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UN: Kampf gegen Armut macht Fortschritte
Der Kampf gegen die Armut macht
nach Einschätzung der Vereinten Nationen Fortschritte.
New York (dpa) - Die UN hoffen,
dass bis 2015 wirklich «nur noch» 500 Millionen Menschen
von umgerechnet jeweils einem Dollar pro Tag existieren müssen.
Diesem Ziel hatten sich die Regierungen in aller Welt in der Millenniumserklärung
verschrieben.
Voraussetzung ist jedoch, dass
die betroffenen Länder drastische Reformen durchziehen und
Industrienationen ihre Entwicklungshilfe auf wenigstens 100 Milliarden
Dollar (88,3 Milliarden Euro) pro Jahr verdoppeln. Das geht aus
dem «Bericht über den Entwicklungsstand der Menschheit
2003» hervor, den das Entwicklungsprogramm (UNDP) der Vereinten
Nationen am Dienstag vorlegte.
Ihm zufolge half Chinas Wirtschaftsaufschwung
in den 90er Jahren, die Zahl extrem armer Menschen global auf
eine Milliarde zu senken. Chinas Fortschritt befreite mehr als
150 Millionen Menschen von Hunger und größter Armut,
heißt es in dem Bericht.
Gleichzeitig wuchs Indiens Bruttosozialprodukt
um 4,4 Prozent pro Jahr und half, den Anteil der Ärmsten
im Land von 42 Prozent 1993 auf 35 Prozent im Jahr 2001 zu verringern.
Beiden Ländern halfen direkte Investitionen aus dem Ausland,
heißt es in dem UNDP-Bericht. Für China seien es 52
Milliarden Dollar und für Indien vier Milliarden im Jahr
2002 gewesen.
Rückläufig war die
Entwicklung dagegen in 59 Ländern Afrikas, Lateinamerikas,
Zentral- und Osteuropas. Die Vereinten Nationen führen zur
Begründung an, dass 24 dieser 59 Länder ein enormes
HIV/Aids-Vorkommen und weitere 31 ungewöhnlich hohe Auslandsschulden
haben, während 13 an bewaffneten Konflikten beteiligt sind.
In einigen Entwicklungsländern
mit insgesamt positivem Trend entdeckte UNDP Bevölkerungskreise,
die weiterhin von weniger als einem Dollar pro Tag überleben
müssen. In China treffe das noch immer auf 16 Prozent der
Menschen zu, in Laos auf 26 Prozent und in Vietnam auf 17,7. In
Lateinamerika geht es laut UN-Bericht der Bevölkerung von
Nicaragua am schlechtesten. Dort leben 82,3 Prozent der Einwohner
in extremer Armut. Ecuador hat einen Anteil von 20,2 Prozent,
Honduras von 23,8 Prozent und Paraguay von 19,5 Prozent.
In Afrika sind Länder wie
Äthiopien mit einer Armutsrate von 81,9 Prozent der Bevölkerung,
Uganda (82,2 Prozent), Nigeria (70,2) und die Zentralafrikanische
Republik (66,6) am schlimmsten dran. In der Sub-Sahara-Region
gibt es mehr als 20 Länder, die unter Hunger und größter
Armut leiden.
In der Liste der am weitesten
entwickelten Länder ist Deutschland in diesem Jahr auf Platz
18 zu finden. Die Rangfolge ergibt sich aus Faktoren wie der Lebenserwartung,
Bildung, Einkommen und Gesundheit der jeweiligen Bevölkerung.
Rangführer ist wieder Norwegen, gefolgt von Island (2) und
Schweden (3). Die USA belegen Platz 7, Kanada Platz 8, und Japan
ist auf Rang 9.
Dem UNDP-Bericht zufolge sind
Einkommensschwache in Deutschland ebenso arg dran wie in Amerika:
Hier wie dort müssten sich die ärmsten 20 Prozent der
Bevölkerung mit 5 Prozent am Landeseinkommen begnügen
- nur halb so viel wie in Finnland. Vorbildlich sind die Deutschen
im Umweltschutz. Sie stoßen - unter anderem beim Autofahren
- 9,7 Tonnen Kohlendioxid pro Kopf und Jahr in die Atmosphäre
aus - im Vergleich zu 11,3 Tonnen CO2 in Finnland, 18,2 in Australien
und 19,7 in den USA.
Bundesbürger, die in 2001
zur Welt kamen, werden durchschnittlich 78,0 Jahre alt. Schweizer
haben eine Lebenserwartung von 79 und Japaner von 81,3 Jahren.
Warum, verraten die Vereinten Nationen nicht. Am Rauchen allerdings
liegt es nicht, denn erwachsene Japaner qualmen 2950 Zigaretten
pro Jahr, Deutsche dagegen nur 1814.
Mit einer Arbeitslosenrate von
8 Prozent haben es Jugendliche in der Bundesrepublik besser als
in Finnland (20 Prozent), Spanien (21), Italien (27) oder Polen
(41). Deutsche, Schweizer und Luxemburger verfügen über
die meisten Handys und Telefonanschlüsse, Amerikaner, Niederländer
und vor allem Isländer über mehr Internetanschlüsse.
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