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Klimaschutz: Forscher warnen Bundesregierung
vor zu hohen Zielen
Deutsche Forscher haben die
Bundesregierung vor zu hoch gesteckten nationalen Klimaschutzzielen
gewarnt.
Bonn (dpa) - Deutschlands viel
zitierte Vorreiterrolle beim Klimaschutz sei angesichts eines
global immer weiter steigenden Ausstoßes an klimaschädlichen
Treibhausgasen kaum von Bedeutung, werde anteilsmäßig
auch immer geringer und verpuffe damit in seiner ökologischen
Wirkung, sagte Jürgen-Friedrich Hake (Forschungszentrum Jülich)
am Donnerstag in Bonn auf der Wissenschaftspressekonferenz (WPK).
Außerdem habe Deutschland damit «bisher auch keinen
nennenswerten politischen Dominoeffekt» bei anderen Staaten
erzielt. «Genauer betrachtet ist die deutsche Klimaschutzpolitik
damit nur bedingt erfolgreich.»
Die deutsche Klimapolitik zeichne
sich dadurch aus, dass bisher in erster Linie Maßnahmen
erfolgten, die auch wirtschaftlich effizient waren, erläuterte
Hake, der Mitglied der deutschen Delegation bei UN- Klimakonferenzen
war. Weitere Reduktionen im Inland seien aber mit höheren
Kosten verbunden. Es sei auch nicht zu erwarten, dass Deutschland
das selbst gesteckte nationale Ziel erreichen werde, die Emissionen
von Kohlendioxid (CO2) bis zum Jahr 2005 um 25 Prozent (im Vergleich
zu 1990) zu reduzieren. Er riet auch von Überlegungen ab,
schon jetzt mit einem Reduktionsziel für CO2 von 40 Prozent
bis 2020 (im Vergleich zu 1990) in neue Verhandlungsrunden zu
gehen.
Wirksamer Klimaschutz brauche
vor allem neue Lösungen im Energiebereich, sagte Gerd Eisenbeiß
(Forschungszentrum Jülich). Das Engagement der Politik für
die Energieforschung sei in Deutschland wieder zurückgegangen,
und es gebe zu geringe Finanzmittel. Er verwies darauf, dass Deutschland
sein Klimaschutzziel seit 1990 bislang vor allem deshalb erreicht
habe, weil ihm der Zusammenbruch der Industriestruktur in der
früheren DDR zugute kam, ein Wechsel von Kohle- zu Gastkraftwerken
erfolgt sei und Atomkraftwerke nahezu uneingeschränkt weiter
betrieben wurden. Diese positiven Effekte würden sich aber
auf Dauer nicht verlängern.
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