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- 08.07.2003 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

UN: Kampf gegen Armut macht Fortschritte

Der Kampf gegen die Armut macht nach Einschätzung der Vereinten Nationen Fortschritte.

New York (dpa) - Die UN hoffen, dass bis 2015 wirklich «nur noch» 500 Millionen Menschen von umgerechnet jeweils einem Dollar pro Tag existieren müssen. Diesem Ziel hatten sich die Regierungen in aller Welt in der Millenniumserklärung verschrieben.

Voraussetzung ist jedoch, dass die betroffenen Länder drastische Reformen durchziehen und Industrienationen ihre Entwicklungshilfe auf wenigstens 100 Milliarden Dollar (88,3 Milliarden Euro) pro Jahr verdoppeln. Das geht aus dem «Bericht über den Entwicklungsstand der Menschheit 2003» hervor, den das Entwicklungsprogramm (UNDP) der Vereinten Nationen am Dienstag vorlegte.

Ihm zufolge half Chinas Wirtschaftsaufschwung in den 90er Jahren, die Zahl extrem armer Menschen global auf eine Milliarde zu senken. Chinas Fortschritt befreite mehr als 150 Millionen Menschen von Hunger und größter Armut, heißt es in dem Bericht.

Gleichzeitig wuchs Indiens Bruttosozialprodukt um 4,4 Prozent pro Jahr und half, den Anteil der Ärmsten im Land von 42 Prozent 1993 auf 35 Prozent im Jahr 2001 zu verringern. Beiden Ländern halfen direkte Investitionen aus dem Ausland, heißt es in dem UNDP-Bericht. Für China seien es 52 Milliarden Dollar und für Indien vier Milliarden im Jahr 2002 gewesen.

Rückläufig war die Entwicklung dagegen in 59 Ländern Afrikas, Lateinamerikas, Zentral- und Osteuropas. Die Vereinten Nationen führen zur Begründung an, dass 24 dieser 59 Länder ein enormes HIV/Aids-Vorkommen und weitere 31 ungewöhnlich hohe Auslandsschulden haben, während 13 an bewaffneten Konflikten beteiligt sind.

In einigen Entwicklungsländern mit insgesamt positivem Trend entdeckte UNDP Bevölkerungskreise, die weiterhin von weniger als einem Dollar pro Tag überleben müssen. In China treffe das noch immer auf 16 Prozent der Menschen zu, in Laos auf 26 Prozent und in Vietnam auf 17,7. In Lateinamerika geht es laut UN-Bericht der Bevölkerung von Nicaragua am schlechtesten. Dort leben 82,3 Prozent der Einwohner in extremer Armut. Ecuador hat einen Anteil von 20,2 Prozent, Honduras von 23,8 Prozent und Paraguay von 19,5 Prozent.

In Afrika sind Länder wie Äthiopien mit einer Armutsrate von 81,9 Prozent der Bevölkerung, Uganda (82,2 Prozent), Nigeria (70,2) und die Zentralafrikanische Republik (66,6) am schlimmsten dran. In der Sub-Sahara-Region gibt es mehr als 20 Länder, die unter Hunger und größter Armut leiden.

In der Liste der am weitesten entwickelten Länder ist Deutschland in diesem Jahr auf Platz 18 zu finden. Die Rangfolge ergibt sich aus Faktoren wie der Lebenserwartung, Bildung, Einkommen und Gesundheit der jeweiligen Bevölkerung. Rangführer ist wieder Norwegen, gefolgt von Island (2) und Schweden (3). Die USA belegen Platz 7, Kanada Platz 8, und Japan ist auf Rang 9.

Dem UNDP-Bericht zufolge sind Einkommensschwache in Deutschland ebenso arg dran wie in Amerika: Hier wie dort müssten sich die ärmsten 20 Prozent der Bevölkerung mit 5 Prozent am Landeseinkommen begnügen - nur halb so viel wie in Finnland. Vorbildlich sind die Deutschen im Umweltschutz. Sie stoßen - unter anderem beim Autofahren - 9,7 Tonnen Kohlendioxid pro Kopf und Jahr in die Atmosphäre aus - im Vergleich zu 11,3 Tonnen CO2 in Finnland, 18,2 in Australien und 19,7 in den USA.

Bundesbürger, die in 2001 zur Welt kamen, werden durchschnittlich 78,0 Jahre alt. Schweizer haben eine Lebenserwartung von 79 und Japaner von 81,3 Jahren. Warum, verraten die Vereinten Nationen nicht. Am Rauchen allerdings liegt es nicht, denn erwachsene Japaner qualmen 2950 Zigaretten pro Jahr, Deutsche dagegen nur 1814.

Mit einer Arbeitslosenrate von 8 Prozent haben es Jugendliche in der Bundesrepublik besser als in Finnland (20 Prozent), Spanien (21), Italien (27) oder Polen (41). Deutsche, Schweizer und Luxemburger verfügen über die meisten Handys und Telefonanschlüsse, Amerikaner, Niederländer und vor allem Isländer über mehr Internetanschlüsse.

 

 Mehr Informationen:

UNDP

Millennium Development Goals

 

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