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Konfliktträchtig: Index der sozialen
Entwicklung vorgestellt
Auf einem Index der sozialen
Entwicklung liegt Deutschland zwar auf Platz 5, aber für
große Teile der Weltbevölkerung hat sich die allgemeine
Lebensqualität im letzten Jahrzehnt rapide verschlechtert.
(jkm) - Dänemark und Schweden
weisen den weltweit höchsten sozialen Entwicklungsstand auf.
Das berichtet ein amerikanischer Soziologe auf einer Fachkonferenz
in Frankfurt am Main. Deutschland liegt gemeinsam mit Luxemburg
und Österreich auf Platz 5 einer Liste von 163 Staaten. In
zahlreichen Staaten drohen der soziale Kollaps und damit mehr
Unruhen und Konflikte.
"Einer Hand voll Staaten
geht es gut", sagt Richard Estes von der University of Pennsylvania,
Philadelphia, "viele schaffen es jedoch kaum, grundlegende
Bedürfnisse zu erfüllen". Im letzten Jahrzehnt
habe sich die allgemeine Lebensqualität für große
Teile der Weltbevölkerung rapide verschlechtert, besonders
in den ärmsten Nationen Afrikas und Asiens. So bilden Afghanistan,
Eritrea und Äthiopien das Schlusslicht der Liste. "Die
reichen Staaten ignorieren auf eigene Gefahr die verzweifelte
Notlage der ärmsten Nationen."
Der Forscher nutzte Zahlen für
das Jahr 2000, die den Vereinten Nationen und der Weltbank von
den einzelnen Staaten zur Verfügung gestellt worden waren.
Anhand Faktoren wie Pro-Kopf-Einkommen, Analphabetismus, Kindersterblichkeit,
Militärausgaben, Ärztedichte oder Stärke der Bürgerrechte
berechnete er dann für 163 Staaten einen Index der sozialen
Entwicklung. Die Rangliste stellte er nun auf der Konferenz der
International Society for Quality-of-Life Studies vor.
In Afrika und Asien nähern
sich demnach 21 Staaten dem sozialen Zusammenbruch. Zu den Ursachen
gehören ökonomisches Versagen, korrupte Regierungen,
ethnische Konflikte oder seit Jahrzehnten schwelende Regionalkriege.
Brisant sei die Situation beispielsweise in Indien, so Estes.
"Indiens Entwicklungsrezept - hohe Militärausgaben kombiniert
mit andauernder Armut - führt in die Katastrophe."
Selbst der Bevölkerung in
einst wohlhabenden Ländern gehe es heute nicht mehr so gut,
erläutert der Forscher am Beispiel der Vereinigten Staaten,
nunmehr auf Rang 27 der Liste. Die soziale Entwicklung trete hier
seit 1980 auf der Stelle und liege inzwischen gleichauf mit der
in Polen und Slowenien. Chronische Armut sei dabei der wichtigste
Faktor: "Über 33 Millionen Amerikaner - darunter fast
12 Millionen Kinder - sind arm", so der Forscher. Die meisten
Betroffenen lebten in Familien, arbeiteten in Vollzeit und seien
Weiße. "Kein anderes wirtschaftlich entwickeltes Land
toleriert ein derartiges Maß an Armut."
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