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- 25.11.2003 -

 

 

 

 

 

 

Gutachten: Klimaschutzziele reichen nicht aus - Erwärmung droht

Gefährliche Veränderungen des Klimas sind nach Ansicht von Experten nur noch zu vermeiden, wenn der Ausstoß von Kohlendioxid weltweit stärker zurückgefahren wird als bisher geplant.

Berlin (dpa) - Die international vereinbarten Klimaschutzziele müssten «deutlich höher als bisher gesetzt werden», heißt es in einem Gutachten, das am Dienstag in Berlin an Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) und Wissenschaftsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) übergeben wurde.

Nach Ansicht des «Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen» (WBGU) ist nur noch eine globale Erwärmung um höchstens weitere 1,4 Grad tolerierbar. Seit Beginn der Industrialisierung hat sich die globale Mitteltemperatur bereits um 0,6 Grad erhöht. Bei einer Erwärmung um mehr als 2 Grad würden gefährliche Klimaänderungen sehr wahrscheinlich. Ohne eine konsequente Klimaschutzpolitik werde diese Grenze im 21. Jahrhundert überschritten.

Deshalb muss nach Ansicht der Experten der vom Menschen verursachte Ausstoß von Kohlendioxid bis 2050 global um 45 bis 60 Prozent gegenüber 1990 gesenkt werden. Dies bedeute, dass die Industrieländer ihren Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 um mindestens 20 Prozent verringern müssten. Bisher haben sie sich lediglich dazu verpflichtet, die Emissionen bis 2012 um 5 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren.

Das Gutachten unterstreicht nach Ansicht von Bulmahn und Trittin die Notwendigkeit, dass schon heute Klimaschutzstrategien entwickelt werden, die über die bisher im Kyoto-Protokoll vereinbarten Ziele hinaus gehen. «Auch wenn es jetzt darauf ankommt, dass das Kyoto- Protokoll in Kraft tritt und umgesetzt wird, müssen wir schon heute darüber nachdenken, wie die nächsten Schritte aussehen», sagte Trittin. Er verwies darauf, dass sich die Koalitionsparteien in Berlin darauf verständigt haben, für Deutschland eine Minderung des CO2-Ausstoßes um 40 Prozent gegenüber 1990 anzustreben, wenn die EU sich insgesamt zu einer Reduzierung um 30 Prozent verpflichtet.

Das 1997 unterzeichnete Kyoto-Protokoll ist bisher von Russland nicht ratifiziert und deshalb in seiner Umsetzung blockiert. Die USA sind aus der Vereinbarung völlig ausgestiegen.

 

 Mehr Informationen:

WBGU: Über Kioto hinaus denken – Klimaschutzstrategien für das 21. Jahrhundert

BMU: Klimaschutz

Wie funktioniert der Treibhauseffekt?

vista verde: Klima

 

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