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- 18.11.2003 -

 

 

 

 

 

 

 

UN: Aufruf zu dringender Nothilfe für 45 Millionen Menschen

UN-Generalsekretär Kofi Annan hat die internationale Gemeinschaft aufgerufen, dringend erforderliche Nothilfe für etwa 45 Millionen Menschen in 21 Krisengebieten auch im kommenden Jahr zu gewährleisten.

New York/Brüssel (dpa) - Die weitaus meisten der Notleidenen kämpften unter extrem schwierigen Bedingungen in 17 Konfliktregionen Afrikas ums Überleben, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten gemeinsamen Hilfsappell von 136 humanitären Organisationen. «Diese 45 Millionen sind keine Statistik, sondern echte Menschen mit echten Bedürfnissen, die meisten von ihnen Kinder, Frauen und alte Leute», erklärte Annan in einer Rede vor dem Weltsicherheitsrat in New York.

Für die Finanzierung von 1086 konkreten Hilfsprojekten sollen Geberländer insgesamt drei Milliarden Dollar (2,6 Milliarden Euro) zur Verfügung stellen. Diese Summe für ein Jahr sei gering im Vergleich zu den weltweiten Militärausgaben von mehr als 790 Milliarden Dollar. Allerdings brächten bislang nur zehn entwickelte Länder 90 Prozent der staatlichen humanitären Hilfe auf. Viele Länder und auch viele der 500 größten Konzerne könnten weit mehr für Menschen tun, die unter Kriegen und Umweltkatastrophen litten.

In dem Appell werden zugleich erhebliche Ungleichgewichte bei der Bereitstellung von Mitteln für Krisenregionen beklagt. Besonders in Afrika verursachten «vergessene Krisen» millionenfaches Leid, für dessen Linderung weit weniger Geld zur Verfügung stehe als zum Beispiel für die humanitäre Hilfe im Irak. Insgesamt seien 66 Prozent der für dieses Jahr versprochenen Mittel eingegangen, für ein Land wie Liberia aber nur 24 Prozent und für Burundi ebenfalls nur 28 Prozent, sagte Annan.

Hilfe zur Überwindung von Notsituationen sei für die reichen Länder mehr als nur eine moralische Verpflichtung. «Die Sicherheit von Menschen in Gebernationen ist heute eng verknüpft mit der Sicherheit und dem Wohlergehen von Menschen anderswo.» Einige Geberstaaten hätten diese Überzeugung bereits in ihrer Außen- und Entwicklungspolitik verankert. Sie würden die «komplexen Zusammenhänge zwischen Krisen, weit verbreiteter Not und Unterentwicklung sowie der Auswanderung mit der globalen Sicherheit anerkennen».

Der Appell wird auch von der EU-Kommission mit getragen. Poul Nielson, EU-Kommissar für Nothilfe und Entwicklung, bekräftigte das Hilfsversprechen von jährlich 125 Millionen Euro für humanitäre Programme. «Der UN-Aufruf ist auch eine Gelegenheit, die Aufmerksamkeit auf vergessene Krisen wie den Konflikt in Nord-Uganda zu richten, über die in den Medien kaum berichtet wird», sagte Nielson.

Das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Hilfe will nach Angaben einer Sprecherin in Kürze einen «zentralen Mechanismus für individuelle Spenden einrichten». Dann sollen unter anderem Online- Spenden für die Hilfsprojekte möglich sein. Bisher seien Spenden nur an die 136 einzelnen Organisationen möglich, die sich dem Hilfsappell angeschlossen haben, sowie über verschiedenen UN-Organisationen. Dazu gehören das Kinderhilfswerk (UNICEF) und das Flüchtlingshilfswerk (UNHCR). Auch das Internationale Rote Kreuz nehme Spenden für die Hilfsprojekte in Krisenregionen entgegen.

 

 Mehr Informationen:

Einzelheiten zu den beteiligten Organisationen und zum Hilfsappell der UN

EU-Kommission

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

 

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