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- 01.12.2003 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Klimakonferenz begonnen: Trittin setzt auf Moskau nach der Wahl

In Mailand hat am Montag die bis zum 12. Dezember geplante UN-Klimakonferenz begonnen.

Mailand/Berlin (dpa) - Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) äußerte in Berlin die Erwartung, dass die Verhandlungen zum weltweiten Abbau von Treibhausgasen jetzt «in kleinen Schritten» weitergehen werden, auch wenn das Klimaschutzprotokoll von Kyoto noch nicht in Kraft getreten sei. Trotz der jüngsten skeptischen Erklärung von Russlands Präsidenten Wladimir Putin erwartet Trittin, dass Moskau diesen Vertrag nach der Präsidentenwahl im März 2004 besiegeln werde.

Auch der Präsident der 9. Klimakonferenz, der ungarische Umweltminister Miklos Persanyi, zeigte sich hoffnungsvoll. «Die meisten sind sehr zuversichtlich, dass Russland seine Verpflichtungen im Zusammenhang mit der Ratifizierung von Kyoto erfüllen wird», sagte er zu Beginn der Konferenz, an der Wissenschaftler, Umweltaktivisten und Vertreter von mehr als 180 Ländern teilnehmen. «Russland hat erklärt, Kyoto zu ratifizieren, ohne jedoch einen Zeitpunkt zu nennen», fügte Persanyi hinzu.

Trittin mahnte: «Will die Weltgemeinschaft im internationalen Klimaschutz vorankommen, können wir nicht in der Zwischenzeit die Hände in den Schoß legen.» Deshalb sollen auf den verschiedenen Fachebenen Bestandsaufnahmen vorgenommen werden.

Deutschland will Emissionshandel vorantreiben

Die Deutschen wollen den Emissionshandel vorantreiben. Dazu kündigte Trittin an, dass die Bundesregierung noch vor Ende 2003 einen Gesetzentwurf einbringen werde, der die organisatorischen Zuständigkeiten kläre. In einem weiteren Gesetz 2004 gehe es um die schwierigen Zurechnungsentscheidungen für die Emissionsrechte auf die verschiedenen Wirtschaftsbranchen, den Verkehrsbereich und die privaten Haushalte. Von 2005 an stünden den Unternehmen und Gruppen entsprechende Lizenzen zur Verfügung.

Zugleich sollen in Mailand erneut Aufforstungsprojekte mit und in Entwicklungsländern diskutiert werden. Die hierdurch angenommene Aufnahme atmosphärischen Kohlenstoffs durch Bäume können sich die Industrieländer auf ihre Verpflichtungen zur Minderung von Kohlendioxid-Emissionen anrechnen lassen. Eine Arbeitsgruppe soll hierzu abschließende Kriterien finden.

Warten auf Russland

Ohne Russland kann das von 119 Staaten bereits ratifizierte Kyoto-Protokoll von 1997 nicht in Kraft treten. Es verpflichtet die Industrieländer, ihre Treibhausgase von 1990 bis 2012 um im Schnitt 5,2 Prozent verringern. Trotz derzeit widerstreitender Interessen in Moskau habe das Land ein überragendes Interesse an der Ratifizierung, betonte Trittin. Es habe große Investitionen zu erwarten, wenn zum Beispiel bei Kraftwerken und Energietransportsystemen moderne Techniken eingeführt würden. Moskau könne sich dies dann als klimaschonenden Beitrag anrechnen lassen.

«Sonst wird es diese Investitionen und den damit verbundenen Benefit (Erlös) nicht geben», so der deutsche Umweltminister. Außerdem sei den Russen ein gewisses Pokern nicht fremd, kommentierte er die anhaltende Blockade. Putin hatte erst zwei Tage zuvor erklärt, das Klimaschutz-Protokoll werde nur unterzeichnet, wenn dies im nationalen Interesse sei. Weil die USA eine Mitgliedschaft verweigern, kann das Kyoto-Protokoll nur nach einem Beitritt Moskaus in Kraft treten.

Unterdessen haben die USA ihre Ablehnung des Kyoto-Protokolls bekräftigt. Die US-Staatssekretärin Paula Dobriansky sagte in einem Interview mit der britischen Zeitung «Financial Times» (Montagausgabe), die Klima-Vereinbarung sei «unrealistisch». Die Treibhausgase gelten als eine Hauptursache des weltweiten Klimawandels und dem damit verbundenen globalen Temperaturanstiegs, der etwa zum Abschmelzen der Gletscher führt.

Am Dienstag der kommenden Woche will Trittin nach Mailand reisen.

 


© ArtToday

Umweltminister Trittin erwartet, dass Moskau das Kyoto-Protokoll nach der Präsidentenwahl im März 2004 unterzeichnen wird.

 

 Mehr Informationen:

UNFCCC COP9

BMU: Klimaschutz

WBGU: Über Kioto hinaus denken – Klimaschutzstrategien für das 21. Jahrhundert

Wie funktioniert der Treibhauseffekt?

vista verde: Klima

 

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