlossen worden seien.

Alle warten auf Russland

Damit das Kyoto-Protokoll nun auch in Kraft treten kann, fordert der WWF Russland auf, es zu ratifizieren. «Das Kioto-Protokoll steht jetzt auf einem soliden Fundament. Das Haus ist fertig gestellt und Russland hält den Schlüssel in seinen Händen. Alles was wir nun brauchen ist, dass Russland die Tür öffnet», so Alexey Kokorin, Leiter des russischen WWF-Klimaprogramms.

Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert die Bundesregierung auf, Russland zur Ratifizierung des Kyoto-Protokolls zu drängen. In Mailand sei die Grundlage geschaffen worden, um das Protokoll ohne weitere Verzögerung in Kraft zu setzen. Den USA sei es nicht gelungen, die Verhandlungen zu behindern.

Weltkonferenz zu alternativen Energien im Juni in Bonn

Während des Mailänder Treffens gab es laut Trittin eine breite Unterstützung für die geplante Weltkonferenz zu alternativen Energien im kommenden Juni in Bonn. Auch arabische Staaten hätten sich in Mailand zum Ausbau erneuerbarer Energien bekannt. Jemen wolle im Frühjahr ein arabisches Vorbereitungstreffen zur Bonner Konferenz ausrichten.

Der Direktor des UN-Umweltprogramms (UNEP), Klaus Töpfer, sagte in einem Interview mit der «Süddeutschen Zeitung» (Freitagausgabe): «Ich glaube, wir sollten nicht das Hauptaugenmerk immer und immer wieder darauf richten, wann und wie Russland nun ratifiziert.» Angesichts des Klimawandels müsse man «schlicht und einfach handeln - mit oder ohne Kyoto-Protokoll, wobei dieses Protokoll nach wie vor den besten Weg darstellt.»

 

  vista verde special: Klimagipfel in Mailand


©
IISD

Die UN-Klimakonferenz in Mailand ging am Freitag zu Ende.


 Mehr Informationen:

UNFCCC COP9

BMU: Klimaschutz

vista verde special: Klimagipfel in Mailand

 

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