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UN: Aufruf zu dringender Nothilfe für
45 Millionen Menschen
UN-Generalsekretär Kofi
Annan hat die internationale Gemeinschaft aufgerufen, dringend
erforderliche Nothilfe für etwa 45 Millionen Menschen in
21 Krisengebieten auch im kommenden Jahr zu gewährleisten.
New York/Brüssel (dpa) -
Die weitaus meisten der Notleidenen kämpften unter extrem
schwierigen Bedingungen in 17 Konfliktregionen Afrikas ums Überleben,
heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten gemeinsamen
Hilfsappell von 136 humanitären Organisationen. «Diese
45 Millionen sind keine Statistik, sondern echte Menschen mit
echten Bedürfnissen, die meisten von ihnen Kinder, Frauen
und alte Leute», erklärte Annan in einer Rede vor dem
Weltsicherheitsrat in New York.
Für die Finanzierung von
1086 konkreten Hilfsprojekten sollen Geberländer insgesamt
drei Milliarden Dollar (2,6 Milliarden Euro) zur Verfügung
stellen. Diese Summe für ein Jahr sei gering im Vergleich
zu den weltweiten Militärausgaben von mehr als 790 Milliarden
Dollar. Allerdings brächten bislang nur zehn entwickelte
Länder 90 Prozent der staatlichen humanitären Hilfe
auf. Viele Länder und auch viele der 500 größten
Konzerne könnten weit mehr für Menschen tun, die unter
Kriegen und Umweltkatastrophen litten.
In dem Appell werden zugleich
erhebliche Ungleichgewichte bei der Bereitstellung von Mitteln
für Krisenregionen beklagt. Besonders in Afrika verursachten
«vergessene Krisen» millionenfaches Leid, für
dessen Linderung weit weniger Geld zur Verfügung stehe als
zum Beispiel für die humanitäre Hilfe im Irak. Insgesamt
seien 66 Prozent der für dieses Jahr versprochenen Mittel
eingegangen, für ein Land wie Liberia aber nur 24 Prozent
und für Burundi ebenfalls nur 28 Prozent, sagte Annan.
Hilfe zur Überwindung von
Notsituationen sei für die reichen Länder mehr als nur
eine moralische Verpflichtung. «Die Sicherheit von Menschen
in Gebernationen ist heute eng verknüpft mit der Sicherheit
und dem Wohlergehen von Menschen anderswo.» Einige Geberstaaten
hätten diese Überzeugung bereits in ihrer Außen-
und Entwicklungspolitik verankert. Sie würden die «komplexen
Zusammenhänge zwischen Krisen, weit verbreiteter Not und
Unterentwicklung sowie der Auswanderung mit der globalen Sicherheit
anerkennen».
Der Appell wird auch von der
EU-Kommission mit getragen. Poul Nielson, EU-Kommissar für
Nothilfe und Entwicklung, bekräftigte das Hilfsversprechen
von jährlich 125 Millionen Euro für humanitäre
Programme. «Der UN-Aufruf ist auch eine Gelegenheit, die
Aufmerksamkeit auf vergessene Krisen wie den Konflikt in Nord-Uganda
zu richten, über die in den Medien kaum berichtet wird»,
sagte Nielson.
Das UN-Büro für die
Koordinierung humanitärer Hilfe will nach Angaben einer Sprecherin
in Kürze einen «zentralen Mechanismus für individuelle
Spenden einrichten». Dann sollen unter anderem Online- Spenden
für die Hilfsprojekte möglich sein. Bisher seien Spenden
nur an die 136 einzelnen Organisationen möglich, die sich
dem Hilfsappell angeschlossen haben, sowie über verschiedenen
UN-Organisationen. Dazu gehören das Kinderhilfswerk (UNICEF)
und das Flüchtlingshilfswerk (UNHCR). Auch das Internationale
Rote Kreuz nehme Spenden für die Hilfsprojekte in Krisenregionen
entgegen.
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