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Atomenergie: Paris plant «baldigen
Bau» eines EPR-Reaktors
Die französische Regierung
plant den «baldigen Bau» eines Prototyps des neuen
Europäischen Druckwasserreaktors (EPR).
Paris (dpa) - Dieses Ziel ist
im neuen Weißbuch zur Energiepolitik festgeschrieben, das
die französische Industrieministerin Nicole Fontaine am Freitag
in Paris vorstellte. Dort heißt es: «Ein Prototyp
ist unverzichtbar, angesichts der technischen Entwicklung, der
Sicherheitsanforderungen und um den Bau neuer Atomzentren optimal
vorzubereiten.» Ein entsprechender Gesetzentwurf soll dem
Parlament Anfang 2004 zur Beratung vorgelegt werden. Der EPR ist
in den neunziger Jahren von Siemens und der französischen
Framatome entwickelt worden.
«Der EPR ist ein europäisches,
genauer ein französisch-deutsches Projekt», sagte Fontaine.
Die Kosten für den Bau veranschlagte sie auf rund drei Milliarden
Euro, die von der Industrie finanziert werden sollten. Dabei könnten
auch andere europäische Partner mit einsteigen. Der neue
EPR-Reaktor werde zehn Mal sicherer und in der Stromerzeugung
rund zehn Prozent günstiger sein als herkömmliche Kernkraftwerke.
In Frankreich werden rund 80
Prozent des Stroms in Kernkraftwerken erzeugt. Die ersten der
58 Atomreaktoren des Landes laufen nach Angaben der Industrie
zwischen 2015 und 2020 aus. Zwischen 2012 und 2015 müsse
die Technologie zur Erneuerung der Kraftwerke feststehen, um dann
zu entscheiden, ob und in welchem Umfang dies umgesetzt werde,
sagte Fontaine.
Nach Informationen von Branchenbeobachtern
treibt die französische Regierung auch deshalb ihre EPR-Pläne
voran, weil in Finnland ein Großauftrag für den Bau
eines Atomkraftwerks ansteht. Dort liegt Framatome mit seinem
Partner Siemens bestens im Rennen.
Nach der Bekanntgabe der EPR-Pläne
kündigten mehrere Dutzend Organisationen von Atomkraftgegnern
unter Führung der Gruppe «Ausstieg aus der Atomkraft»
für den 17. Januar nächsten Jahres in Paris eine Großdemonstration
gegen die Baupläne an. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace
will im Fall des Baus eines EPR zum Boykott des staatlichen französischen
Stromerzeugers EDF aufrufen.
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