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Weltbevölkerung:
Rekordzahl von Jugendlichen fordert die
Welt heraus
Eine Rekordzahl von 1,2 Milliarden
Jugendlichen weltweit steht kurz vor ihrem Eintritt in das Erwachsenenleben.
New York/London (dpa) - Doch
die Welt sei weit davon entfernt, diesem Heer junger Menschen
den Weg so zu ebnen, dass auch künftige Generationen noch
davon profitieren könnten, erklärt der Bevölkerungsfonds
der Vereinten Nationen (UNFPA) in seinem Jahresbericht 2003. Er
wurde von der Exekutivdirektorin des UNFPA, Thoraya Obaid, am
Mittwoch in London vorgestellt und zeitgleich am Hauptsitz des
Bevölkerungsfonds in New York veröffentlicht.
Obaid stellte fest, dass junge
Leute heute noch weitaus stärker als in der Vergangenheit
mit einer raschen Folge neuer Realitäten konfrontiert seien
- gesellschaftlich, wirtschaftlich und kulturell. Die Zahl derer,
die nicht mehr unter stabilen ländlichen Traditionen aufwachsen,
sondern den Herausforderungen von Millionenstädten ausgeliefert
seien, nehme ständig zu. Statt von Eltern und anderen Familienmitgliedern
lernten die Jugendlichen heute mehr und mehr von Fremdquellen,
den Massenmedien und dem Internet.
In dem Bericht heißt es,
dass derzeit fast die Hälfte der Menschheit jünger als
25 Jahre und dass jeder fünfte Erdenbürger im Alter
zwischen 10 und 19 Jahren ist. Diese jungen Menschen hätten
ein Recht auf Bildung und Gesundheit sowie auf Chancengleichheit,
bekräftigt UNFPA. Doch trotz aller Versprechen der internationalen
Gemeinschaft zu helfen, leben laut UNFPA 238 Millionen Jugendliche
- jeder vierte junge Mensch weltweit - in extremer Armut.
Mehr als 13 Millionen junge Leute
hätten einen oder beide Elternteile durch Aids verloren,
und zwischen 100 und 250 Millionen lebten auf der Straße.
Düster sieht es dem Bericht zufolge auch in der Bildung aus:
57 Millionen junger Männer und 96 Millionen junger Frauen
im Alter von 15 bis 24 können weder lesen noch schreiben.
Noch schlimmer aber sei die Gefahr durch HIV/Aids. Jede 14 Sekunden
stecke sich ein weiterer Jugendlicher mit dem Aids-Erreger an.
Heranwachsende - ganz besonders junge Frauen - machen etwa die
Hälfte aller Neuinfizierten weltweit aus.
Um Jugendlichen zu helfen, sich
in der Welt zurechtzufinden, seien positive Dialoge und konzertierte
Aktionen in Familien, Gemeinden und Ländern erforderlich
- und zwar auf allen Kontinenten, heißt es in dem Jahresbericht.
Investitionen in das Gesundheitswesen und die Bildung könnten
auch den Zyklus der Armut überwinden helfen, denn 87 Prozent
aller Jugendlichen weltweit leben in Entwicklungsländern.
Wo das aber nicht gelinge, drohten der Gesellschaft «ernste
Konsequenzen» - unter anderem ein schleppendes Wirtschaftswachstum
und politische Unruhen.
«Die Regierungen müssen
mehr unternehmen, um ihre Zusagen zur Unterstützung der internationalen
Entwicklung zu erfüllen und jungen Menschen zu helfen»,
mahnt der UN-Bevölkerungsfonds in dem Bericht. UNFPA erinnert,
dass die Staatengemeinschaft bei der Internationalen Konferenz
für Bevölkerungs- und Entwicklungsfragen (ICPD) im Jahr
1994 versprochen hatte, ein Drittel der Kosten für Maßnahmen
zum reproduktiven Schutz und zur Bevölkerungsentwicklung
zu übernehmen - ein Gesamtbetrag von 18,5 Milliarden Dollar
bis zum Jahr 2005. Doch die Beiträge der internationalen
Gemeinschaft seien seit Jahren rückläufig, bedauert
die UN-Agentur. Gleichzeitig steige der Bedarf der Entwicklungsländer
an finanzieller Unterstützung vor allem wegen der HIV/Aids-Epidemie
stetig an.
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