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SPD-Umweltexperte: Trittin muss dringend
CO2-Bilanz vorlegen
Deutschland wird nach Ansicht
des SPD- Umweltexperten Michael Müller das selbst gesteckte
Ziel einer Reduktion von CO2 um 25 Prozent bis 2005 verfehlen.
Osnabrück (dpa) - In einem
Interview der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Samstag)
rief der SPD-Fraktionsvize deshalb die Bundesregierung und Umweltminister
Jürgen Trittin (Grüne) auf, möglichst schnell eine
aktuelle Kohlendioxid-Bilanz (CO2-Bilanz) zu erstellen. Damit
müsse sich der Bundestag direkt nach der Sommerpause intensiv
beschäftigen.
Müller sagte, ohne zusätzliche,
notfalls gesetzliche Maßnahmen werde die Bundesrepublik
voraussichtlich nur bei 22 Prozent landen. Der SPD-Politiker verwies
zur Begründung seiner Befürchtungen auf leicht steigende
CO2-Emissionen im vergangenen Winter. Um das Ziel von 25 Prozent
zu erreichen, müssten sie als Hauptverursacher der Klimaveränderungen
aber spürbar sinken. Ein Misserfolg wäre nicht gut für
die deutsche Vorreiterrolle beim Umweltschutz.
Müller forderte Trittin
auf, den Klimawandel wieder oben auf seine Prioritätenliste
zu setzen und klarzustellen, dass er nach wie vor am 25-Prozent-Ziel
festhält. Es falle auf, dass dieses Thema in der öffentlichen
Debatte zurück gestellt worden sei. Um die CO2-Reduktion
zu erreichen, sei aktuell die Wirtschaft am Zug. «Wenn die
Bilanz ergibt, dass sie es alleine nicht schafft, dass sie ihre
Versprechungen nicht erfüllen kann, dann muss nachgelegt
werden, dann muss die CO2-Reduktion notfalls durch gesetzliche
Auflagen erzwungen werden», forderte der SPD-Politiker.
Selbst eine Verringerung des
Ausstoßes von Kohlendioxid um 25 Prozent reiche nicht aus.
Nach 2005 müsse eine Quote von 30 Prozent EU-weit angestrebt
werden. Deutschland sollte bis 2020 sogar minus 40 Prozent erreichen.
Nur wenn jetzt weltweit gehandelt werde, könne eine Klimakatastrophe
noch vermieden werden. Die Häufung von Wetterextremen und
den heißen Sommer in Europa nannte Müller gefährliche
Vorboten der Klimakatastrophe.
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