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Entwicklungshilfe ändert sich: «Demokratie
statt Brunnenbau»
Deutsche Entwicklungshelfer
sind zunehmend am Aufbau demokratischer Strukturen beteiligt.
Berlin (dpa) - Neben der klassischen
Wissensvermittlung werde die Unterstützung gesellschaftlicher
Initiativen und lokaler Verwaltungen immer wichtiger, sagte DED-Geschäftsführer
Jürgen Wilhelm bei Vorstellung des Jahresberichts 2002 am
Mittwoch in Berlin. Bei vielen Projekten gehe es zunehmend um
«Demokratie statt Brunnenbau». Rund 990 Entwicklungshelfer
hatte der DED 2002 in 44 Ländern im Einsatz, davon 57 Prozent
in Afrika.
Neu ist ein Einsatz in den palästinensischen
Gebieten. Die ersten Entwicklungshelfer reisten Anfang Juni dorthin
aus. Sie sollen vor allem Unterstützung bei der Abfall- und
Abwasserentsorgung, bei der Beschäftigungsförderung
sowie beim Aufbau staatlicher Institutionen leisten. Auch beim
Wiederaufbau in Afghanistan ist der DED engagiert. Nicht nur in
Kabul, sondern auch in Herat im Westen des Landes und in Dschalalabad
kümmern sich Experten um die Förderung von Kleinstunternehmen
und die Berufsbildung.
In diesem Jahr stehen der bundeseigenen
Entwicklungshilfedienst 83 Millionen Euro zur Verfügung,
die fast ausschließlich aus dem Bundeshaushalt stammen.
Davon sind 1,4 Millionen Euro zusätzliche Mittel für
Projekte zur Halbierung der Armut bis 2015 und 9,7 Millionen Euro
Sondermittel für den zivilen Friedensdienst.
Das Interesse an einem Einsatz
als Entwicklungshelfer sei ungebrochen, berichtete Wilhelm weiter.
Jährlich meldeten sich rund 17.000 Bewerber. Etwa 350 bis
400 Fachkräfte pro Jahr entsende der DED in die Partnerländer.
Dabei habe sich auch das Bild des Entwicklungshelfers gewandelt.
«Aus idealistischen Freiwilligen, die zwar schon eine Berufsausbildung
hatten, aber noch wenig Erfahrung, sind gestandene Fachkräfte
mit einem Durchschnittsalter von über 40 Jahren geworden.»
Die meisten kämen nach wie vor aus technischen Berufen, aber
auch Wirtschaftswissenschaftler, Juristen oder andere Experten
würden zunehmend gesucht.
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