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- 09.07.2003 -

 

 

 

 

Entwicklungshilfe ändert sich: «Demokratie statt Brunnenbau»

Deutsche Entwicklungshelfer sind zunehmend am Aufbau demokratischer Strukturen beteiligt.

Berlin (dpa) - Neben der klassischen Wissensvermittlung werde die Unterstützung gesellschaftlicher Initiativen und lokaler Verwaltungen immer wichtiger, sagte DED-Geschäftsführer Jürgen Wilhelm bei Vorstellung des Jahresberichts 2002 am Mittwoch in Berlin. Bei vielen Projekten gehe es zunehmend um «Demokratie statt Brunnenbau». Rund 990 Entwicklungshelfer hatte der DED 2002 in 44 Ländern im Einsatz, davon 57 Prozent in Afrika.

Neu ist ein Einsatz in den palästinensischen Gebieten. Die ersten Entwicklungshelfer reisten Anfang Juni dorthin aus. Sie sollen vor allem Unterstützung bei der Abfall- und Abwasserentsorgung, bei der Beschäftigungsförderung sowie beim Aufbau staatlicher Institutionen leisten. Auch beim Wiederaufbau in Afghanistan ist der DED engagiert. Nicht nur in Kabul, sondern auch in Herat im Westen des Landes und in Dschalalabad kümmern sich Experten um die Förderung von Kleinstunternehmen und die Berufsbildung.

In diesem Jahr stehen der bundeseigenen Entwicklungshilfedienst 83 Millionen Euro zur Verfügung, die fast ausschließlich aus dem Bundeshaushalt stammen. Davon sind 1,4 Millionen Euro zusätzliche Mittel für Projekte zur Halbierung der Armut bis 2015 und 9,7 Millionen Euro Sondermittel für den zivilen Friedensdienst.

Das Interesse an einem Einsatz als Entwicklungshelfer sei ungebrochen, berichtete Wilhelm weiter. Jährlich meldeten sich rund 17.000 Bewerber. Etwa 350 bis 400 Fachkräfte pro Jahr entsende der DED in die Partnerländer. Dabei habe sich auch das Bild des Entwicklungshelfers gewandelt. «Aus idealistischen Freiwilligen, die zwar schon eine Berufsausbildung hatten, aber noch wenig Erfahrung, sind gestandene Fachkräfte mit einem Durchschnittsalter von über 40 Jahren geworden.» Die meisten kämen nach wie vor aus technischen Berufen, aber auch Wirtschaftswissenschaftler, Juristen oder andere Experten würden zunehmend gesucht.

 

 Mehr Informationen:

Deutscher Entwicklungs- dienst (DED)

vista verde: Entwicklung

 

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