|
Kyoto-Protokoll: Putin dämpft Erwartungen
auf schnellen Beitritt
Der russische Präsident
Wladimir Putin hat die Erwartungen auf einen baldigen Beitritt
seines Landes zum Kyoto- Protokoll gedämpft.
Moskau (dpa) - Das Klimaschutz-Protokoll
werde nur dann unterzeichnet, wenn dies im nationalen Interesse
sei, sagte Putin am Montag in Moskau auf einer Konferenz über
globale Klimaveränderung.
Umweltschützer kritisierten
die Haltung Putins mit dem Hinweis, für Russland gebe es
nach sechs Jahren des Zögerns keine Entschuldigung mehr für
eine weitere Blockade des Abkommens. Weil die USA eine Mitgliedschaft
verweigern, kann der 1997 unterzeichnete Vertrag nur bei einem
Beitritt Moskaus in Kraft treten.
«118 Länder haben
ratifiziert und warten nun auf Russland um anzufangen. Sie werden
den russischen Präsidenten fragen, ob er mit ihnen oder gegen
sie ist», kritisierte die Umweltschutzorganisation WWF.
In der Klimafrage gebe es keinen dritten Weg für Russland.
Putin betonte in Moskau, im Augenblick
prüfe die russische Regierung die Konsequenzen der Ratifizierung.
Russland habe seit 1990 die weltweite Zunahme gefährlicher
Treibhausgase gebremst, weil sein eigener Ausstoß um ein
Drittel gesunken sei. Der Chef des UN-Umweltprogramms und frühere
Bundesminister Klaus Töpfer sagte in Moskau, die Weltöffentlichkeit
hoffe auf eine baldige Ratifizierung des Protokolls durch Russland,
damit die Umsetzung beginnen könne.
Auf der bis Freitag andauernden
Konferenz beraten Wissenschaftler, Politiker und Industrievertreter
erstmals gemeinsam über Wege zur Reduzierung der Klima verändernden
Gase.
|