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Südafrika:
Konzert der Superlative krönt Mandelas
Aids-Kampagne
Mit einem musikalischen Feuerwerk
der Superlative hat Südafrika am Samstag den Höhepunkt
einer Aids- Kampagne gesetzt, die weltweit Stars und Musiker mobilisiert
hat.
Von Ralf E. Krüger, dpa
Johannesburg/Kapstadt (dpa) -
US- Talkshow-Star Oprah Winfrey wippte an der Seite von Ex-Präsident
Nelson Mandela und seiner Frau Graca im Takt, als Beyonce Knowles
im superknappen Minirock das Aids-Benefiz-Konzert eröffnete.
«46664» skandierte sie das nach Mandelas einstiger
Häftlingsnummer benannte Motto des Konzerts. Der Rhythmus
übertrug sich im ausverkauften Green Point Stadium auf die
begeisterte Menge, die in Kapstadts milder Sommernacht begeistert
mitsang.
Schwarz und Weiß, Alt und
Jung ließen sich mitreißen von der Musik, die nur
kurz von Botschaften rund ums Thema Aids unterbrochen wurden.
«Von Anfang bis Ende war hier Partystimmung, auch wenn dabei
das ernste Thema nicht zu kurz kam», sagte die Deutsche
Christiane Schulte im Publikum. Ein Jahrzehnt nach dem Fall der
Apartheid präsentierte sich einem auf bis zu zwei Milliarden
Zuschauern geschätzten TV-Publikum eine selbstbewusste Regenbogen-Nation.
Musiker wie Bono oder Peter Gabriel, die einst für Mandelas
Freilassung aus Apartheid-Haft auftraten, taten es umsonst im
Kampf gegen Aids.
«Ich habe weder Stimme
noch Busen noch Tänzer - mein Job ist die Begrüßung»,
meinte Musiker Bob Geldof nach Beyonces Auftritt. Bevor er Bob
Marleys «Redemption Song» anstimmte, würdigte
er einen sichtlich gerührten Mandela als «zerbrechlichen,
alten Gentleman», der als einer der «Giganten unseres
Planeten» dem Begriff Menschlichkeit eine neue Bedeutung
gegeben habe. Aids werde zum Politikum, wenn der reiche Norden
Medikamente produziere, die sich der arme Teil der Welt nicht
leisten könne, meinte Geldof. Der Künstler, der in den
80er Jahren Musik als Medium zur Schaffung von öffentlichem
Bewusstsein propagierte, betonte: «Aids versperrt die Zukunft
- wenn das nicht politisch ist, weiß ich nicht, was es ist.»
Afrikas Musikerelite - von Youssou
N'Dour über Johhny Clegg bis Yvonne Chaka Chaka - gab sich
ein beeindruckendes Stelldichein an der Seite ihrer internationalen
Musikerkollegen. «Jeder für sich und alle zusammen
sind wir großartig. Musik hat die Macht, Furcht und Tabus
zu überwinden», gab sich Sängerin Angelique Kidjo
überzeugt. Einer der Höhepunkte des Abends war der Auftritt
von Yussuf Islam alias Cat Stevens. Erstmals seit mehr als einem
Vierteljahrhundert stimmte er an der Seite von Peter Gabriel eine
modifizierte Variante seines Uralt-Hits «Wild world»
an. «Das ist heute ein wichtiger Anlass. Ich glaube, dass
es da, wo Hoffnung ist, auch eine Lösung gibt.»
Emotion und ein Hauch von Nostalgie
lagen in der Luft, als Gabriel seine musikalische Hommage an den
Anti-Apartheid-Aktivisten Steve Biko anstimmte und Bono den «Long
walk to freedom» besang - ein Titel, den einst Mandela für
seine Memoiren gewählt hatte. «Das ist ein Präsident
für überall dort, wo die Freiheit geliebt wird»,
kündigte Bono den 85-Jährigen an, der mit seiner einstigen
Häftlingsnummer auf der Brust auf die Bühne kam. «Heute
ist der Beginn einer Kampagne. Zusammen können wir Aids besiegen
und eine Zukunft für alle absichern», gab sich Mandela
überzeugt. Der Erlös der Kampagne - zu der auch Einnahmen
der CD- und DVD-Mitschnitte des Konzerts gehören - kommen
Mandelas Stiftung zugute. Insgesamt sind in Südafrika 5,3
Millionen Menschen mit dem Aids-Virus infiziert.
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