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- 24.06.2003 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DED feiert 40 Jahre: Von jungen Idealisten zu gestandenen Profis

Zogen früher junge Idealisten in die so genannte Dritte Welt, sind die meisten Entwicklungshelfer von heute gestandene Profis.

Von Edgar Bauer, dpa

Bonn (dpa) - «Abenteuerlust und Idealismus sind nicht ausreichend», heißt es beim Deutschen Entwicklungsdienst (DED), der an diesem Dienstag sein 40-jähriges Bestehen feiert. Damit sollen jüngere Bewerber gewarnt werden, die sich in erster Linie aus Neugier in der Welt umsehen möchten. Beim größten deutschen Personalentsendedienst ist heutzutage neben sozialem Engagement vor allem die berufliche Qualifikation gefragt. «Wir brauchen gestandene Fachkräfte», macht DED-Geschäftsführer Jürgen Wilhelm deutlich.

In 40 Jahren hat der DED rund 13 000 Entwicklungshelfer auf Zeit in alle Welt geschickt. Armutsbekämpfung, Förderung von Demokratie und die Durchsetzung der Menschenrechte hat sich der im Juni 1963 gegründete Dienst auf die Fahnen geschrieben. Seit 1999 versucht die in Bonn ansässige Organisation zudem, mit dem «Zivilen Friedensdienst» Konflikte wie zur Zeit in Palästina lösen zu helfen, bevor dort größere Auseinandersetzungen oder gar Kriege ausbrechen.

Der DED könne eine «eindrucksvolle Erfolgsbilanz» vorweisen, sagte Bundespräsident Johannes Rau bei der Feier zum 40-jährigen Bestehen in Bonn. Er werde auch in Zukunft gebraucht, «weil der Bedarf alles andere als erschöpft ist». Entwicklungshelfer seien für die Einschätzung anderer Länder enorm wichtig, betonte Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD). «Sie tragen mit ihren Kenntnissen zu einer ungeschminkten Einschätzung der Situation bei und warnen auch vor Fehlurteilen und Schönfärberei.»

Es war die Zeit des «Wirtschaftswunders», als der DED vor 40 Jahren gegründet wurde. Mit dem damaligen Fortschrittsglauben ging die optimistische Überzeugung einher, Armut und technische Rückständigkeit in Entwicklungsländern seien mit Hilfe von der reicheren Länder einfach zu überwinden. Die Gegenkräfte und die wirtschaftlichen Eigeninteressen der Industrieländer wurden unterschätzt. Die Kluft zwischen Nord und Süd ist seither nicht kleiner, sondern größer geworden. Inzwischen ist Ernüchterung eingekehrt.

Das Interesse an der Entwicklungsarbeit ist dennoch ungebremst: Nach wie vor laufen beim DED jedes Jahr rund 7000 Bewerbungen ein - weit mehr als Stellen zu besetzen sind. Insbesondere Fachexperten mit langjähriger Berufserfahrung wie Handwerksmeister, Ingenieure, Ärzte oder auch Architekten habe gute Karten. Drei von vier Entwicklungshelfern haben einen Hochschulabschluss. Während das Durchschnittsalter 1973 unter 26 lag, ist der durchschnittliche Entwicklungshelfer heute knapp 41 Jahre alt.

Ob in der Holzverarbeitung in Asien, im Gesundheitswesen in Lateinamerika oder bei der Erarbeitung von Unterrichtsmethoden in Afrika: Sowohl die Einsatzorte als auch die Fachrichtungen sind vielfältig. Alle Einsätze sind befristet, denn «Entwicklungshelfer» soll kein Beruf werden. Jeder kann maximal zwei Mal für jeweils höchstens fünf Jahre eingesetzt werden. Reich werden die Helfer dabei nicht: Es gibt eine Unterhaltspauschale, je nach Bedarf im Gastland. Vorab erhalten alle Helfer spezielle Sicherheitstrainings, etwa zum Erkennen von Minen, Verhalten in Gefahrenlagen oder in Krisenfällen.

Die Rückkehr und Wiedereingliederung in die Heimat stelle für manche Entwicklungshelfer ein Problem dar, räumt Wilhelm ein. Doch hier seien auch Unternehmen gefragt, die bei ihrer Personalpolitik auch die Auslandserfahrung, gepaart mit zusätzlicher sozialer Kompetenz von Entwicklungshelfern nutzen sollten.

 

 Mehr Informationen:

Deutscher Entwicklungs- dienst (DED)

vista verde: Entwicklung

 

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