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- 02.11.2003 -

 

 

 

 

 

Brasilien: Greenpeace prangert Urwald-Vernichtung und Sklaverei an

Im brasilianischen Amazonas-Urwald gehen Umweltzerstörung und gravierende Menschenrechtsverletzungen ungeachtet brasilianischer Kampagnen und aller internationalen Warnungen laut Greenpeace in «alarmierendem Ausmaß» weiter.

Hamburg/Rio de Janeiro (dpa) -Ein am Montag veröffentlichter Report der Umweltschutzgruppe prangert «Sklaverei, Mord und illegaler Holzeinschlag im großen Stil» an. Besonders schlimm ist die Lage den Angaben zufolge im nördlichen Bundesstaat Pará. Bisher unberührte Urwaldgebiete seien dort durch ein Netzwerk aus internationalen Holzkonzernen, Politikern und lokalen Mafia-Bossen besetzt worden. 25.000 Menschen müssten in Pará als Sklaven arbeiten, viele würden auf der Flucht ermordet.

«Im Wald herrscht Krieg um Land, Waldausbeutung und Profit um jeden Preis», sagt Greenpeace-Waldexpertin Sandra Pfotenhauer, die zur Zeit mit dem Greenpeace-Schiff «Arctic Sunrise» in der Pará-Hauptstadt Belém ist.

Laut Greenpeace wurden im vergangenen Jahr 25.000 Quadratkilometer Amazonas-Urwald zerstört - eine Fläche der Größe Mecklenburg- Vorpommerns. Pará ist die größte Holz exportierende Region des Amazonas und verkauft Hölzer auch nach Deutschland. Über zwei Drittel des Holzes wird illegal eingeschlagen. Auf der Suche nach Mahagoni dringt die Holzindustrie illegal in Indianer-Gebiete ein. Danach werden im industriellen Maßstab auch Soja-Plantagen und Viehweiden angelegt.

Zur Vorbereitung auf die UN-Konferenz zum Schutz von Urwäldern und Meeren im Februar 2004 in Malaysia treffen sich nächste Woche im kanadischen Montréal die Mitgliedstaaten der «Konvention für die biologische Vielfalt» (CBD). Greenpeace fordert sie auf, Schutzgebiete einzurichten, «um den dramatischen Verlust der Artenvielfalt und die unkontrollierte Zerstörung von Urwäldern zu stoppen».

 

 Mehr Informationen:

Greenpeace:
- Regenwald am Amazonas
- Die Studie (engl.; pdf)

amnesty international:
- Sklavenarbeit nimmt wieder zu
- Brasilien Jahresbericht 2003

DSE/LIS: Brasilien

 

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