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Konferenz:
Mehr Geld im Kampf gegen die Wüstenbildung
Die Industrieländer wollen
sich im Kampf gegen die Wüstenbildung finanziell stärker
engagieren.
Havanna (dpa) - Als Ergebnis
der am frühen Samstagmorgen in der kubanischen Hauptstadt
Havanna beendeten Wüstenkonferenz sollen Gelder aus der so
genannten Globalen Umweltfazilität (GEF) für Projekte
im Kampf gegen die Wüstenbildung verwendet werden. Die GEF
ist ein Fonds, über den die Industrieländer Aktivitäten
der Entwicklungsländer zum globalen Umweltschutz finanzieren.
Er geht auf eine Initiative des Erdgipfels von Rio de Janeiro
1992 zurück.
Zum Abschluss der knapp zweiwöchigen
6. Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention zur Bekämpfung
der Wüstenbildung beschlossen die Unterzeichnerstaaten außerdem,
den Etat des in Bonn ansässigen UN-Wüstensekretariats
um fünf Prozent auf knapp 16 Millionen US-Dollar (14,5 Millionen
Euro) zu erhöhen. Das Sekretariat hatte eine wesentlich stärkere
Aufstockung seiner Mittel gefordert.
Nach UN-Angaben gehen jedes Jahr
100.000 Quadratkilometer Land durch Verödung oder Verwüstung
verloren. Der finanzielle Verlust durch Verwüstung und verminderten
Bodenertrag wird auf 42 Milliarden US-Dollar (39 Mrd. Euro) geschätzt.
Auch das UN-Übereinkommen zur Bekämpfung der Wüstenbildung
ist ein Ergebnis des Rio-Gipfels. Es trat im Dezember 1996 in
Kraft. Inzwischen sind ihm 190 Länder beigetreten. Die nächste
Vertragstaatenkonferenz soll 2005 in einem noch festzulegenden
Land stattfinden. Dem Vernehmen nach wollen sich Südafrika
und China bewerben.

© ArtToday
Die zunehmende
Wüstenbildung bedroht nach Schätzungen der Vereinten
Nationen die Existenzgrundlage von mehr als einer Milliarde
Menschen.
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Die Konferenz in Havanna wurde
von den politischen Gegensätzen zwischen Kuba und den kapitalistischen
Ländern überschattet. An dem zweitägigen Gipfel
der Staats- und Regierungschefs am 1. und 2. September hatten
nur Vertreter Afrikas, einiger Karibikinseln und Venezuelas teilgenommen.
Entsprechend wurde dieser Teil der Konferenz von Kubas Präsident
Fidel Castro und seinen befreundeten Amtskollegen aus Namibia,
Zimbabwe und Venezuela, Sam Nujoma, Robert Mugabe und Hugo Chávez
mit ihrer antiwestlichen Rhetorik dominiert.
Für die EU war lediglich
der italienische Umweltminister Altero Matteoli nach Havanna gereist,
nachdem die Europäer Anfang Juni beschlossen hatten, die
politischen Kontakte zu Kuba wegen der Menschenrechtsverletzungen
auf der sozialistischen Karibikinsel auf ein Minimum zu reduzieren.
Deutschland wurde vom Unterabteilungsleiter im Bundesministerium
für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ),
Hans-Peter Schipulle, vertreten. Zeitgleich zu den Beratungen
tagte in Havana eine Parlamentarierkonferenz.
Trotz der weitgehenden Abwesenheit
von Politikern der Industrieländer wurde das Konferenzergebnis
von den beteiligten Fachleuten positiv bewertet. Die Entwicklungsländer
hätten jetzt einen leichteren Zugang zu Finanzmitteln zur
Umsetzung der Konvention, sagte Schipulle. Es seien auch Impulse
für eine effizientere Arbeit des Wüstensekretariats
gegeben worden.
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