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UN-Direktor: Wüstenbildung nur mit
mehr Entschlossenheit zu stoppen
Verwüstung und Landverödung
nehmen nach UN-Angaben global immer bedrohlichere Dimensionen
an.
Bonn (dpa) - Vor allem Afrika
sei von schweren Folgen für die Bevölkerung betroffen,
sagte der Direktor des UN-Wüstensekretariats, Hama Arba Diallo,
am Donnerstag in Bonn. Er appellierte an die reicheren Industrieländer,
sich im Kampf gegen Wüsten und Dürren in Trockengebieten
stärker und entschlossener zu engagieren und dies auf der
bevorstehenden UN-Wüstenkonferenz in Havanna (Kuba) vom 25.
August bis 5. September unter Beweis zu stellen.
«Die Zeit zum Handeln ist
gekommen», mahnte Diallo. «Wenn wir weiter warten,
sind noch größere Probleme und Katastrophen programmiert.»
Die betroffenen Länder bräuchten jetzt auch Geld für
konkrete Projekte. Auf diesem Gebiet sei bislang zu wenig geschehen.
Jedes Jahr gingen zehn Millionen
Hektar Land durch Verödung oder Verwüstung verloren
- das entspricht etwa der Fläche der Bundesländer Bayern
und Baden-Württemberg. Der weltweite finanzielle Verlust
durch Verwüstung und verminderten Bodenertrag sei auf jährlich
rund 42 Milliarden US-Dollar (knapp 38 Mrd. Euro) zu beziffern.
Mehr als 250 Millionen Menschen seien durch Landverödung
betroffen.
In Havanna findet die 6. Vertragstaatenkonferenz
des UN- Übereinkommens zur Bekämpfung der Wüstenbildung
(Desertifikation) statt. Dem Übereinkommen, das auf den Erdgipfel
von Rio de Janeiro 1992 zurückgeht und im Dezember 1996 in
Kraft trat, sind inzwischen 190 Länder beigetreten. Es sei
zugleich auch «das beste Werkzeug» gegen die Armut,
betonte Diallo.
Der Direktor des UN-Wüstensekretariats
bedauerte, dass in Havanna zwar rund 100 Minister aus ärmeren
Länder erwartet würden, aber nur 3 aus Ländern
der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
(OECD). Beide Seiten müssten zusammenfinden. Verödung
und Wüstenbildung seien nicht nur lokale Probleme, sondern
müssten von der internationalen Gemeinschaft gelöst
werden.
Uwe Holtz, Mitglied des UN-Beirats
für Armuts- und Umweltfragen im Rahmen der Wüstenkonvention,
rief die Parlamentarier auf, sich stärker bei diesem wichtigen
Thema zu engagieren und auch an internationalen Konferenzen zu
beteiligen. Durch die Bodenverschlechterung stehe in weiten Teilen
Afrikas schon die Ernährungsgrundlage der Bevölkerung
auf dem Spiel.
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