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Brasilien: Greenpeace prangert Urwald-Vernichtung
und Sklaverei an
Im brasilianischen Amazonas-Urwald
gehen Umweltzerstörung und gravierende Menschenrechtsverletzungen
ungeachtet brasilianischer Kampagnen und aller internationalen
Warnungen laut Greenpeace in «alarmierendem Ausmaß»
weiter.
Hamburg/Rio de Janeiro (dpa)
-Ein am Montag veröffentlichter Report der Umweltschutzgruppe
prangert «Sklaverei, Mord und illegaler Holzeinschlag im
großen Stil» an. Besonders schlimm ist die Lage den
Angaben zufolge im nördlichen Bundesstaat Pará. Bisher
unberührte Urwaldgebiete seien dort durch ein Netzwerk aus
internationalen Holzkonzernen, Politikern und lokalen Mafia-Bossen
besetzt worden. 25.000 Menschen müssten in Pará als
Sklaven arbeiten, viele würden auf der Flucht ermordet.
«Im Wald herrscht Krieg
um Land, Waldausbeutung und Profit um jeden Preis», sagt
Greenpeace-Waldexpertin Sandra Pfotenhauer, die zur Zeit mit dem
Greenpeace-Schiff «Arctic Sunrise» in der Pará-Hauptstadt
Belém ist.
Laut Greenpeace wurden im vergangenen
Jahr 25.000 Quadratkilometer Amazonas-Urwald zerstört - eine
Fläche der Größe Mecklenburg- Vorpommerns. Pará
ist die größte Holz exportierende Region des Amazonas
und verkauft Hölzer auch nach Deutschland. Über zwei
Drittel des Holzes wird illegal eingeschlagen. Auf der Suche nach
Mahagoni dringt die Holzindustrie illegal in Indianer-Gebiete
ein. Danach werden im industriellen Maßstab auch Soja-Plantagen
und Viehweiden angelegt.
Zur Vorbereitung auf die UN-Konferenz
zum Schutz von Urwäldern und Meeren im Februar 2004 in Malaysia
treffen sich nächste Woche im kanadischen Montréal
die Mitgliedstaaten der «Konvention für die biologische
Vielfalt» (CBD). Greenpeace fordert sie auf, Schutzgebiete
einzurichten, «um den dramatischen Verlust der Artenvielfalt
und die unkontrollierte Zerstörung von Urwäldern zu
stoppen».
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