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- 03.07.2003 -

 

 

 

 

 

Klimaschutz: Forscher warnen Bundesregierung vor zu hohen Zielen

Deutsche Forscher haben die Bundesregierung vor zu hoch gesteckten nationalen Klimaschutzzielen gewarnt.

Bonn (dpa) - Deutschlands viel zitierte Vorreiterrolle beim Klimaschutz sei angesichts eines global immer weiter steigenden Ausstoßes an klimaschädlichen Treibhausgasen kaum von Bedeutung, werde anteilsmäßig auch immer geringer und verpuffe damit in seiner ökologischen Wirkung, sagte Jürgen-Friedrich Hake (Forschungszentrum Jülich) am Donnerstag in Bonn auf der Wissenschaftspressekonferenz (WPK). Außerdem habe Deutschland damit «bisher auch keinen nennenswerten politischen Dominoeffekt» bei anderen Staaten erzielt. «Genauer betrachtet ist die deutsche Klimaschutzpolitik damit nur bedingt erfolgreich.»

Die deutsche Klimapolitik zeichne sich dadurch aus, dass bisher in erster Linie Maßnahmen erfolgten, die auch wirtschaftlich effizient waren, erläuterte Hake, der Mitglied der deutschen Delegation bei UN- Klimakonferenzen war. Weitere Reduktionen im Inland seien aber mit höheren Kosten verbunden. Es sei auch nicht zu erwarten, dass Deutschland das selbst gesteckte nationale Ziel erreichen werde, die Emissionen von Kohlendioxid (CO2) bis zum Jahr 2005 um 25 Prozent (im Vergleich zu 1990) zu reduzieren. Er riet auch von Überlegungen ab, schon jetzt mit einem Reduktionsziel für CO2 von 40 Prozent bis 2020 (im Vergleich zu 1990) in neue Verhandlungsrunden zu gehen.

Wirksamer Klimaschutz brauche vor allem neue Lösungen im Energiebereich, sagte Gerd Eisenbeiß (Forschungszentrum Jülich). Das Engagement der Politik für die Energieforschung sei in Deutschland wieder zurückgegangen, und es gebe zu geringe Finanzmittel. Er verwies darauf, dass Deutschland sein Klimaschutzziel seit 1990 bislang vor allem deshalb erreicht habe, weil ihm der Zusammenbruch der Industriestruktur in der früheren DDR zugute kam, ein Wechsel von Kohle- zu Gastkraftwerken erfolgt sei und Atomkraftwerke nahezu uneingeschränkt weiter betrieben wurden. Diese positiven Effekte würden sich aber auf Dauer nicht verlängern.

 

 Mehr Informationen:

FZ Jülich

BMU: Klimaschutz

vista verde: Klima

 

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