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DED feiert 40 Jahre: Von jungen Idealisten
zu gestandenen Profis
Zogen früher junge Idealisten
in die so genannte Dritte Welt, sind die meisten Entwicklungshelfer
von heute gestandene Profis.
Von Edgar Bauer, dpa
Bonn (dpa) - «Abenteuerlust
und Idealismus sind nicht ausreichend», heißt es beim
Deutschen Entwicklungsdienst (DED), der an diesem Dienstag sein
40-jähriges Bestehen feiert. Damit sollen jüngere Bewerber
gewarnt werden, die sich in erster Linie aus Neugier in der Welt
umsehen möchten. Beim größten deutschen Personalentsendedienst
ist heutzutage neben sozialem Engagement vor allem die berufliche
Qualifikation gefragt. «Wir brauchen gestandene Fachkräfte»,
macht DED-Geschäftsführer Jürgen Wilhelm deutlich.
In 40 Jahren hat der DED rund
13 000 Entwicklungshelfer auf Zeit in alle Welt geschickt. Armutsbekämpfung,
Förderung von Demokratie und die Durchsetzung der Menschenrechte
hat sich der im Juni 1963 gegründete Dienst auf die Fahnen
geschrieben. Seit 1999 versucht die in Bonn ansässige Organisation
zudem, mit dem «Zivilen Friedensdienst» Konflikte
wie zur Zeit in Palästina lösen zu helfen, bevor dort
größere Auseinandersetzungen oder gar Kriege ausbrechen.
Der DED könne eine «eindrucksvolle
Erfolgsbilanz» vorweisen, sagte Bundespräsident Johannes
Rau bei der Feier zum 40-jährigen Bestehen in Bonn. Er werde
auch in Zukunft gebraucht, «weil der Bedarf alles andere
als erschöpft ist». Entwicklungshelfer seien für
die Einschätzung anderer Länder enorm wichtig, betonte
Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD).
«Sie tragen mit ihren Kenntnissen zu einer ungeschminkten
Einschätzung der Situation bei und warnen auch vor Fehlurteilen
und Schönfärberei.»
Es war die Zeit des «Wirtschaftswunders»,
als der DED vor 40 Jahren gegründet wurde. Mit dem damaligen
Fortschrittsglauben ging die optimistische Überzeugung einher,
Armut und technische Rückständigkeit in Entwicklungsländern
seien mit Hilfe von der reicheren Länder einfach zu überwinden.
Die Gegenkräfte und die wirtschaftlichen Eigeninteressen
der Industrieländer wurden unterschätzt. Die Kluft zwischen
Nord und Süd ist seither nicht kleiner, sondern größer
geworden. Inzwischen ist Ernüchterung eingekehrt.
Das Interesse an der Entwicklungsarbeit
ist dennoch ungebremst: Nach wie vor laufen beim DED jedes Jahr
rund 7000 Bewerbungen ein - weit mehr als Stellen zu besetzen
sind. Insbesondere Fachexperten mit langjähriger Berufserfahrung
wie Handwerksmeister, Ingenieure, Ärzte oder auch Architekten
habe gute Karten. Drei von vier Entwicklungshelfern haben einen
Hochschulabschluss. Während das Durchschnittsalter 1973 unter
26 lag, ist der durchschnittliche Entwicklungshelfer heute knapp
41 Jahre alt.
Ob in der Holzverarbeitung in
Asien, im Gesundheitswesen in Lateinamerika oder bei der Erarbeitung
von Unterrichtsmethoden in Afrika: Sowohl die Einsatzorte als
auch die Fachrichtungen sind vielfältig. Alle Einsätze
sind befristet, denn «Entwicklungshelfer» soll kein
Beruf werden. Jeder kann maximal zwei Mal für jeweils höchstens
fünf Jahre eingesetzt werden. Reich werden die Helfer dabei
nicht: Es gibt eine Unterhaltspauschale, je nach Bedarf im Gastland.
Vorab erhalten alle Helfer spezielle Sicherheitstrainings, etwa
zum Erkennen von Minen, Verhalten in Gefahrenlagen oder in Krisenfällen.
Die Rückkehr und Wiedereingliederung
in die Heimat stelle für manche Entwicklungshelfer ein Problem
dar, räumt Wilhelm ein. Doch hier seien auch Unternehmen
gefragt, die bei ihrer Personalpolitik auch die Auslandserfahrung,
gepaart mit zusätzlicher sozialer Kompetenz von Entwicklungshelfern
nutzen sollten.
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