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- 08.09.2003 -

 

 

 

 

 

 

Konferenz:

Mehr Geld im Kampf gegen die Wüstenbildung

Die Industrieländer wollen sich im Kampf gegen die Wüstenbildung finanziell stärker engagieren.

Havanna (dpa) - Als Ergebnis der am frühen Samstagmorgen in der kubanischen Hauptstadt Havanna beendeten Wüstenkonferenz sollen Gelder aus der so genannten Globalen Umweltfazilität (GEF) für Projekte im Kampf gegen die Wüstenbildung verwendet werden. Die GEF ist ein Fonds, über den die Industrieländer Aktivitäten der Entwicklungsländer zum globalen Umweltschutz finanzieren. Er geht auf eine Initiative des Erdgipfels von Rio de Janeiro 1992 zurück.

Zum Abschluss der knapp zweiwöchigen 6. Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung beschlossen die Unterzeichnerstaaten außerdem, den Etat des in Bonn ansässigen UN-Wüstensekretariats um fünf Prozent auf knapp 16 Millionen US-Dollar (14,5 Millionen Euro) zu erhöhen. Das Sekretariat hatte eine wesentlich stärkere Aufstockung seiner Mittel gefordert.

Nach UN-Angaben gehen jedes Jahr 100.000 Quadratkilometer Land durch Verödung oder Verwüstung verloren. Der finanzielle Verlust durch Verwüstung und verminderten Bodenertrag wird auf 42 Milliarden US-Dollar (39 Mrd. Euro) geschätzt. Auch das UN-Übereinkommen zur Bekämpfung der Wüstenbildung ist ein Ergebnis des Rio-Gipfels. Es trat im Dezember 1996 in Kraft. Inzwischen sind ihm 190 Länder beigetreten. Die nächste Vertragstaatenkonferenz soll 2005 in einem noch festzulegenden Land stattfinden. Dem Vernehmen nach wollen sich Südafrika und China bewerben.

 


© ArtToday

Die zunehmende Wüstenbildung bedroht nach Schätzungen der Vereinten Nationen die Existenzgrundlage von mehr als einer Milliarde Menschen.

 

Die Konferenz in Havanna wurde von den politischen Gegensätzen zwischen Kuba und den kapitalistischen Ländern überschattet. An dem zweitägigen Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 1. und 2. September hatten nur Vertreter Afrikas, einiger Karibikinseln und Venezuelas teilgenommen. Entsprechend wurde dieser Teil der Konferenz von Kubas Präsident Fidel Castro und seinen befreundeten Amtskollegen aus Namibia, Zimbabwe und Venezuela, Sam Nujoma, Robert Mugabe und Hugo Chávez mit ihrer antiwestlichen Rhetorik dominiert.

Für die EU war lediglich der italienische Umweltminister Altero Matteoli nach Havanna gereist, nachdem die Europäer Anfang Juni beschlossen hatten, die politischen Kontakte zu Kuba wegen der Menschenrechtsverletzungen auf der sozialistischen Karibikinsel auf ein Minimum zu reduzieren. Deutschland wurde vom Unterabteilungsleiter im Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Hans-Peter Schipulle, vertreten. Zeitgleich zu den Beratungen tagte in Havana eine Parlamentarierkonferenz.

Trotz der weitgehenden Abwesenheit von Politikern der Industrieländer wurde das Konferenzergebnis von den beteiligten Fachleuten positiv bewertet. Die Entwicklungsländer hätten jetzt einen leichteren Zugang zu Finanzmitteln zur Umsetzung der Konvention, sagte Schipulle. Es seien auch Impulse für eine effizientere Arbeit des Wüstensekretariats gegeben worden.

 

 Mehr Informationen:

UN-Wüstensekretariat

Globale Umweltfazilität (GEF)

g-o.de: Desertifikation

vista verde: Desertifikation

 

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