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- 08.10.2003 -

 

 

 

 

 

 

 

 

Weltbevölkerung:

Rekordzahl von Jugendlichen fordert die Welt heraus

Eine Rekordzahl von 1,2 Milliarden Jugendlichen weltweit steht kurz vor ihrem Eintritt in das Erwachsenenleben.

New York/London (dpa) - Doch die Welt sei weit davon entfernt, diesem Heer junger Menschen den Weg so zu ebnen, dass auch künftige Generationen noch davon profitieren könnten, erklärt der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) in seinem Jahresbericht 2003. Er wurde von der Exekutivdirektorin des UNFPA, Thoraya Obaid, am Mittwoch in London vorgestellt und zeitgleich am Hauptsitz des Bevölkerungsfonds in New York veröffentlicht.

Obaid stellte fest, dass junge Leute heute noch weitaus stärker als in der Vergangenheit mit einer raschen Folge neuer Realitäten konfrontiert seien - gesellschaftlich, wirtschaftlich und kulturell. Die Zahl derer, die nicht mehr unter stabilen ländlichen Traditionen aufwachsen, sondern den Herausforderungen von Millionenstädten ausgeliefert seien, nehme ständig zu. Statt von Eltern und anderen Familienmitgliedern lernten die Jugendlichen heute mehr und mehr von Fremdquellen, den Massenmedien und dem Internet.

In dem Bericht heißt es, dass derzeit fast die Hälfte der Menschheit jünger als 25 Jahre und dass jeder fünfte Erdenbürger im Alter zwischen 10 und 19 Jahren ist. Diese jungen Menschen hätten ein Recht auf Bildung und Gesundheit sowie auf Chancengleichheit, bekräftigt UNFPA. Doch trotz aller Versprechen der internationalen Gemeinschaft zu helfen, leben laut UNFPA 238 Millionen Jugendliche - jeder vierte junge Mensch weltweit - in extremer Armut.

Mehr als 13 Millionen junge Leute hätten einen oder beide Elternteile durch Aids verloren, und zwischen 100 und 250 Millionen lebten auf der Straße. Düster sieht es dem Bericht zufolge auch in der Bildung aus: 57 Millionen junger Männer und 96 Millionen junger Frauen im Alter von 15 bis 24 können weder lesen noch schreiben. Noch schlimmer aber sei die Gefahr durch HIV/Aids. Jede 14 Sekunden stecke sich ein weiterer Jugendlicher mit dem Aids-Erreger an. Heranwachsende - ganz besonders junge Frauen - machen etwa die Hälfte aller Neuinfizierten weltweit aus.

Um Jugendlichen zu helfen, sich in der Welt zurechtzufinden, seien positive Dialoge und konzertierte Aktionen in Familien, Gemeinden und Ländern erforderlich - und zwar auf allen Kontinenten, heißt es in dem Jahresbericht. Investitionen in das Gesundheitswesen und die Bildung könnten auch den Zyklus der Armut überwinden helfen, denn 87 Prozent aller Jugendlichen weltweit leben in Entwicklungsländern. Wo das aber nicht gelinge, drohten der Gesellschaft «ernste Konsequenzen» - unter anderem ein schleppendes Wirtschaftswachstum und politische Unruhen.

«Die Regierungen müssen mehr unternehmen, um ihre Zusagen zur Unterstützung der internationalen Entwicklung zu erfüllen und jungen Menschen zu helfen», mahnt der UN-Bevölkerungsfonds in dem Bericht. UNFPA erinnert, dass die Staatengemeinschaft bei der Internationalen Konferenz für Bevölkerungs- und Entwicklungsfragen (ICPD) im Jahr 1994 versprochen hatte, ein Drittel der Kosten für Maßnahmen zum reproduktiven Schutz und zur Bevölkerungsentwicklung zu übernehmen - ein Gesamtbetrag von 18,5 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2005. Doch die Beiträge der internationalen Gemeinschaft seien seit Jahren rückläufig, bedauert die UN-Agentur. Gleichzeitig steige der Bedarf der Entwicklungsländer an finanzieller Unterstützung vor allem wegen der HIV/Aids-Epidemie stetig an.

 


© ArtToday

Die Zahl der Jugendlichen, die nicht mehr unter stabilen ländlichen Traditionen aufwachsen, sondern den Herausforderungen von Millionenstädten ausgeliefert sind, nimmt ständig zu.

 

 Mehr Informationen:

UNFPA: The State of World Population 2003

vista verde: Bevölkerungswachstum

 

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