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- 12.09.2003 -

 

 

 

 

 

 

 

Studie: Naturschutz-Management kostet 23 Milliarden Dollar pro Jahr

Für den Erhalt und die Ausweitung von Naturschutzgebieten müssen nach Ansicht von Umweltschützern jährlich weltweit 23 Milliarden Dollar aufgebracht werden.

Durban (dpa) - Das geht aus einer am Freitag auf dem 5. Weltparkkongress in Durban (Südafrika) präsentierten Studie hervor. Der Untersuchung zufolge fehlen jedoch jetzt schon jährlich 2,5 Milliarden Dollar, um die existierenden Naturparks effektiv zu verwalten. Vor allem Afrikas Schutzgebiete gelten angesichts chronischen Geldmangels als gefährdet, erklärten Mitarbeiter der Umwelt-Organisation Conservation International (CI). Sie hatte gemeinsam mit einem ihr angeschlossenen Forschungszentrum, der Universität Cambridge sowie der Organisation BirdLife International die Studie erstellt.

«Der Geldmangel führt in vielen Schutzgebieten der Welt zu katastrophalen Ergebnissen. In Westafrika etwa ist die Finanzierung mancher Naturparks so schlecht, dass Gebiete voller Elefanten, Flusspferde und Affen nun leer sind», hieß es in einer Erklärung. Viele der Parks bestünden angesichts anderer Prioritäten der Regierungen lediglich noch auf dem Papier. In Äthiopien habe mindestens ein Naturpark de facto aufgehört zu existieren, weil er gar kein Schutzgebiet für Tiere mehr sei, erklärte der Umweltschutz- Experte John Hanks.

Erschwerend hinzu kämen kriegsbedingte Wirren wie in Angola, wo ein vor einem Jahr beendeter langjähriger Konflikt mit Millionen Landminen ein tragisches Erbe hinterlassen hat. Die Räumung der Minen allein im Luiana-Reservat im Südosten des Landes wird auf 15 Millionen Dollar veranschlagt, erläuterte Hanks. Die Beseitigung der Schäden durch Raubbau im Kongobecken, wie etwa Abholzung des Regenwaldes, werde sogar auf 200 Millionen Dollar geschätzt. Es sei schwierig, Regierungen den Naturschutz zu vermitteln, deren Bevölkerungen täglich neu dem Überlebenskampf ausgesetzt seien.

Für ein Umdenken müsse klar gemacht werden, dass Naturparks - die auch den Tourismus einschließen - auch wirtschaftliche Vorteile haben. Nur wenige Länder Afrikas hätten dabei so konsequent wie Botswana gehandelt, meinte Hanks. Dort lebten heute rund 60 Prozent der Bevölkerung vom Tourismus rund um die Naturparks.

 

 Mehr Informationen:

IUCN: World Parks Congress

Conservation International

BirdLife International

vista verde: Parks und Schutzgebiete

 

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