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«Vergessene Katastrophen»:
Terrorismus-Kampf zieht Hilfsgelder ab
Die Weltöffentlichkeit
konzentriert sich bei ihren Finanzhilfen nach Beobachtungen von
Hilfsorganisationen zunehmend auf den Kampf gegen den Terrorismus.
Genf (dpa) - Zugleich werden
die «chronischen Notlagen» in Ländern wie Angola,
Somalia oder Kongo vergessen, schreibt die Internationale Föderation
der Rot-Kreuz- und Rot- Halbmond-Gesellschaften (IFRC) in ihrem
jüngsten Welt- Katastrophenbericht.
Der zum elften Mal am Donnerstag
in Genf veröffentlichte World Disasters Report 2003 zeigt
auf, dass Geldgeber, aber auch Hilfsorganisationen sich zunehmend
«hochrangigen Hilfsbemühungen in politisch strategischen
Konflikten wie Irak und Afghanistan» zuwenden.
Als Beispiel wird die Unterstützungs-
und Wiederaufbauhilfe des US-Verteidigungsministeriums genannt,
die im April 1,7 Milliarden Dollar (heute 1,5 Milliarden Euro)
für den Irak zusammen brachte. «Diese Zahl stand in
starkem Gegensatz zu der fehlenden eine Milliarde US-Dollar, mit
der sich das WEP (Welternährungsprogramm der UN) konfrontiert
sah, um das Verhungern unter den 40 Millionen Afrikanern in 22
Ländern zu vermeiden», schreibt die IFRC.
Für Angola, wo vier Millionen
Menschen auf Lebensmittelhilfe zum Überleben angewiesen seien,
verpuffte ein Hilfsaufruf. Nach vier Monaten waren weniger als
vier Prozent der geforderten Summe eingegangen. «Wir sehen
uns einem wirklichen Ungleichgewicht in der weltweiten humanitären
Praxis ausgesetzt, in der viele der Kriege und Katastrophen in
der Welt zu vergessenen Notfällen geworden sind», sagte
der Präsident der Föderation, Juan Manual Suárez
del Toro.
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